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10.11.2014

Was sind die Leistungen der Natur im Osterzgebirge wert? –
EU-Projekt präsentiert Ergebnisse

Wie lassen sich die Leistungen der Natur erkennen, ihr Wert beziffern und in Entscheidungsprozesse einbeziehen? Diesen Fragen geht das Konzept der Ökosystemdienstleistungen nach. Das Projekt "Mehrwert Natur Osterzgebirge" hat untersucht, wie sich das Konzept auf den deutsch-tschechischen Grenzraum anwenden lässt. Bei einer Abschlusskonferenz am 28. November präsentieren die Projektpartner, das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR), Dresden und die Jan-Evangelista-Purkyne-Universität aus Usti nad Labem/Tschechien, ihre Ergebnisse.


Foto vom Osterzgebirge

Untersuchungsgebiet Osterzgebirge (Foto: Olaf Bastian)

Ohne die Natur und ihre vielfältigen Leistungen kann der Mensch nicht existieren. Sie liefert ihm Nahrung, Holz als Baustoff, sie reguliert das Klima und die Luftqualität und inspiriert Malerei und Dichtkunst. Diese und weitere Ökosystemdienstleistungen stehen noch dazu gratis zur Verfügung. Doch international gibt es Bestrebungen, der Natur und ihren Leistungen einen messbaren Wert zuzuschreiben – und sie dadurch besser zu schützen. Wie dies funktionieren kann, hat das Projekt „Mehrwert Natur Osterzgebirge“ am Beispiel des deutsch-tschechischen Grenzraumes untersucht. Die Ergebnisse präsentieren die Wissenschaftler bei einer Abschlusskonferenz am 28. November im Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung in Dresden.

Das Projektteam aus Wissenschaftlern des IÖR und der Jan-Evangelista-Purkyne-Universität aus Usti nad Labem in Tschechien hat seit Juli 2012 untersucht, wie sich das Konzept der Ökosystemdienstleistungen auf ein länderübergreifendes regionales Beispielgebiet anwenden lässt. Die Wahl fiel auf einen 365 Quadratkilometer großen Ausschnitt des Osterzgebirges. Hier haben die Wissenschaftler verschiedene Lebensräume analysiert.

"Den Wert der Natur und ihrer Leistungen ökonomisch zu beziffern, ist nicht immer einfach. Aber nur so wird deutlich, wie stark der Mensch auf intakte Natur angewiesen ist. Der Ansatz schärft das Bewusstsein dafür, wie wichtig es ist, Naturressourcen davor zu schützen, übermäßig beansprucht oder gar zerstört zu werden. So besteht die Chance, sie dauerhaft für den Menschen zu sichern", erläutert Projektleiter Ralf-Uwe Syrbe vom IÖR.

Für das Osterzgebirge haben die Wissenschaftler fünf charakteristische und besonders wertvolle Ökosysteme ausgemacht: Bergwiesen, Steinrücken, Hochmoore und Moorwälder, naturnahe Bergwälder und Fließgewässer. In einem zweiten Schritt haben sie untersucht, welche Leistungen dieser Lebensräume der Mensch nutzt und wie diese ökonomisch zu bewerten sind.

"Wenn man zum Beispiel den Hochwasserschutz betrachtet, dann lässt sich der Wert eines Waldes, der zur Abflussminderung beiträgt, auf zwei Wegen bemessen. Erspart der Wald den Bau eines Rückhaltebeckens, so entspräche sein Wert den vermiedenen Baukosten für diese technische Lösung. Oder man zieht die Kosten für die Beseitigung von Schäden heran, die durch den natürlichen Hochwasserschutz abgemindert oder ganz verhindert werden", erläutert Ralf-Uwe Syrbe.


Die Veranstaltung im Überblick:
Zeit:
Freitag, 28. November 2014, 10 bis 16.15 Uhr
Ort:
Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (Saal), Weberplatz 1, 01217 Dresden

Anmeldung: Bitte bis 18. November 2014 per E-Mail an: K.Vogel[im]ioer.de

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Weitere Informationen zum ProjektMehrwert Natur Osterzgebirge

Ansprechpartner im IÖR:
Dr. Ralf-Uwe Syrbe, Telefon:(0351) 46 79-219, E-Mail: R.Syrbe[im]ioer.de