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19.12.2018

Auf dem Weg zu praxistauglicher Starkregenvorsorge

Im Projekt RAINMAN setzt das IÖR auf den unmittelbaren Austausch mit der kommunalen Praxis. Nur so lassen sich Instrumente zur Risikovorsorge im Falle von Starkregenereignissen entwickeln, die auch gut anwendbar sind im Alltag von Städten und Gemeinden. Beim ersten Praxis-Workshop standen die Ereignisdokumentation und Gefahren-Karten im Mittelpunkt.


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Insgesamt vier Praxis-Workshops wird das IÖR im Projekt RAINMAN veranstalten, jeden in einem anderen der sechs beteiligten Projektländer. Ziel dieser direkten Zusammenarbeit mit der Praxis ist es, kommunale Verantwortliche aus den Pilotgebieten, aber auch andere Interessierte frühzeitig in den Entwicklungsprozess einzubeziehen. Nur so können die Projektpartner am Ende auch Instrumente für das Management von Starkregenrisiken bereitstellen, die den Anforderungen der künftigen Nutzer entsprechen.

Beim ersten Workshop im Herbst in Dresden stellte das Projekt-Team des IÖR zunächst ein datenbank-basiertes Instrument vor, mit dem sich vergangene Starkregen-Ereignisse und entstandene Schäden dokumentieren lassen. In dem Dokumentationstool sollen Kommunen künftig verschiedene Daten erfassen können, zum Beispiel Fotos, Videos und andere Hinweise darauf, welchen Weg das Wasser nach einem Starkregenereignis genommen hat. Eine solche gründliche Ereignisdokumentation kann helfen, wiederkehrende Strömungsmuster zu erkennen und in der Folge auch besonders gefährdete Bereiche zu identifizieren.

Bei den Workshop-Teilnehmern kam das Instrument gut an, sie hatten aber auch einige Hinweise für die weitere Entwicklung. Da in vielen, gerade kleineren Kommunen die Erfassung von Schäden nach Starkregen schon heute häufig am fehlenden Personal scheitert, plädieren die Praxisvertreter dafür, das Instrument so zu gestalten, dass sich die mehrfache Erfassung ähnlicher Daten vermeiden lässt. Zudem sollte die Erfassung der Daten bundesweit einheitlich erfolgen, so der Wunsch der Kommunalvertreter. Um dies sicherzustellen, müssten einheitliche Vorgaben für die zu erhebenden Daten zentral festgelegt werden. Auch für die konsistente Erfassung jener Spuren, die den Abfluss des Oberflächenwassers anzeigen, brauche es einen Leitfaden, für die Interpretation der erhobenen Daten einheitliche Leitlinien.

Neben dem Dokumentationsinstrument präsentierte das Projekt-Team des IÖR außerdem verschiedene Karten-Layouts für Gefahrenkarten. Auch diese wurden rege diskutiert. Deutlich wurde unter anderem, dass die Anforderungen an den Inhalt und den Detaillierungsgrad solcher Gefahren- und Risikokarten stark davon abhängen, für welchen Zweck sie verwendet werden sollen. Die Partner im Projekt RAINMAN greifen diese Hinweise auf, sie werden im weiteren Projektverlauf verschiedene Layout-Spezifikationen und ebenso Erläuterungen erarbeiten, damit auch Laien, die Informationen von Gefahren- und Risikokarten besser interpretieren und verstehen können.

Deutlich wurde bei diesem ersten Workshop, dass das Interesse der kommunalen Praxis am Thema Starkregenrisikovorsorge sehr groß ist. Die Diskussionen lieferten den Projektpartnern von RAINMAN wichtige Impulse für die weitere Methodenentwicklung. Der zweite RAINMAN-Praxis-Workshop findet 2019 zur Halbzeit-Konferenz des Projektes in Tiszakécske/Ungarn statt. Im Fokus werden methodische Ansätze stehen, die dann in Sachsen und Ungarn bereits in einer Pilotphase getestet werden. Diskutiert wird ihre Anwendbarkeit im Kontext verschiedener Rahmenbedingungen.

Teilnehmer/-innen um einen Tische stehend und auf Karten blickend, in der Mitte eine Person, die dazu spricht

Foto:

Dr. Axel Sauer vom IÖR (hinten) erläutert beim Praxis-Workshop, wie sich die Gefahren von Starkregen in Karten darstellen lassen. (Foto: S. Scharfe/SMUL)

 

Hintergrund
Im Projekt RAINMAN entwickeln die Partner innovative Methoden und Werkzeuge für ein integriertes Starkregenrisikomanagement in Mitteleuropa und testen diese Instrumente in verschiedenen Pilotregionen. Ziel ist es, die Schäden durch Starkregenereignisse im urbanen und ländlichen Raum durch ein verbessertes Risikomanagement zu reduzieren. Mithilfe der RAINMAN-Toolbox sollen lokalen und regionalen Akteuren Werkzeuge zur Unterstützung und Anleitung an die Hand gegeben werden. Das Projekt wird durch das Interreg CENTRAL EUROPE Programm der Europäischen Union gefördert.

Weitere Informationen auf der Internetseite des Projektes 

Kontakt im IÖR:
Dr. Regine Ortlepp, Telefon: (0351) 46 79-246, E-Mail: R.Ortlepp[im]ioer.de
Dr. Axel Sauer, Telefon: (0351) 46 79-239, A.Sauer[im]ioer.de
Lisa Körte, Telefon: (0351) 46 79-292, L.Koerte[im]ioer.de