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05.06.2019

EU-Projekt REVIVAL! in deutsch-polnischem Wettbewerb erfolgreich

Den historischen Zentren von Klein- und Mittelstädten entlang der deutsch-polnischen Grenze neues Leben einhauchen - für dieses Vorhaben wird das europäische Projekt REVIVAL! als Flaggschiffprojekt ausgezeichnet. Den "Wettbewerb für Flaggschiffprojekte des Gemeinsamen Zukunftskonzeptes" hatten das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) und das polnische Ministerium für Investition und wirtschaftliche Zusammenarbeit (MIiR) ausgerufen.


Logo Flaggschiff

Seit Oktober 2018 geht es im Projekt REVIVAL! um die "Revitalisierung der historischen Städte in Niederschlesien und Sachsen" - so lautet der ausführliche Name des Projektes. Ziel ist es, das kulturelle Erbe in Städten entlang der deutsch-polnischen Grenze zu erhalten und die Innenstädte zu stärken. Dies soll helfen, die Entwicklungschancen von Klein- und Mittelstädten mit historischer Bausubstanz besser zu nutzen.

Die Städte im Grenzgebiet weisen in vielerlei Hinsicht ähnliche Potenziale und Herausforderungen auf. Das betrifft ihre historische Entwicklung, die Stadtstruktur, die demografische und sozioökonomische Entwicklung, baukulturelle und touristische Potenziale, aber auch ihre wirtschaftliche Strukturschwäche und den drohenden funktionalen Verlust. Das Projekt unterstützt die Städte dabei, ihre Attraktivität wieder zu steigern, und leistet so auch einen Beitrag zu einer nachhaltigen Raumentwicklung.

Die Fördermittel für REVIVAL! kommen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des EU-Kooperationsprogramms INTERREG Polen - Sachsen 2014-2020. Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) koordiniert das Projekt von seinem in Görlitz ansässigen Interdisziplinären Zentrum für ökologischen und revitalisierenden Stadtumbau (IZS) aus. Beteiligte wissenschaftliche Partner sind das Internationale Hochschulinstitut (IHI) Zittau und das Institut für Territoriale Entwicklung (Instytut Rozwoju Terytorialnego – IRT) in Wrocław. Als Praxispartner gehören vier deutsche und sechs polnische Städte zum Verbund. Auf deutscher Seite sind das die Städte Bautzen, Görlitz, Reichenbach und Zittau, auf polnischer Seite die Städte Bolesławiec, Gryfów Śląski, Kamienna Góra, Lubawka, Lubomierz und Żary.

Alle Städte planen im Projektzeitraum bis September 2020 verschiedene Maßnahmen, mit denen sie ihre Innenstädte individuell und auf die Gegebenheiten vor Ort abgestimmt wiederbeleben und für die Bevölkerung und den örtlichen Handel erschließen. Gemeinsam organisieren die Projektpartner darüber hinaus verschiedene Aktionstage und eine Wanderausstellung.

Schwerpunkt der wissenschaftlichen Projektarbeit ist eine Studie zur Lebensqualität in kleineren und mittleren Städten strukturschwacher Regionen. Sie wird als Grundlage für zehn kommunale Strategien der Partnerstädte sowie eine Gesamtstrategie für eine nachhaltige Entwicklung des Projektgebietes dienen. Eine deutsch-polnische Herbstschule für Studierende wird den Projektpartnern frische Ideen liefern.

Die Art und Weise, wie sich das Projekt REVIVAL! mit einer wichtigen raumwirksamen Problemlage beschäftigt und nach Lösungswegen sucht, um die Situation zu verbessern, hat auch die Jury im Flaggschiff-Wettbewerb von BMI und MIiR überzeugt. REVIVAL! ist eines von fünf prämierten Projekten, beworben hatten sich 35. Die Auszeichnung der Preisträger erfolgt am 5. Juni 2019 im Polnischen Institut Berlin.

Das Projekt wird im Rahmen des Kooperationsprogramms INTERREG Polen-Sachsen 2014-2020 durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert. Die Projektlaufzeit ist von Oktober 2018 bis September 2020.

Weitere Informationen zum Projekt

Weitere Informationen zum Wettbewerb

Kontakt im IÖR
Prof. Dr. Robert Knippschild (Projektleiter), Telefon: +49 (0) 3581 7924791, E-Mail
Eva Battis-Schinker, Telefon: +49 (0) 3581 7924793, E-Mail
Steve Naumann, Telefon: +49 (0) 3581 7924793, E-Mail

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Foto 1: Eva-Battis Schinker und Robert Knippschild (2.v.re.) bei der Preisverleihung.
Foto 2: Zuvor gab es für die Ausgezeichneten Gelegenheit, sich bei einer Podiumsdiskussion zur weiteren Entwicklung der Projekte und zu ihrem Beitrag zur Entwicklung des deutsch-polnischen Verflechtungsraums auszutauschen. (Fotograf: Matthias Lindner ©BBSR)