Sie befinden sich hier: Presse/Pressearchiv ab 2017/

Auftaktkonferenz zu ENLARGE-NET im Sächsischen Landtag

24. Juni 2003

Das grenzüberschreitende Projekt Enlarge-Net will die Chancen der EU-Osterweiterung für eine Kooperation zwischen kommunalen und regionalen Akteuren in Sachsen, Niederschlesien und Nordböhmen fördern. Das Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) übernimmt die wissenschaftliche Begleitung und Auswertung der Ergebnisse. Das Europabüro der Landeshauptstadt Dresden stellt die Geschäftstelle des Projekts dar. Am 24. Juni 2003 fand die Projekt-Auftaktkonferenz statt.

Kooperationsthemen sind Personalentwicklung, Soziales, Regionalplanung, Umwelt/Katastrophenschutz und Wirtschaft/Tourismus im grenzüberschreitenden Bereich. Die Projektpartner erwarten von der Arbeit in Enlarge-Net Informationen über die Funktionsweise grenzüberschreitender Städtenetze an der EU-Außengrenze. Daraus sollen Strategien abgeleitet werden, wie Kommunen und regionale Verwaltungen in den Grenzregionen die Herausforderungen der EU-Erweiterung bewältigen können. Weiterhin ist es Ziel des Projekts, die Strategien und die vorhandenen Möglichkeiten durch umfassende Öffentlichkeitsarbeit der Bevölkerung aufzuzeigen. In den nächsten zwei Jahren entsteht u. a. ein dreisprachiges Internet-Portal. Die Europäische Kommission fördert Enlarge-Net mit rund 500.000 ?.

Die EU-Osterweiterung ist vor allem für die Bevölkerung an der jetzigen EU-Außengrenze mit Ängsten verbunden. Die administrativen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Erweiterung beinhalten jedoch Chancen für die Regionen. Um diese zu nutzen und in den Wettbewerb mit anderen Regionen treten zu können, ist es nötig, der Erweiterung offensiv zu begegnen. Der Aufbau und die Pflege von Netzwerken und Kooperationen zwischen Verwaltungen beiderseits der heutigen Grenze sind wichtige Schritte.

In seiner Rede zur Auftaktkonferenz betonte Professor Bernhard Müller, Direktor des Instituts für ökologische Raumentwicklung, die neuen Herausforderungen der EU-Erweiterung. "Die Förderkulissen verändern sich. Die ostdeutschen Regionen müssen verstärkt neue Wege gehen, um finanzielle Mittel für ihre weitere Entwicklung zu erhalten. Die Grenzregionen der neuen Mitgliedsstaaten werden ebenfalls einem Wandel unterworfen sein. Nur wer erfolgreich neue Kooperationsmöglichkeiten ergreift, kann die großen Potenziale nutzen, die sich jetzt ergeben ― beispielsweise: Ausbau deutsch-polnisch-tschechischer Unternehmensnetzwerke, Zusammenarbeit deutscher und polnischer Messestandorte, grenzüberschreitende Vermarktung sportlicher Großereignisse, Kooperation bei der grenzüberschreitenden Abstimmung von Infrastrukturausbau und Umweltschutz sowie Entwicklung gemeinsamer Tourismuskonzepte." Das Institut für ökologische Raumentwicklung erforscht Rahmenbedingungen und Chancen für den Aufbau einer gemeinsamen grenzüberschreitenden Region und arbeitet an der praktischen Umsetzung dieser Vision mit.

Ansprechpartner:
Jörn Timm (Europabüro der Landeshauptstadt)
Tel.: (03 51) 4 88 21 30
E-Mail: jtimm@dresden.de
Dr. Markus Leibenath (IÖR)
E-Mail: m.leibenath@ioer.de