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25.11.2015

IÖR, TU Dresden und Universität Nagoya vereinbaren strategische Zusammenarbeit

Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR), die Technische Universität Dresden (TUD) und die Universität Nagoya in Japan wollen in der Zukunft noch stärker zusammenarbeiten. Mitte November haben Vertreter der Einrichtungen dazu ein „Memorandum of Understanding“ unterzeichnet und bei einem Arbeitstreffen weitere Schritte vereinbart.


Professor Bernhard Müller (rechts), Direktor des IÖR, und Professor Hiroyuki Shimizu von der Universität Nagoya schütteln sich die Hände. Foto: IÖR/Heike Hensel

Am 20. November besiegelten Professor Bernhard Müller (re.), Direktor des IÖR, und Professor Hiroyuki Shimizu von der Universität Nagoya die weitere enge Zusammenarbeit. (Foto: IÖR/Heike Hensel)

Bereits seit 2010 bestehen Kontakte zwischen dem IÖR, dem Lehrstuhl Raumentwicklung der TUD und der Graduate School of Environmental Studies an der Universität Nagoya. Deutsche und japanische Wissenschaftler waren zu Besuch im jeweils anderen Land. Gemeinsame Workshops und Konferenzen behandelten Themen der nachhaltigen Stadt- und Regionalentwicklung. So veranstalteten die Partner bei den German Science Days 2013 in Kyoto einen gemeinsamen Workshop zu Fragen der nachhaltigen Stadtentwicklung in Zeiten des Klimawandels und demografischer Veränderungen. Im vergangenen Jahr wurde außerdem die Dresden–Nagoya Lecture Series begründet und die erste Lehrveranstaltung der Reihe per Videokonferenz durchgeführt.

Die intensive Kooperation der Partner wurde nun schriftlich fixiert und so die weitere strategische Zusammenarbeit vereinbart. Ein entsprechendes „Memorandum of Understanding“ hat Professor Bernhard Müller, Direktor des IÖR und Inhaber des Lehrstuhls für Raumentwicklung an der Technischen Universität Dresden, am 20. November in Dresden unterzeichnet. Zuvor hatte Hiroshi Kanzawa, Dekan der Graduate School of Environmental Studies der Universität Nagoya, die Intensivierung der Zusammenarbeit in Japan mit seiner Unterschrift besiegelt.

Die bisherige Kooperation soll nun um gemeinsame Forschungsprojekte ergänzt werden. Bei einem Arbeitstreffen wurden erste mögliche Themen identifiziert. „Sowohl Japan als auch Deutschland haben große Erfahrungen beim Aufbau von Resilienz in Städten und Stadtregionen, also beim Umgang mit Veränderungen“, erläutert Professor Bernhard Müller. „Wir wollen nun gemeinsame Forschungen in diesem Bereich weiter vorantreiben.“

Bisher hat die Wissenschaft vor allem die Resilienz gegenüber plötzlichen Schock wie Umwelt- und Naturkatastrophen in den Blick genommen. Aber auch an schleichende Veränderungen, sogenannte slow burns, wie den demografischen Wandel oder den Verlust der biologischen Vielfalt müssen sich Städte und Regionen anpassen. Diese Herausforderungen sollen künftig Thema der gemeinsamen Forschung von IÖR, TU Dresden und der Universität Nagoya sein.

Schon jetzt arbeiten die Partner in einem Projekt zusammen, das eine international relevante Frage in den Blick nimmt. Im Projekt „Einfamilienhausbestände in der Krise?“ untersuchen sie, welchen Einfluss demografische Entwicklungen auf das Einfamilienhaus als Wohnideal haben. Wichtig bleibt auch weiterhin die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die nächste Lehrveranstaltung der Dresden–Nagoya Lecture Series findet am 1. Dezember per Videokonferenz statt. Für 2016 ist außerdem eine gemeinsame Sommerschule in Planung.

Ansprechpartner im IÖR:
Dr. Andreas Otto, Telefon: (0351) 46 79-278, E-Mail: A.Otto[im]ioer.de