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13.03.2020

Erste Ergebnisse im Projekt MaGICLandscapes veröffentlicht

Wie lassen sich Grünräume in Mitteleuropa besser schützen und vernetzen, wie die positiven Wirkungen dieser grünen Infrastruktur für die Menschen sichern? Diesen Fragen widmet sich das EU-Interreg-Projekt MaGICLandscapes. In zwei Handbüchern hat das transdisziplinäre Projektteam erste Ergebnisse zusammengetragen.


(Foto: Bernd Kasper)

Im ersten Schritt beleuchtete das Projekt MaGICLandscapes (Management von grüner Infrastruktur in Mitteleuropas Landschaften) den theoretischen Hintergrund des Themas: Was ist grüne Infrastruktur? Wie ist der Begriff bzw. das Konzept aktuell in Strategie-Dokumenten verankert? Welche Gesetze können zum Schutz und zum nachhaltigen Management grüner Infrastruktur, also von unterschiedlichen Grünräumen in Stadt und Land, in Mitteleuropa beitragen? Im praxisorientierten Teil des Projektes ging es um die Fragen, wo sich grüne Infrastruktur befindet und wie sie sich erfassen und bewerten lässt?

Dafür hat das Projektteam zunächst ein einheitliches Erfassungs- und Bewertungssystem entwickelt, das sowohl länderübergreifende Aspekte, aber auch regionale und lokale Besonderheiten berücksichtigt. In den neun Fallstudiengebieten der fünf im Projekt beteiligten Länder Deutschland, Italien, Österreich, Polen und Tschechien wurde das neue System getestet.

Handbuch grüne Infrastruktur – Konzeptioneller und theoretischer Hintergrund, Begriffe und Definitionen

In der ersten Publikation des Projektes, dem "Handbuch grüne Infrastruktur – Konzeptioneller und theoretischer Hintergrund, Begriffe und Definitionen" fasst das Projektteam nun Informationen zum Konzept der grünen Infrastruktur zusammen. Das Handbuch definiert wichtige Begriffe und stellt das Konzept der grünen Infrastruktur in Bezug zu aktuellen EU-Strategien. Es zeigt auf, welche Strategien und Gesetze dabei helfen können, die grüne Infrastruktur Mitteleuropas und ihre Leistungen zu schützen und zu fördern. Dabei werden sowohl die internationale als auch die EU-Ebene beleuchtet. Hier sind etwa internationale Artenschutzabkommen oder die europäische Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie zum Schutz natürlicher Lebensräume und ihrer Vernetzung sehr wichtig. Auch die politisch-rechtlichen Gegebenheiten in den am Projekt beteiligten Partnerländern thematisiert das Handbuch. Es zeigt auf, welche nationalen, aber auch welche regionalen oder lokalen Bestimmungen den Schutz und das Management grüner Infrastruktur beeinflussen. Darüber hinaus fasst das Handbuch wesentliche Bedarfe für eine Erfassung und Bewertung grüner Infrastruktur in Mitteleuropa allgemein sowie in den neun Fallstudiengebieten im Speziellen zusammen. Neben der englischsprachigen Langversion des Handbuches gibt es auch länderspezifische Kurzfassungen. Sie fassen die für das jeweilige Land relevanten Regelungen und Strategien zusammen und zeigen anhand von regionalen Beispielen auf, welchen gesellschaftlichen Nutzen grüne Infrastruktur im jeweiligen Land hat.

Handlungsleitfaden zur Bewertung transnationaler grüner Infrastruktur – Instrument zur Entscheidungshilfe

Eine zweite Projekt-Publikation ist der "Handlungsleitfaden zur Bewertung transnationaler grüner Infrastruktur – Instrument zur Entscheidungshilfe". Dieser Leitfaden liegt aktuell in englischer Sprache vor, länderspezifische Kurzfassungen sind in Vorbereitung. Er unterstützt Akteure bei der Kartierung und Bewertung grüner Infrastruktur in der Praxis. Handlungsleitend ist dabei eine transnationale Perspektive mit Fokus auf Mitteleuropa, aber auch die regionale Ebene findet aufgrund der Defizite europaweiter Datensätze Beachtung. Der Leitfaden zeigt anhand praktischer Beispiele, welche Datensätze für die Bewertung grüner Infrastruktur besonders geeignet sind und warum. Wie lässt sich grüne Infrastruktur sinnvoll kartieren? Welche Daten zur Bewertung grüner und blauer Infrastruktur in Mitteleuropa sind überhaupt verfügbar? Welche zusätzlichen lokalen und regionalen Daten sind dazu geeignet, die Genauigkeit zu optimieren? Welche Grenzen haben die verwendeten Datengrundlagen, etwa verschiedene Geodatensätze? Auf diese und weitere Fragen, die sich im Prozess der Bewertung grüner Infrastruktur stellen können, gibt der Leitfaden Antwort. Neben einem transnationalen Klassifikationsschema für grüne Infrastruktur enthält der Leitfaden auch sämtliche Karten und Informationen zur Bewertung grüner Infrastruktur in den Fallstudiengebieten.

Auf der englischsprachigen Internetseite des Projektes stehen die Veröffentlichungen unter "Outputs" zum Herunterladen zur Verfügung.

Weitere Projekt-Publikationen sind in Vorbereitung. Sie werden unter anderem die Frage in den Blick nehmen, welche Leistungen verschiedene Grünräume in Mitteleuropa erbringen. Ebenso werden sie thematisieren, wie sich der gesellschaftliche Nutzen, den intakte Grünräume erbringen, über Ländergrenzen hinweg einheitlich bewerten lässt. Es werden außerdem Strategien und Maßnahmenpläne für die MaGICLandscapes Fallstudiengebiete entwickelt, die dazu beitragen sollen vorhandene Grünräume selbst bzw. deren Vernetzung und Leistungen durch Anlage neuer Grünräume zu verbessern.

Hintergrund

https://www.ioer.de/fileadmin/internet/IOER_Projekte/grafik/FB_R/logo_magiclandscape3.jpgIm Projekt MaGICLandscapes (Management von grüner Infrastruktur in Mitteleuropas Landschaften/Managing Green Infrastructure in Central European Landscapes) arbeiten zehn Partner aus fünf mitteleuropäischen Ländern zusammen, um die Entwicklung und das Management von grüner Infrastruktur und ihres Naturkapitals zu verbessern sowie den Beitrag von wertvollen Grünräumen für eine hohe Lebensqualität zu optimieren. Das Projekt wird vom Interreg CENTRAL EUROPE Programm 2014-2020 aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Kontakt im IÖR
Dr. Marco Neubert, E-Mail: M.Neubert[im]ioer.de
Dr. Henriette John, E-Mail: H.John[im]ioer.de