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20.07.2011

Wie kann die Statistik der Flächennutzung auf neuer Datengrundlage die tatsächliche Entwicklung des Landes beschreiben?

Die Auswertung des Amtlichen Kartographisch-Topographischen Informationssystems (ATKIS) kann zu wesentlich aktuelleren und genaueren Aussagen über die Flächennutzung führen als die derzeit übliche Auswertung von Liegenschaftsbüchern. Wie das funktioniert, zeigte ein Workshop am Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in Dresden.


Da eine nachhaltige Flächenhaushaltspolitik die Neuinanspruchnahme von Flächen durch Siedlung und Verkehr zu reduzieren sucht, sind dringend verlässliche Zahlen des Standes und der Entwicklung nötig. Das wird von Vertretern aus den sächsischen Ministerien für Umwelt und Landwirtschaft sowie Inneres wiederholt betont. Die in den Liegenschaftsbüchern geführten Angaben zu Größe oder dominanter Nutzung von Flurstücken geben den tatsächlichen Stand jedoch häufig nicht genau wieder. Das verwundert kaum, waren die dafür genutzten Daten nie als Grundlage für Flächenstatistik konzipiert. Neue Straßen und renaturierte Tagebauflächen kommen beispielsweise oft erst mit jahrelanger Verzögerung in das Kataster. Zusätzlich wird die Messung der Inanspruchnahme von Flächen durch die derzeitig laufende Umstellung der Datengrundlagen erschwert.

Eignen sich ATKIS-Daten nun besser als Grundlage einer Flächenstatistik? Diese Frage beantwortete ein Expertenworkshop Anfang Juli am Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung. ATKIS beschreibt die Erdoberfläche nicht wie das Kataster hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse, sondern entsprechend ihrer physischen Ausprägung. „Der Nachweis für die prinzipiell Eignung dieser topographischen Daten für Flächenberechnungen wurde inzwischen erbracht, erste Ergebnisse sind im Monitor der Siedlungs- und Freiraumentwicklung einsehbar“, sagte Gotthard Meinel, Forschungsbereichsleiter am IÖR. Dieser Monitor (www.ioer-monitor.de) hat das Ziel, raumbezogene Informationen zur Bewertung der Nachhaltigkeit der Flächenentwicklung in Deutschland mit Hilfe eines Systems von Indikatoren bereitzustellen.

Das IÖR erarbeitet wissenschaftliche Grundlagen für die dauerhafte und umweltgerechte Entwicklung von Städten und Regionen. Sowohl nationale als auch internationale Zusammenhänge spielen dabei eine Rolle. Die Einrichtung beschäftigt rund 130 Mitarbeiter.

Ansprechpartner:

Gotthard Meinel, Tel.: 0351/4679-254, E-Mail: G.Meinel@ioer.de