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24.06.2019

Professor Bernhard Müller als Direktor des IÖR verabschiedet

Nach 22 Jahren als Direktor des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) und 26 Jahren als Professor an der Technischen Universität Dresden (TUD) hat sich Bernhard Müller Ende Juni in den Ruhestand verabschiedet. Zumindest teilweise. Als Senior Professor an der Fakultät Umweltwissenschaften der TUD wird der Geograf und Raumplaner weiter forschen.


Bernhard Müller (3. v. li.) mit Grußwortrednerinnen und -rednern sowie Mitgliedern des Kuratoriums und des Wissenschaftlichen Beirates des IÖR bei seiner feierlichen Verabschiedung am 19. Juni in der Dreikönigskirche Dresden. (Foto: U. Schumacher/IÖR-Media)

Die IÖR-Jahrestagung 2019 am 19. Juni in der Dreikönigskirche in Dresden bildete den feierlichen Rahmen für die Verabschiedung von Professor Bernhard Müller. Mit Gruß- und Dankesworten wurde das Wirken des 67-Jährigen von den Beschäftigten des IÖR ebenso wie von Vertreterinnen und Vertretern der Sächsischen Staatsregierung, der Landeshauptstadt Dresden, der Leibniz-Gemeinschaft, der TUD und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften gewürdigt.

Von 1997 bis 2019 war Bernhard Müller Direktor und Vorstand des IÖR. Das Institut habe in dieser Zeit eine beeindruckende Entwicklung genommen, so die sächsische Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange in ihrem Grußwort. „Diese Entwicklung haben Sie, lieber Herr Professor Müller, maßgeblich geleitet und mit geprägt. Für die sächsische Forschungslandschaft und die Politik sind Sie ein unschätzbarer Gewinn“, so die Ministerin. Sie dankte Müller im Namen der Staatsregierung – auch dafür, dass er das IÖR über den regulären Eintrittstermin in den Ruhestand hinaus geleitet hat, bis ein Nachfolger für das Amt des Direktors gefunden war.

Sie haben ein international anerkanntes Forschungsinstitut aufgebaut und hervorragend etabliert, das in der Lage ist, einen wesentlichen Beitrag zur Bewältigung der Herausforderungen der Urbanisierung weltweit zu leisten“, betonte Dr. Doreen Kirmse, die Vize-Präsidentin der Leibniz-Gemeinschaft. Zusätzlich zu dieser anspruchsvollen Aufgabe war Bernhard Müller von 2004 bis 2010 Wissenschaftlicher Vizepräsident der Leibniz-Gemeinschaft. „Und dies in einer Zeit, in der die Leibniz-Gemeinschaft ihren Platz im deutschen Wissenschaftssystem erst noch finden musste“, erläuterte Doreen Kirmse.

Die enge Kooperation, die das IÖR mit der Technischen Universität Dresden und anderen Forschungseinrichtungen verbindet, hob Prof. Dr. Gerhard Rödel, Prorektor für Forschung der TUD, hervor. Er dankte Professor Müller für sein „fortwährendes Engagement für die TUD und den gesamten Wissenschaftsstandort Dresden“. So habe sich Bernhard Müller lange vor Gründung des Forschungsverbundes DRESDEN-concept für die enge Zusammenarbeit und die Förderung des Wissenschaftsstandortes Dresden insbesondere mit Blick auf die Raum- und Umweltwissenschaften stark gemacht. Mit der Professur für Raumentwicklung bekleidete Bernhard Müller ab 2001 selbst die erste gemeinsame Berufung von TUD und IÖR. Seiner Hartnäckigkeit sei es zu verdanken, dass beide Einrichtungen heute durch fünf gemeinsame Berufungen eng miteinander verbunden sind.

