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24.05.2019

IÖR begleitet Transformation in der Lausitz

Was kommt nach der Braunkohle? In der Lausitz stellen sich mit der angestrebten Energiewende viele Fragen. Das IÖR unterstützt die Region bei der Suche nach tragfähigen Wegen hin zu nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsformen. Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).


Schaufelrad eines Baggers in sandiger Umgebung

Was kommt nach der Kohle im Lausitzer Revier? (Foto: H. Hensel/IÖR-Media)

Mit dem absehbaren Ausstieg aus der Braunkohleförderung und -verstromung steht die Lausitz zum wiederholten Mal vor der Herausforderung, einen tiefgreifenden sozio-ökonomischen, ökologischen und kulturellen Strukturwandel zu vollziehen. Dieser Einschnitt birgt auch Chancen für die Region. Mit der umfassenden Transformation hin zu nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsformen könnte sie sich für die Zukunft ganz neu aufstellen.

In dem vom BMBF geförderten Projekt "Wissenschaftliche Unterstützung und Begleitung der Transformation in der Lausitz" untersucht das IÖR gemeinsam mit dem Kooperationspartner Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS), wie der Strukturwandel in der Kohleregion gelingen kann. Dabei unterstützt das IÖR den Veränderungsprozess, indem es wissenschaftliche Expertise sowie Erfahrungen aus anderen Regionen in die Entscheidungsprozesse vor Ort einspeist. Das IÖR greift dafür auf langjährige Erfahrungen in der Erforschung von Transformationsprozessen in Städten sowie Bergbau- und Industrieregionen zurück. "Die Lausitz hat schon gezeigt, dass sie Strukturwandel erfolgreich bewältigen kann. Bei Umwelt- und Bergbaufolgesanierungen gelang das beispielhaft", sagt Professor Robert Knippschild, Projektleiter im IÖR. Der Kohleausstieg müsse nun als Chance genutzt werden, den bereits 1990 begonnenen Transformationsprozess fortzuführen und die wirtschaftlichen Grundlagen sowie die Lebensqualität in der Lausitz weiter zu verbessern.

Experimente vor Ort und Blick über den Tellerrand

Um den Prozess zu unterstützen folgt das IÖR einem dreistufigen Arbeitsprogramm. "Wir erfassen zunächst, welche lokalen und regionalen Innovationen, Ideen und Strategien es zur zukunftsfähigen Entwicklung der Lausitz bereits gibt", erläutert Robert Knippschild. Im zweiten Schritt werde geprüft, wie sich die vorhandenen Potenziale ausbauen und ergänzen lassen. Dabei setzt das Projektteam auch auf das Ausprobieren neuer Ideen. "Mit den Menschen vor Ort wollen wir räumlich und thematisch begrenzt neue Wege beschreiten und so testen, welche Strategien und Maßnahmen besonders gut geeignet sein könnten für die Entwicklung der Lausitz", erläutert Knippschild. Auch externe Fachleute werden in diesem Arbeitsschritt eingebunden. Sie weiten den Blick über den Tellerrand und bringen nationale und internationale Erfahrungen mit Strukturwandelprozessen und regionalen Entwicklungskonzepten in das Projekt ein. Parallel zu diesem Forschungsprozess erfolgt Arbeitsschritt Nummer drei: Die gewonnenen Erkenntnisse sollen zügig politischen Entscheidungsgremien zur Verfügung stehen - auf Bundes- und Länderebene ebenso wie auf kommunaler.

Ein wichtiger Partner vor Ort ist unter anderen die Zukunftswerkstatt Lausitz, die vom Bund und den Ländern Brandenburg und Sachsen getragen wird. Unter Mitwirkung der Lausitzer Bevölkerung hat die Zukunftswerkstatt Lausitz das Ziel, ein Leitbild für die Region zu entwickeln. Es soll Antworten auf die Frage geben: "Wer sind wir und wie wollen wir zukünftig in der Lausitz leben?" Auch diesen Leitbild-Prozess wird das Projektteam unterstützen. Das Projekt wird maßgeblich im Interdisziplinären Zentrum für ökologischen und revitalisierenden Stadtumbau (IZS) bearbeitet, das das IÖR gemeinsam mit der Technischen Universität Dresden/Internationales Hochschulinstitut (IHI) Zittau in Görlitz betreibt.

Weitere Informationen auf der Internetseite des IZS

Kontakt im IÖR/IZS
Prof. Dr. Robert Knippschild (Projektleiter), Telefon: +49 (0) 3581 7924791, E-Mail 
Dr. Sebastian Heer, Telefon: +49 (0) 3581 7924795, E-Mail
Dr. Antje Matern, Telefon: +49 (0) 3581 7924795, E-Mail