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Wohnansprüche älterer Bürger ? Start einer Befragung von Dresdnern zum Thema ?Wohnen im Alter 60+?

13. Februar 2007

Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) beschäftigen sich mit den zukünftigen Wohnansprüchen der 60-Jährigen und Älteren in der Stadt Dresden. Im Februar 2007 führt das Institut daher in Dresden mit Unterstützung des Stadtplanungsamtes und des Einwohner- und Meldeamtes eine Bürgerbefragung durch. Rund 6 000 Fragebögen werden in den kommenden Tagen an 60-Jährige und Ältere mit der Post verschickt. Das IÖR bittet die Dresdnerinnen und Dresdner, die einen Fragebogen erhalten, die Arbeit zu unterstützen und sich an der Befragung zu beteiligen. Die Teilnahme ist selbstverständlich freiwillig und die Auswertung der Fragebögen erfolgt in anonymisierter Form.

Bei der Untersuchung geht es vor allem darum, wie und wo die Befragten zukünftig wohnen möchten. ?Nur wenn die Wohnansprüche der älteren Bürger bekannt sind, können diese bei den Planungen für die Zukunft in der Stadt Dresden berücksichtigt werden?, erklärt Prof. Bernhard Müller, Direktor des IÖR.

Nach den Ergebnissen der 11. Koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2006 wird in Deutschland bis 2050 ein Rückgang der Bevölkerung in den jüngeren Altersgruppen erwartet und die Zahl der über 60-Jährigen könnte um mehr als ein Drittel steigen. Insbesondere die Zahl der über 75-Jährigen könnte sich wesentlich erhöhen und bis 2050 mehr als verdoppeln. In der Stadt Dresden ist die Zahl der 60-Jährigen und Älteren seit 1990 um ein Drittel angestiegen. Bei insgesamt steigender Bevölkerungszahl bis 2020 erwartet die Stadt Dresden auch eine weitere Zunahme der Zahl der 60-Jährigen und Älteren, deren Anteil dann rund 30 % der Gesamtbevölkerung betragen würde. Daraus ergibt sich die Frage, wie sich die Anforderungen an die Wohnungsversorgung in der Stadt verändern, insbesondere was die nachgefragte Wohnform, die Wohnungsgrößen und den Anteil altengerechter Wohnungen betrifft. Ebenso ist von Interesse, welche Wohnstandorte die älteren Bewohner bevorzugen. Daraus können Rückschlüsse auf den Erhalt und den möglicherweise notwendigen Umbau der Wohnungsbestände gezogen werden.

Das IÖR ist eine öffentlich finanzierte, gemeinnützige Forschungseinrichtung. Es beschäftigt sich in mehreren Forschungsprojekten mit den Auswirkungen der zu erwartenden demographischen Veränderungen auf die Wohnungsversorgung und auf die Siedlungsstruktur, vor dem Hintergrund der hohen Wohnungsleerstände in den ostdeutschen Städten.

Ansprechpartner zur Befragung
Frau Juliane Banse, Tel.: 0351/4679-258, E-Mail: j.banse[im]ioer.de