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15.04.2019

Workshop zur Umweltplanung in osteuropäischen Ländern bestätigt hohe Wirksamkeit deutscher Beratungsprojekte

Durch eine stringente Beratung zur Umweltplanung kann - trotz bestehender politischer Spannungen - ein wirksamer Beitrag zum Schutz von Natur, Landschaft und Ökosystemleistungen in den Staaten Osteuropas geleistet werden. Dies ist das Ergebnis einer Tagung im Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in Dresden.


Podiumsdiskussion (Foto: A. Pohl/IÖR-Media)

Etwa 40 Experten aus Deutschland, Russland, der Ukraine und Armenien haben Anfang April Ergebnisse bilateraler Projekte diskutiert, die in den vergangenen Jahren im Rahmen der Beratungshilfe des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit durchgeführt wurden. Dabei wurden Instrumente wie Landschaftsplanung, Meeresraumplanung und die Strategische Umweltprüfung erprobt. Die Wirkungen sind vielfältig, wie z. B. die Verlegung einer Pipelinetrasse aus dem Baikal-Wassereinzugsgebiet auf Grundlage des Baikal-Zonierungskonzepts. Die Ukraine wurde bei einer Rechtsinitiative zur Einführung der "Strategischen Umweltprüfung" - einer Prüfung der Umweltauswirkungen bestimmter Pläne und Programme – unterstützt. Parallel dazu wurden die Lehrpläne für Planer an ukrainischen Universitäten an die Anforderungen angepasst. Russland hat mit deutscher Unterstützung eine beispielhafte Meeresraumplanung für den Finnischen Meerbusen erstellt, um seinen internationalen Verpflichtungen als Ostsee-Anrainerstaat im Rahmen des Helsinki-Abkommens zum Schutz der Meeresumwelt im Ostseeraum und der VASAB-Initiative zur räumlichen Planung und Entwicklung des Ostseeraums gerecht zu werden. In einem anderen Projekt wurden bzw. werden die Ökosysteme Russlands systematisch hinsichtlich ihrer Leistungen für den Menschen bewertet.

Ziel der Tagung war es, die Projekte zu vernetzen, Synergien zu identifizieren und Perspektiven für die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den Ländern Osteuropas auf dem Gebiet der Umweltplanung zu erörtern. "Globale Umweltziele können ohne Länder wie Russland, die Ukraine und die Kaukasusstaaten und deren Territorialplanungsmodelle nicht umgesetzt werden", sagt Prof. Dr. Wolfgang Wende, Leiter des Forschungsbereichs Wandel und Management von Landschaften im IÖR. "Deshalb müssen die Fachleute aus diesen Ländern auch dann zusammenarbeiten, wenn es politische Spannungen gibt."

Die Tagung fand im Rahmen des Projektes "Ökologische Planung und Raumentwicklung in den Staaten Osteuropas" statt. Es wird vom Bundesumweltministerium mit Mitteln des Beratungshilfeprogramms für den Umweltschutz in den Staaten Mittel- und Osteuropas, des Kaukasus und Zentralasiens sowie weiteren an die Europäische Union angrenzenden Staaten finanziert und vom Bundesamt für Naturschutz und dem Umweltbundesamt fachlich begleitet.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Wolfgang Wende, w.wende[im]ioer.de
Dr. Peter Wirth, p.wirth[im]ioer.de

Weitere Informationen zum Projekt

Gruppenfoto der Teilnehmer/-innen von TaRU, Foto A. Heller

Etwa 40 Experten aus Deutschland, Russland, der Ukraine und Armenien haben Ergebnisse bilateraler Projekte diskutiert. (Foto: A. Heller/IÖR-Media)