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24.07.2017

Droht Ostdeutschland eine neue Leerstandswelle?

Mit der Entwicklung des sächsischen und des ostdeutschen Wohnungsmarktes befassen sich zwei aktuelle Studien, die das IÖR in Zusammenarbeit mit Partnern erstellt hat. Gemeinsam mit der Sächsischen Aufbaubank – Förderbank – (SAB) hat das IÖR das „Wohnungsbaumonitoring 2016/2017“ erarbeitet. Für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ist gemeinsam mit der TU Dresden und dem Hauptauftragnehmer ifo Dresden das Gutachten „Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf den ostdeutschen Wohnungsmarkt“ entstanden.


Blick auf die Dächer und Giebel einer Kleinstadt in einem Talkessel.

Vor allem im ländlichen Raum droht Leerstand. (Foto: S. Stutzriemer/IÖR)

SAB-Wohnungsbaumonitoring 2016/2017

Der Blick nach Sachsen macht deutlich: Die Wohnungsmärkte hier entwickeln sich sehr heterogen, zum Teil sogar gegenläufig. Die meisten ländlichen Regionen Sachsens müssen weiter mit einem steigenden Wohnungsleerstand rechnen, denn noch immer ziehen viele Menschen aus diesen Gebieten fort und die Bevölkerung altert. Sächsische Metropolen wie Dresden oder Leipzig hingegen wachsen kontinuierlich weiter. Die steigende Nachfrage nach Wohnraum hat dort in vielen Lagen zu einem deutlichen Rückgang der Leerstände geführt. Obwohl in beiden Städten stetig neue Wohnungen entstehen, kann dieser Neubau den wachsenden Bedarf noch nicht ausgleichen. Das spüren viele Menschen, denn die Mieten und Immobilienpreise steigen.

Weitere Informationen und Download des vollständigen Berichtes

Kontakt im IÖR:
Daniel Eichhorn, Telefon: (0351) 46 79-267, E-Mail: D.Eichhorn[im]ioer.de

 

Gutachten zu den Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf den ostdeutschen Wohnungsmarkt

Der Wohnungsleerstand in den ostdeutschen Bundesländern wird sich bis zum Jahr 2030 nahezu verdoppeln. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Das IÖR hat es gemeinsam mit der Dresdner Niederlassung des Ifo Instituts – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V. und der Professur für Sozial- und Gesundheitsbauten der Technischen Universität Dresden erarbeitet. Im Mittelpunkt der Untersuchungen stand die Frage, in welchem Umfang der ostdeutsche Wohnungsmarkt auf eine kleiner und älter werdende Gesellschaft eingestellt ist. Das Ergebnis ist alarmierend: Stehen in den ostdeutschen Bundesländern heute rund 610.000 Wohneinheiten leer, wird sich die Zahl laut Studie bis zum Jahr 2030 fast verdoppeln und auf 1,2 Millionen Wohneinheiten ansteigen. Eine Ausnahme in das andere Extrem wird für Berlin prognostiziert. Hier muss sich die Bautätigkeit bis 2030 mehr als verdoppeln, wenn ein ausgeglichener Wohnungsmarkt erreicht werden soll. Was Berlin im Verhältnis zu den ostdeutschen Ländern unterscheidet, das findet sich in den Ländern zwischen Großstädten und den Kreisen. Wie schon der SAB-Wohnungsbaumonitoring-Bericht für Sachsen stellt die Studie für das BMWi auch für ganz Ostdeutschland deutliche Unterschiede zwischen ländlichen, peripheren Regionen und urbanen Ballungsräumen heraus. Mit Blick auf die demografische Entwicklung der Bevölkerung wird eine weitere Herausforderung deutlich, mit der es die ostdeutschen Bundesländer zu tun haben: Nach Auffassung des Projektteams herrscht in Ostdeutschland im Vergleich zu den westdeutschen Bundesländern eine erheblich schlechtere Versorgung mit altersgerechtem Wohnraum. Die Gegebenheiten auf dem Wohnungsmarkt machen es wenig wahrscheinlich, dass sich daran in den kommenden Jahren viel ändern wird. Ein altersgerechter Umbau sei angesichts des geringen Mietniveaus im Osten und der hohen Kosten derzeit wirtschaftlich kaum darstellbar.

Die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, Iris Gleicke, nahm die Studie zum Anlass, um vor einer neuen Leerstandswelle zu warnen, die auf den ostdeutschen Wohnungsmarkt zukomme.

Pressemitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie

Weitere Informationen und Download des vollständigen Abschlussberichtes 

Kontakt im IÖR:
Daniel Kretzschmar, Telefon: (0351) 46 79-237, E-Mail: D.Kretzschmar[im]ioer.de