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07.06.2011

Die amtliche Flächenstatistik muss ergänzt werden: Große Resonanz auf 3. Dresdner Flächennutzungssymposium

Der am Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung Dresden (IÖR) betriebene „Monitor der Siedlungs- und Freiraumentwicklung“ (www.ioer-monitor.de) liefert detailliert Informationen für Länder, Regionen, Kreise und Kommunen über die Flächennutzungsstruktur und den Verbrauch von Flächen in Deutschland. Darin stimmten die 120 Besucher auf dem 3. Dresdner Flächennutzungssymposium im Mai 2011 überein. Das Symposium hat sich zum wichtigsten Treff der Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Industrie zu diesen Problemen entwickelt. Organisiert wird es vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e.V. in Dresden.


Die derzeitige amtliche Flächennutzungsstatistik bildet die Belange des Verbrauchs von Flächen nicht hinreichend genau ab. „So kann ein wichtiges in der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung formuliertes Ziel nicht genügend genau hinsichtlich der Zielerreichung gemessen werden“, sagt Dr. Gotthard Meinel, Forschungsbereichsleiter am Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e.V. Dresden.

Anders als die amtliche Statistik, die auf Grundlage von Liegenschaftsdaten erhoben wird, analysiert der „IÖR-Monitor“ die Situation auf Grundlage der genauesten topographischen Daten Deutschlands. In diesen Daten werden z. B. Straßen und renaturierte Bergbaugebiete wesentlich früher erfasst, als im Liegenschaftskataster. „Das Internetportal bietet hier als Ergänzung der langjährigen Zeitreihen der amtlichen Statistik Zahlen und Fakten“, sagt Dr.  Meinel.

Die Monitor-Daten 2010 zeigen spannende Entwicklungen für Deutschland. In der Gemeinde Schkeuditz beispielsweise - Standort des Flughafens - wird pro-zentual mehr Gemeindefläche für Siedlung und Verkehr genutzt als in jeder anderen Gemeinde Sachsens. Betrug der Anteil der Flächen für Siedlung und Verkehr an der gesamten Gemeindefläche in Schkeuditz 2006 noch 27,6 Prozent, waren es 2010 schon 31,1 Prozent. Das ist Sachsenrekord! Große Unterschiede bei den Anteilen der Siedlungs- und Verkehrsflächen zeigen sich auch im bundesweiten Vergleich: Während es im Kreis Mecklenburg-Strelitz 3,9 Prozent sind, weist die Stadt München 74 Prozent auf.

Die Daten stehen im Internet kostenfrei zur Verfügung. „Diese Angaben geben Entscheidern belastbare Informationen, um die Flächennutzungsentwicklung in ihrem Gebiet besser zu kontrollieren“, sagt Dr. Gotthard Meinel.

Die Bundesregierung hat in ihrer Nachhaltigkeitsinitiative eine Begrenzung des Wachstums von Siedlungs- und Verkehrsflächen gefordert. Das erfordert eine Kontrolle sowohl der überbauten Fläche als auch der Lage neuer Siedlungsflächen, die möglichst nun innerhalb bestehender Siedlungsgebiete entstehen sollten.