Auch die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses habe Bernhard Müller immer am Herzen gelegen. Er war treibende Kraft beim Aufbau des Masterstudienganges „Raumentwicklung und Naturressourcenmanagement“ und bei der Gründung der Dresden Leibniz Graduate School (DLGS), einer internationalen Graduiertenschule, die die TUD und das IÖR seit 2008 gemeinsam betreiben. In der Forschung arbeiten die Einrichtungen nicht allein im 2014 gegründeten Interdisziplinären Zentrum für ökologischen und revitalisierenden Stadtumbau (IZS) in Görlitz eng zusammen. Auch in verschiedenen Forschungsprojekten gab und gibt es enge Kooperationen, etwa im Projekt REGKALM zur regionalen Anpassung an den Klimawandel, an dem neun Lehrstühle der TUD beteiligt waren.

Das Projekt REGKLAM führte auch Oberbürgermeister Dirk Hilbert als Beispiel dafür an, wie intensiv sich Bernhard Müller in seiner Zeit als Wissenschaftler und Leiter des IÖR um den Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis eingesetzt hat. „Mit keinem Institut haben wir als Landeshauptstadt Dresden eine so enge Verbindung wie mit dem IÖR, was natürlich auch fachlich bedingt ist“, so Hilbert. Er verwies auf 22 Jahre sehr gute Zusammenarbeit in verschiedenen Projekten, aktuell etwa in der dritten Runde des vom Bundesforschungsministerium geförderten Projektes „Zukunftsstadt“, in dem auch die Beteiligung der Bevölkerung eine wichtige Rolle spielt.

Nicht zuletzt dankte Prof. Dr. Hans Wiesmeth, Präsident der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Bernhard Müller für sein Engagement als Forscher und Wissensvermittler. Seit 2009 ist Bernhard Müller Ordentliches Mitglied der Akademie. Doch nicht nur in Dresden und Sachsen, auch international war der Raumplaner und Geograf geschätzter Experte. Als Fachmann für die ökologisch nachhaltige Stadtentwicklung war Müller unter anderem an der Entwicklung der New Urban Agenda der Vereinten Nationen beteiligt.

Die Beschäftigten des IÖR, der Professur für Raumentwicklung und die Mitglieder der DLGS gestalteten schließlich mit sehr persönlichen Redebeiträgen und Videobotschaften den letzten Teil der Verabschiedung gleichermaßen unterhaltsam wie emotional. Professor Müller dankte in seinen Abschlussworten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und blickte auf eine Zeit mit Höhen, aber auch Tiefen zurück. „Insgesamt war es aber ein großes Glück, so lange an einem Institut und mit so wunderbaren Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten zu dürfen. Ich blicke dankbar zurück auf Erfolge, auf schöne Zeiten, wissenschaftliche Diskurse, spannende neue Ansätze, neue Menschen, auf Gemeinschaft und Zusammenarbeit. Das alles waren und sind enorm wichtige Werte, sowohl im Hause als auch mit Blick auf die vielen Kooperationspartner des IÖR“, so der scheidende Direktor des IÖR. Er freue sich nun auf einen langsamen und selbstbestimmten beruflichen Ausklang im Zuge der Seniorprofessur an der Fakultät Umweltwissenschaften der TUD. Bernhard Müller wünschte dem IÖR alles Gute für die Zukunft und dass auf dem Weg der wissenschaftlichen Exzellenz nie die Menschlichkeit aus dem Blick gerate.

Impressionen von der Verabschiedung von Prof. Dr. Bernhard Müller als Direktor des IÖR und Inhaber der Professur für Raumentwicklung an der TUD.

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Oben li.: Rund 280 Gäste waren in die Dreikönigskirche in Dresden gekommen. Oben re./unten li.: Bernhard Müllers Dank galt nicht nur der Belegschaft des IÖR und seinen Wegbegleitern, sondern besonders seinem Vorgänger Hans Petzold. Unten li.: Sarah Strugale und Marco Neubert überreichen die Spendengeschenke, für die zum Anlass gesammelt wurde – das gesammelte Geld geht an das Grüne Band Deutschland und den archeNova e. V. in Dresden. (Fotos: A. Heller und U. Schumacher/IÖR-Media)