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08.09.2014

Vierte Industrielle Revolution und Stadtentwicklung – Projekt der acatech forscht am Beispiel Indien

Mit einem Symposium in New Delhi/Indien ging am 3. und 4. September das Projekt "Advanced Manufacturing und Stadtentwicklung" der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) zu Ende. Der Direktor des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) und acatech-Mitglied, Bernhard Müller, hat das Projekt, an dem auch das IÖR und die TU Dresden beteiligt waren, geleitet.


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Seit Dezember 2013 haben deutsche und indische Wissenschaftler im acatech-Projekt "Advanced Manufacturing und Stadtentwicklung" untersucht, wie sich der Einsatz neuer Technologien auf Produktionsprozesse und Logistik auswirken und welche Konsequenzen dies für die Stadtentwicklung haben kann. "Es ist erstaunlich, dass der Zusammenhang zwischen der so genannten vierten industriellen Revolution, die wir gerade erleben, und der Entwicklung von Städten und Regionen bisher kaum erforscht wurde", sagte Müller zur Eröffnung des Symposiums. Das Pilotprojekt in Indien habe begonnen, diese Lücke zu schließen.

Unter dem Stichwort "Advanced Manufacturing" ging es dabei vor allem um den Einsatz innovativer Informations- und Kommunikationstechnologien, die neue Formen des nachhaltigen Wirtschaftens und der global vernetzten Produktion und Logistik ermöglichen. Auch ökologische und soziale Aspekte spielten in diesem Zusammenhang eine Rolle. Untersucht wurde etwa, welche Möglichkeiten und Grenzen Advanced Manufacturing-Ansätze für den Schutz der Umwelt und bei der Armutsbekämpfung haben. "Advanced Manufacturing Technologien führen zu weniger Materialverbrauch in der Produktion und zu mehr Energieeffizienz", erläutert Müller. Und weiter: "Uns hat auch interessiert, wie der Einsatz neuer Technologien die so genannte ‚urbane Produktion‘ befördern kann". Das Ziel ist es dabei, industrielle Prozesse so schonend zu gestalten, dass Produktionsstätten auch im städtischen Umfeld angesiedelt werden können. "Kurze Wege zwischen Wohn- und Arbeitsort verbessern nicht nur die Lebensqualität der Menschen vor Ort, sondern mindern auch die Schadstoff- und Lärmemissionen, kommen also der Umwelt zu Gute", erläutert Bernhard Müller die positiven Aspekte.

Die im Projekt gewonnen Erkenntnisse gelten nicht nur für das Fallbeispiel Indien, vielmehr sind generelle Handlungsempfehlungen für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit entstanden.

 

Die Teilnehmenden am Symposium von acatech, der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Indian National Academy of Engineering (INAE): Deutsche und indische Wissenschaftler und Experten aus Wirtschaft, Politik und Entwicklungszusammenarbeit. (Foto: INAE)

 

Weitere Informationen auf der Internetseite der acatech

Ansprechpartner im IÖR:

Prof. Dr. Bernhard Müller, Telefon: (0351) 46 79-211, E-Mail: B.Mueller[im]ioer.de