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Sicherung von Bauqualität durch Gebäudepässe

5. Januar 2006

Nach der Tragödie von Bad Reichenhall hat eine Diskussion um die Einführung eines Gebäude-TÜVs begonnen. Einen wichtigen Ansatz hierzu bietet der in Fachkreisen bereits seit längerem diskutierte Ansatz eines Gebäudepasses, zu dem auch am Dresdner Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) gearbeitet wurde.

Über den mittlerweile verbreiteten Energiepass hinaus sollen Gebäudepässe die Bau-, Nutzungs- und Umweltqualität eines Gebäudes offen legen und in besonderen Fällen auch zertifizieren. Hierzu liegen bereits zahlreiche leistungsfähige Ansätze vor. So hat u. a. das Land Schleswig-Holstein die Existenz eines Gebäudepasses als Vorrangkriterium für die öffentliche Förderung des Wohnungsbaus in seinen Richtlinien verankert. Dennoch findet der Gebäudepass bisher zu wenig Aufmerksamkeit - nicht zuletzt aufgrund einer eher auf Deregulierung ausgerichteten Stimmung im Baugewerbe. Will man jedoch Qualitätssicherung und Schadensregulierung im Bauwesen nicht zunehmend den Gerichten überlassen, stellen regelmäßig aktualisierte Gebäudepässe einen interessanten Ansatz zur Qualitätskontrolle dar, deren Einführung zumindest für öffentliche Gebäude oder solche mit hohem Publikumsverkehr ernsthaft erwogen werden sollte. Dabei geht es nicht nur um die Vermeidung von Bauschäden und die Vermeidung extremer Schäden und Unglücke wie in Bad Reichenhall. Gebäudepässe können auch dazu beitragen, die Analysekosten bei Sanierungen zu senken und nicht zuletzt stärken sie die Wettbewerbsfähigkeit qualitätvoller Immobilien.

Weitere Informationen z. B. in:
Blum, A. (2002), Bauqualität, Umwelt und Gesundheit: Die Basis-Konzeption für einen ?Gebäudepass Schleswig-Holstein? in: Gesundheits Ingenieur, 123. Jahrgang, April 2002 S. 95-100