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14.11.2019

IÖR veranstaltet in Moskau internationale Konferenz zu Naturkapital, Ökosystemleistungen und biologischer Vielfalt

Gemeinsam mit dem Biodiversity Conservation Center (BCC), einer Nichtregierungsorganisation in Moskau, sowie mit Unterstützung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) und der Umweltministerien von Deutschland und Russland veranstaltet das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) am 19. und 20. November eine internationale Konferenz in Moskau. Im Mittelpunkt der Diskussionen der rund 70 geladenen Teilnehmenden steht dabei das Thema "Naturkapital, Ökosystemleistungen und Biodiversität".


Buchtitel mit grünlichen und rosafarbenen Karten von Russland

Titelseiten des ersten Berichts zu Ökosystemleistungen Russlands, 2016 auf Russisch und 2018 auf Englisch veröffentlicht. (Grafik: Biodiversity Conservation Center)

Die Veranstaltung ist Teil des IÖR-Projektes TEEB-Russia-2, das sich mit der Erfassung und Bewertung von biologischer Vielfalt und Ökosystemleistungen in Russland beschäftigt und dabei sowohl nationale Fragestellungen untersucht, aber auch die internationale Perspektive in den Blick nimmt. Mit der Frage wie sich die biologische Vielfalt und die Leistungsfähigkeit der Ökosysteme erhalten lassen, steht eine der derzeit größten Herausforderungen der Menschheit im Fokus der Konferenz. "Der Wert der Natur bleibt oft verborgen, weil viele ihrer Leistungen scheinbar selbstverständlich, unbegrenzt und kostenlos zur Verfügung stehen. Hier soll das Konzept der Ökosystemleistungen, abgekürzt ÖSL, helfen, die Leistungen der Natur für die Menschen systematisch und auch ökonomisch aufzuzeigen und besser in Entscheidungsprozesse zu integrieren", erläutert Karsten Grunewald, der das Projekt TEEB-Russia-2 im IÖR leitet.

Auf globaler und überregionaler Ebene werden Ökosysteme und biologische Vielfalt derzeit von der Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES) analysiert. Nationale ÖSL-Bewertungen zur ökologischen und sozioökonomischen Nachhaltigkeit werden in einer Reihe von Ländern im Rahmen des UNEP-TEEB-Projekts (www.teebweb.org) bzw. im Rahmen des MAES-Konzepts (Mapping and Assessment of Ecosystem Services), in EU-Ländern im Rahmen der EU-Biodiversitätsstrategie 2020 durchgeführt. Gleichzeitig werden Indikatoren im Rahmen der nationalen Biodiversitätsstrategien und der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) entwickelt und politisch kommuniziert. Darüber hinaus laufen zahlreiche Aktivitäten zur Verbesserung der methodischen Erfassung und Integration von Naturkapital in öffentliche Entscheidungsprozesse (UN-Expertenforum für experimentelle Ökosystemrechnungen der SEEA).

Die Konferenz wird diese Prozesse aufgreifen und überprüfen. Im Mittelpunkt des ersten Tages stehen allgemeine Fragen: ökologische Transformationsprozesse, Bewertungen von Ökosystemleistungen und Biodiversität, Möglichkeiten der Umsetzung biophysikalischer und ökonomischer Ökosystemleistungen in Russland, Deutschland und international sowie Governance-Aspekte, also die Frage, wie diese Bewertungen in die Politik und das Management von Land- und Ressourcennutzung integriert werden können. Der zweite Tag konzentriert sich auf die Ergebnisse des Forschungsprojekts TEEB-Russia-2 des IÖR. Konferenzsprachen sind Russisch und Englisch.

Weitere Informationen zur Konferenz (englisch)

Weitere Informationen zur Konferenz (russisch)

Weitere Informationen zu TEEB-Russia-Projekten:

TEEB-Russia-2 - Erfassung und Bewertung von Biodiversität und Ökosystemleistungen in Russland - die Bedeutung für nationales Management und Perspektiven für internationale Prozesse

Vorgängerprojekt TEEBi-RUS - Bewertung von Ökosystemdienstleistungen in der Russischen Föderation (RF) und ausgewählten NUS-Staaten des nördlichen Eurasiens: Erste Schritte

Informationen auf der Internetseite des Biodiversity Conservation Center (BCC), Moskau/Russland

Kontakt im IÖR
Dr. Karsten Grunewald, E-Mail: K.Grunewald[im]ioer.de