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04.11.2015

Strategien für Chinas Bergbauregionen – Wissenschaftler ermitteln Forschungsbedarf

Wie lässt sich der Umgang mit den Folgen des Bergbaus in China frühzeitig planen? – Dieser Frage soll künftig ein deutsch-chinesisches Forschungsprojekt nachgehen. Mögliche Inhalte hat ein internationales Forscher-Team, darunter federführend Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR), bei einem Symposium in China erarbeitet.


Der Bergbau in China verursacht folgenschwere Eingriffe in Natur, Landschaft und Umwelt. Die Bewältigung dieser Eingriffe zählt neben der Luftverschmutzung in ganz China zu einer der drängendsten Herausforderungen. Wichtig sind deshalb nicht nur Strategien, wie sich Eingriffe vermeiden lassen oder die biologische Vielfalt durch Ausgleichsmaßnahmen an anderer Stelle gefördert werden kann.

Eine große Rolle spielen ebenso Konzepte für die Zeit nach dem Ende bergbaulicher Eingriffe. Wichtig ist es, schon vor der Genehmigung bzw. Erschließung von Bergbauflächen und -anlagen entsprechende Maßnahmen zu planen. Auch die Frage, wie Ökosystemdienstleistungen in Bergbauregionen künftig zu bewerten sind, spielt dabei eine große Rolle. Das ist das Ergebnis eines fachlichen Austausches von Wissenschaftlern aus China, Deutschland, Südafrika, Schweden und Österreich. Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der National Natural Science Foundation of China (NSFC) berieten sie Mitte Oktober bei einem Chinesisch-Deutschen Symposium an der Chinese University of Mining and Technology (CUMT) in Xuzhou zur Forschungsagenda ein künftiges gemeinsames Projekt.

Das IÖR forscht seit vielen Jahren zum Umgang mit Post-Industrielandschaften. Gemeinsam mit den Partnern von der CUMT ist nun ein Projekt geplant, das von der DFG und der NSFC gefördert wird. Das Symposium diente dazu, den Forschungsbedarf in China und Deutschland zu bestimmen. Ein wichtiges Thema wird es sein, Methoden zur Bewertung ökologischer Folgenutzungen zu entwickeln. Mit Hilfe einer solchen Methodik soll bestimmt werden, inwieweit Folgekonzepte wie der Anbau nachwachsender Rohstoffe oder die Entwicklung von Naturschutz-, Tourismus- oder urbanen Zonen in der Lage sind, einen ökologischen Ausgleich zu schaffen.








Auf einer Exkursion zum Chinesisch-Deutschen Forum erläutert Prof. Chang (re.) Ansätze einer ökologisch orientierten Stadtplanung in Xuzhou. (Foto: Chinese University of Mining and Technology, Xuzhou)