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07.06.2019

Sonderfahrt durchs grüne Dresden - wissenschaftliche Einblicke in die Rolle von Stadtgrün

Mehr als 100 Interessierte folgten am 16. Mai der Einladung von DRESDEN-concept. Bei einer Sonderfahrt der Science-Tram zum Thema "Meine grüne Stadt und ich" erfuhren sie Neues aus der Dresdner Forschung zum Thema "Stadtgrün". Das IÖR präsentierte das Projekt "meinGrün" und zeigte auf, was die Natur für die Stadtbevölkerung leistet.


Straßenbahn mit Außengestaltung zu DRESDEN-concept und grünen Zweigen im Hintergrund

Mit der DRESDEN-concept-Tram durch grüne Dresden. (Foto: Ronald Bonss)

Ob Kleingärten, Parkanlagen oder wild bewachsene Brachen - Grünflächen machen Städte wie Dresden lebenswert. Menschen können sich dort erholen, Tiere und Pflanzen finden Lebensraum. Grün in der Stadt macht heiße Sommer erträglicher und kann Schäden durch Hochwasser mildern. So verschieden ihr Aussehen ist, so vielfältig sind die Aufgaben, die Grünflächen in der Stadt erfüllen. Welche sind das? Und was können wir selbst tun, um Stadtgrün zu erhalten, aufzuwerten und Dresden noch grüner zu machen? Diesen und zahlreichen anderen Fragen widmeten sich Forschende aus unterschiedlichen DRESDEN-concept-Einrichtungen bei der Sonderfahrt der Science-Tram. Auch ein Team des IÖR war mit an Bord. Moderiert wurde die Fahrt von Hendrikje Wehnert vom IÖR.

Im Projekt "meinGrün" untersucht das IÖR, was Menschen bewegt, Grünflächen zu besuchen. Kennen die Dresdnerinnen und Dresdner alle frei zugänglichen Grünflächen in ihrer Umgebung? Wissen sie, wie sie diese am besten erreichen und welchen Aktivitäten sie dort nachgehen können? Kerstin Krellenberg und ihr Team gehen diesen Fragen im Projekt "meinGrün" nach. Bei der Fahrt präsentierten sie die Idee zu einer App, die im Projekt entstehen soll. Die Teilnehmenden an der Sonderfahrt konnten verschiedene Fragekärtchen ausfüllen und so gleich zur Entwicklung der App beitragen.

Wolfgang Wende vom IÖR machte bei der Fahrt auf die Leistungen von Stadtnatur aufmerksam und erklärte, warum es wichtig ist, diesen Leistungen einen (ökonomischen) Wert zu geben. Saubere Luft, frisches Wasser, Wildkräuter und Beeren zum Verzehr, Holz als Baustoff oder Raum für Inspiration und Erholung - die Zahl der Dinge, die die Natur auch in der Stadt hervorbringt oder positiv beeinflusst, scheint schier unendlich. Wie kann man diese Ökosystemleistungen dauerhaft sichern - das war nur eine Frage, die Wolfgang Wende mit seinem Publikum diskutierte.

Neben dem IÖR waren weitere Partner aus dem Verbund DRESDEN-concept mit an Bord der Science-Tram:

Kristin Heinig und Kathrin Meyer vom Deutschen Hygiene-Museum Dresden gaben einen kulturwissenschaftlichen Einblick in die Welt der Pflanzen. Damit machten sie auch Lust auf die Ausstellung "Von Pflanzen und Menschen. Ein Streifzug über den grünen Planeten", die noch bis 19. April kommenden Jahres im Hygiene-Museum zu sehen ist.

Was können die Dresdnerinnen und Dresdner gegen das Insektensterben unternehmen? Diese Frage beantwortete Matthias Nuß von den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen in Dresden. Er warb dafür, mehr insektenfreundliche Wiesen in Dresden anzulegen und erklärte, welche Pflege eine solche "Schmetterlingswiese" benötigt. 

Wie wichtig Grün für das Wohlbefinden der Menschen in Dresden und anderen Städten ist, erläuterte Valerie Goldberg von der Professur für Meteorologie an der Technischen Universität Dresden. In Dresden-Gorbitz erforschen die Dresdner Meteorologen seit vergangenem Jahr, wie sich Städte an Wetterextreme wie lange Hitzeperioden anpassen können und welche Rolle Stadtgrün dabei spielt.

Während der zweistündigen Fahrt durch Dresden wechselten die Referierenden vier Mal zu unterschiedlichen Sitzgruppen und informierten so alle Mitfahrenden über ihre aktuelle Forschung. Bei den Gästen der Sonderfahrt kam das gut. Sie kamen mit vielen Fragen und erhielten neben Antworten auch so manchen Denkanstoß, wie sie sich stärker für das Grün in ihrem Umfeld einsetzen können.

Hintergrund DRESDEN-concept

DRESDEN-concept ist ein Verbund aus 28 Partnern aus Wissenschaft und Kultur. Die Zusammenarbeit im DRESDEN-concept zielt darauf ab, dass die Partner Synergien in den Bereichen Forschung, Ausbildung, Infrastruktur, Verwaltung und Transfer erschließen und nutzen. Dazu koordinieren sie ihre Wissenschaftsstrategie und identifizieren die Gebiete, in denen Dresden international führend ist. Die Partner arbeiten zusammen, um weltweit führende Wissenschaftler für Dresden zu gewinnen und diese an den hiesigen Wissenschaftsstandort zu binden. DRESDEN ist ein Akronym und steht für Dresden Research and Education Synergies for the Development of Excellence and Novelty.
Weitere Informationen 

Kontakt im IÖR
Heike Hensel, Telefon: (0351) 46 79-241, E-Mail: H.Hensel[im]ioer.de

Flyer zur DDc-Tramfahrt-Stadtgruen

Quelle: DRESDEN-concept/Illustrationen:rawpixel

während der DDc-Tramfahrt-Stadtgruen   während der DDc-Tramfahrt-Stadtgruen

während der DDc-Tramfahrt-Stadtgruen   während der DDc-Tramfahrt-Stadtgruen

während der DDc-Tramfahrt-Stadtgruen

Fotos: Ronald Bonss