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Wohnungsleerstand - Dauerproblem für die ostdeutschen Länder?

23. Januar 2001

Im Jahr 2015 rechnet man in Ostdeutschland mit ca. 105 000 Haushalten weniger als bisher. Dies entspricht einem Rückgang von 1,3 Prozent im Zeitraum von 1998-2015. Dadurch wird die Nachfrage nach Wohnraum längerfristig erheblich beeinflusst. In vielen westdeutschen Regionen aber auch in Berlin ist eine verstärkte Nachfrage nach Wohnungen zu erwarten. Sind diese gegenläufigen Tendenzen als konjunkturelle Erscheinung anzusehen? Oder zeichnen sich insbesondere für Ostdeutschland neue Entwicklungslinien ab?

Vom 22. bis 23. Februar 2001 werden diese und weitere Fragen im Rahmen der im IÖR stattfindenden Fachtagung "Regionalisierte Wohnungsprognose 2015" diskutiert. Erwartet werden rund 80 Teilnehmer aus Wissenschaft, Verwaltung und Politik sowie aus der Wohnungswirtschaft. Die Wohnungsprognose resultiert aus einer Forschungskooperation zwischen dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) und dem Dresdner Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR).

Die Ergebnisse der Wohnungsprognose 2015 stellte Bundesminister Bodewig am 17. Januar 2001. Bei der Tagung in Dresden werden Einzelheiten und regionale Trends thematisiert. Am ersten Tag stehen Tendenzen in den westdeutschen Ländern, am zweiten Trends in Ostdeutschland im Mittelpunkt.

Ziel der gemeinsamen Veranstaltung von BBR und IÖR ist es, der Politik auf allen Ebenen wissenschaftliche Handreichungen und Empfehlungen anzubieten. "Wissenschaftliche Ergebnisse", so Prof. Dr. Bernhard Müller, Direktor des IÖR, "müssen frühzeitig in die politischen Entscheidungsprozesse eingespeist werden. Gelingt dies nicht, so sind Verzerrungen und Fehlentscheidungen die Folge." So hatte das IÖR bereits Mitte der 90er Jahre auf den drohenden Leerstand in Ostdeutschland aufmerksam gemacht. Damals fanden die Ergebnisse in Politik und Verwaltung jedoch kaum Gehör.

Die umfangreiche Berücksichtigung der Forschungsergebnisse wünscht sich auch Prof. Dr. Wendelin Strubelt, Direktor des BBR in Bonn. Die Notwendigkeit zeige sich insbesondere in Fragen des Wohnens. Die regionalen Unterschiede der aktuellen und zukünftigen Wohnungsnachfrage sind so groß, dass keine allgemeingültigen wohnungspolitischen Vorgaben gemacht werden können. Dank der nun vorliegenden Regionalisierten Wohnungsprognose sind räumlich exakt zugeschnittene Empfehlungen möglich.

Ansprechpartner:
Irene Iwanow, Telefon: +49 (0)351 46 79 249