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11.09.2019

Kleine Grünflächen und ihr großer Nutzen für Städte in Europa

Im Projekt SALUTE4CE (SALUTE for Central Europe) untersucht das IÖR mit Partnern aus vier europäischen Ländern, wie Städte kleine Grünflächen in ihr Umweltmanagement integrieren und damit viel für Stadtklima und biologische Vielfalt erreichen können. Als Grundlage dient das Konzept der Urbanen Umweltakupunktur.


Foto: P. Wirth/IÖR-Media

Durch viele kleine Schritte zum großen Ganzen beitragen – das ist die Idee hinter dem Projekt SALUTE4CE (SALUTE for Central Europe). Klein sind dabei die Grünflächen, um die es im Projekt geht. Sie messen höchstens 0,2 Hektar und sind damit deutlich kleiner als ein halbes Fußballfeld. Das große Ganze ist die Grünraumausstattung europäischer Städte und die Leistungen, die diese Grünräume für die Städte und ihre Bewohnerinnen und Bewohner erbringen.

So leisten auch kleine Grünflächen ihren Beitrag zu einem besseren Klima in Städten, bieten Raum für Pflanzen und Tiere und fördern damit die biologische Vielfalt. Der Bevölkerung können sie als Ruhe- und Erholungsraum dienen. Interessant werden kleinere Grünflächen für Städte, weil sie im Vergleich zu großen Parkanlagen in der Regel mit wenig Aufwand neu zu gestalten und zu unterhalten sind.
Im Projekt SALUTE4CE wollen die Projektpartner aus Deutschland, Polen, Italien, Tschechien und der Slowakei deshalb untersuchen, wie Städte in Europa kleine Grünflächen besser in ihr Management von grüner und blauer Infrastruktur (also von verschiedenen Grün- und Wasserflächen) integrieren können. Zum Tragen kommt dabei das Konzept der Urbanen Umweltakupunktur. Es geht davon aus, dass eine punktuelle Aufwertung vieler kleiner Grünflächen über das Stadtgebiet verteilt dazu beitragen kann, die Leistungen der Natur (Ökosystemleistungen) im Gesamtsystem Stadt zu verbessern.

Wie ein Management dieser vielen kleineren Grünflächen in Städten gut funktionieren kann, dieser Frage gehen die Partner aus Wissenschaft und Praxis anhand von vier beispielhaften Stadträumen in Deutschland, Italien, Polen und der Slowakei nach. In Deutschland wird die Umsetzung des Konzeptes in der Stadt Erfurt erprobt.

Im Projekt werden zunächst Kriterien für die Auswahl geeigneter kleiner Grünflächen entwickelt. Anschließend entstehen für die vier ausgewählten Stadträume Aktionspläne. Sie sollen helfen, schrittweise das Konzept der Urbanen Umweltakupunktur umzusetzen. Das IÖR wird die beteiligten Städte bei der Aufstellung dieser lokalen Aktionspläne unterstützen. Die Erfahrungen und Ergebnisse aus den Beispielgebieten werden schließlich in einem Leitfaden zusammengefasst. Ziel ist es, die grüne Infrastruktur in europäischen Städten zu stärken, indem viele kleinere Grünflächen geschaffen sowie ihre Pflege und Unterhaltung in das Umweltmanagement von Kommunen integriert werden.

Hintergrund
Projekttitel: Integrated environmental management of Small Green Spots in Functional Urban Areas following the idea of acupuncture (SALUTE4CE/Salute for Central Europe)
Laufzeit: April 2019 bis März 2022
Förderung: EU-Strukturfonds EFRE im Programm Interreg CENTRAL EUROPE
Wissenschaftliche Partner: Institute for Ecology of Industrial Areas (IETU), Katowice, Polen (Projektleitung); Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung, Deutschland; Leading Innovation & Knowledge for Society (LINKS Foundation), Torino, Italien; Institute for Sustainable Development of Settlements (IURS), Ostrava, Tschechien.
Praxispartner: Stadt Chorzów, Polen; Schlesischer Botanischer Garten in Mikołów, Polen; Impuls-Region Erfurt-Jena-Weimar, Deutschland; LAMORO Development Agency, Italien; Stadt Alessandria, Italien; Stadt Liptovsky Mikulaš, Slowakei.

Weitere Informationen zum Projekt

Kontakt im IÖR
Dr. Juliane Mathey, Telefon: (0351) 46 79-231, E-Mail: J.Mathey[im]ioer.de
Dr. Peter Wirth, Telefon: (0351) 46 79-232, E-Mail: P.Wirth[im]ioer.de
Dr. Jessica Hemingway, Telefon: (0351) 46 79-293, E-Mail: J.Hemingway[im]ioer.de