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10.06.2013

Im Alter sicher und unabhängig wohnen – Demografie-Werkstattgespräch klärt Forschungsbedarf

Um künftige Forschung am realen Bedarf auszurichten, veranstaltet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) aktuell deutschlandweit sechs Demografie-Werkstattgespräche. Im "Wissenschaftsjahr 2013 – Die demografische Chance" sind ältere Menschen eingeladen, gemeinsam mit Wissenschaftlern Forschungsfragen von morgen zu identifizieren. Am 4. Juni war das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) gemeinsam mit dem Zentrum Demografischer Wandel (ZDW) der TU Dresden Gastgeber für eines der Werkstattgespräche.


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Reger Austausch zu künftigen Fragen: Beim Demografie-Werkstattgespräch im IÖR kamen die Seniorinnen Eveline Luplow und Franziska Böhm (von rechts) mit Wissenschaftlern ins Gespräch. (Foto: Oliver Killig)

Das Demografie-Werkstattgespräch im IÖR rückte das Thema "Sicher und unabhängig wohnen" in den Mittelpunkt. Wie müssen Wohnungen und Wohnumfeld ausgestattet sein, damit Menschen auch in hohem Alter ein sicheres, selbstbestimmtes Leben führen können? Welche technischen Systeme sind hilfreich, welche neuen Wohnformen denkbar? Wie lässt sich das Miteinander generationenübergreifend organisieren und welche besonderen Herausforderungen bringt das Älterwerden im ländlichen Raum mit sich? Um diese und weitere Fragen rund um das Wohnen im Alter ging es bei der Veranstaltung.

Um herauszufinden, welche der Fragen ältere Menschen ganz besonders bewegen und wo die Wissenschaft dringend Lösungen finden muss, diskutierten zwanzig Senioren aus dem Dresdner Raum mit zehn renommierten Wissenschaftlern, die speziell zu diesen Themen forschen. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) und den Seniorenbeirat der Stadt Dresden.

Das IÖR forscht seit langem zu Fragen des demografischen Wandels und den Folgen für Städte und Regionen. Für die Stadt Dresden entstand eine Studie, die Aufschluss über den Bedarf an alten- und behindertengerechtem Wohnraum gibt. Weitere Forschungsarbeiten setzten sich mit den Wohnansprüchen älterer Menschen auseinander. Als Mitglied der Akademiengruppe Altern in Deutschland entwickelte Professor Bernhard Müller, Direktor des IÖR, außerdem das Konzept einer "alternssensiblen Stadtentwicklung", bei der dem Altern zwar besondere Beachtung geschenkt wird, als Ziel aber eine Stadt für alle Generationen im Mittelpunkt steht.

Die Demografie-Werkstattgespräche sind Teil der Forschungsagenda für den demografischen Wandel "Das Alter hat Zukunft", die das Bundeskabinett im November 2011 beschlossen hat und ordnen sich in die Demografiestrategie der Bundesregierung ein. Ziel ist es, durch Forschung die Entwicklung von neuen Lösungen, Produkten und Dienstleistungen voranzutreiben, die die Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen verbessern. Die Gespräche zu jeweils einem thematischen Schwerpunkt finden an insgesamt sechs Standorten in Deutschland statt. Die Ergebnisse sollen wichtige Impulse für Forschung und Wissenschaft geben und werden in künftigen Fördermaßnahmen Berücksichtigung finden.

Ansprechpartner im Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung:
Prof. Clemens Deilmann, Tel. (0351)4679-251, E-Mail: C.Deilmann[im]ioer.de
Juliane Banse, Tel. (0351)4679-258, E-Mail: J.Banse[im]ioer.de