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22.11.2012

Erneuerbare Energien – Risiko oder Chance für die regionale Entwicklung?

Welche Rolle spielen die erneuerbaren Energien bei der Entwicklung von Regionen? – Experten aus sechs Nationen gingen dieser Frage auf der diesjährigen Netzwerkkonferenz von Spa-ce.net nach. Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) ist eine der tragenden Einrichtungen dieses Netzwerks raumwissenschaftlicher Forschungseinrichtungen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Im ungarischen Kecskemét erörterten Vertreter der Mitgliedseinrichtungen Ende Oktober die länderspezifischen Herausforderungen, aber auch Möglichkeiten beim Ausbau erneuerbarer Energien.


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Der Ausbau erneuerbarer Energien bringt neue Herausforderungen für die Regionalplanung. (Foto: IÖR/Christina Renner)

Bei der Diskussion um den Ausbau erneuerbarer Energien rücken Standorte außerhalb der Metropolen zunehmend in den Fokus. Denn mit der Errichtung von Wind-, Solar- und Wasserkraftanlagen sowie durch den Energiepflanzenanbau oder den Betrieb von Biomasseanlagen gehen hoher Flächenbedarf und konkurrierende Nutzungsansprüche einher. Die Stadt Kecskemét in der Großen Ungarischen Tiefebene, die überwiegend durch ländliche Strukturen geprägt ist, war damit thematisch ein passender Tagungsort. Gastgeber der Konferenz war das "Research Centre for Economic and Regional Studies" der Ungarischen Akademie der Wissenschaften.

Die Thematik der erneuerbaren Energien ist von europaweiter Relevanz, da in allen Staaten Mittel-, Ost- und Südosteuropas von einem steigenden Energiebedarf auszugehen ist. Viele Fragen sind jedoch bisher ungeklärt: Wie kann die Energieversorgung in Regionen sichergestellt werden? Welche Kosten kommen auf Kommunen und Regionen zu? Wie kann und muss der Ausbau geeigneter Stromnetze erfolgen? Der Expertenaustausch hat deutlich gemacht: Soll der Ausbau erneuerbarer Energien eine Erfolgsgeschichte der Regionalplanung werden, muss sich das klassische Arbeitsfeld des Planers wandeln. Es reicht künftig nicht mehr aus, geeignete Standorte zu lokalisieren und festzulegen. Es gilt, den länderübergreifenden Wissenstransfer weiter zu vertiefen und die neuen Arbeitsfelder der Planung im Bereich der erneuerbaren Energien zu identifizieren und zu diskutieren.

Weitere Informationen zur Konferenz und Spa-ce.net

Ansprechpartner im Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung:
Andreas Ortner, Tel.: +49 351 46 79 261, E-Mail: A.Ortner[im]ioer.deA.Ortner[im]ioer.de