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09.06.2020

IÖR erforscht regionale Pfade der Energiewende in Europa

Wie funktioniert gesellschaftliche und ökologische Transformation im Rahmen der Energiewende? Dieser Frage geht das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in den kommenden drei Jahren im EU-Projekt ENTRANCES nach. Gemeinsam mit 14 europäischen Partnern nimmt das IÖR dabei unterschiedliche regionale Entwicklungspfade in Europa in den Blick. Ziel ist es nicht nur, Wege zu finden, wie sich die Energiewende beschleunigen lässt. Das Projekt will insbesondere herausfinden, welche sozialen und räumlichen Faktoren hierfür maßgeblich sind, und was unterschiedliche Regionen dabei voneinander lernen können.


Mit dem "Green Deal" hat die Europäische Kommission eine wichtige Zielmarke gesetzt: ein klimaneutrales Europa bis 2050. Untersetzt durch den Klima- und Energierahmen 2030 sind damit erhebliche strukturelle Veränderungen angestoßen, die Europas Regionen vor große Herausforderungen stellen. Insbesondere dort, wo bisher der Kohlebergbau und kohlenstoff-intensive Industrie die Wirtschaft geprägt haben, ist der Handlungsbedarf enorm. Dabei überlagern sich die Schließung, Verlagerung oder Umstrukturierung von Bergbau-, Energie- und Industriebetrieben mit demografischen Veränderungen, fortschreitender Digitalisierung sowie den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Das bisherige wirtschaftliche, soziale und ökologische Gefüge in den betroffenen Regionen verliert seine Gültigkeit. Soziale Identitäten und politische Orientierungen geraten ins Wanken und radikale Positionen gewinnen an Einfluss. Gleichzeitig eröffnen sich mit der Energiewende völlig neue Entwicklungsperspektiven, gestützt durch nachhaltige Wirtschaftsmodelle und ein verändertes Selbstverständnis.

Wie sind also die Weichen zu stellen auf dem Weg zu klimaneutralen Energiesystemen und Regionen? Welche Erfahrungen wurden mit dem regionalen Strukturwandel bereits gemacht, welche Strategien des gesellschaftlichen und ökologischen Wandels werden momentan verfolgt? Und: Was lässt sich im Austausch zwischen verschiedenen europäischen Regionen voneinander lernen? Diesen Fragen widmet sich das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) im Rahmen des im Mai gestarteten Projektes ENTRANCES (ENergy TRANsitions from Coal and carbon: Effects on Societies) im europäischen Forschungsprogramm Horizon 2020. In enger Zusammenarbeit mit 14 europäischen Partnern aus Wissenschaft und Praxis sowie mit regionalen Akteuren vor Ort analysiert das IÖR-Projektteam systemische Muster des Wandels und erarbeitet Szenarien bzw. Handlungsoptionen für eine nachhaltige regionale Transformation. Dabei steht neben Zusammenhängen zwischen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, ökologischen und technischen Aspekten insbesondere auch die Rolle psychologischer, kultureller und politischer Faktoren im Mittelpunkt. Eine von dreizehn Fallstudien ist die sächsische und brandenburgische Lausitz. Das IÖR bearbeitet sie zusammen mit den Landesregierungen in Dresden und Potsdam sowie mit kommunalen Partnern der Lausitzrunde.

Weitere Informationen demnächst hier

Kontakt im Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR):

Prof. Dr. Marc Wolfram (Projektleiter am IÖR), E-Mail: m.wolfram[im]ioer.de
Prof. Dr. Robert Knippschild (Fallstudie Lausitz), E-Mail: r.knippschild[im]ioer.de

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