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03.06.2010

Bau und Umbau in der Stadt - wie gehen wir damit um?

Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) stellt Fragen des Bauens in der Stadt zur Langen Nacht der Wissenschaften 2010 in den Mittelpunkt


Städte als Lebenswelten und Orte der Identifikation stehen im Mittelpunkt aktueller Debatten. Dabei geht es um Lebensqualität, Geschichtsbewusstsein und Ästhetik. Doch Kosten, Ökologie und Nachhaltigkeit spielen eine immer größere Rolle. Zwei Wissenschaftler des IÖR  beleuchten diese Fragen aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Vor allem knapp vor und nach der Wiedervereinigung zeichnete sich ein Re-konstruktionstrend in Städten ab. Vorzugsweise Baudenkmäler, die der Krieg zerstört hat, wurden mit originaler Bausubstanz aufgebaut ? wie die Frauenkirche. Zweifellos sprechen sich die meisten Menschen für Rekonstruktionen und Repliken aus. "Das ist ernst zunehmendes Anliegen. Dabei drängt sich die Frage auf, welche Bedürfnisse zeitgenössisches Bauen verweigert", sagt Architektin Monika Meyer vom IÖR. Experten lehnen den Nachbau ausgelöschter Gebäude in der Regel ab. Sie verweisen auf den Verlust an Authentizität durch beliebige Bauwiederholungen. Der  Vortrag von Monika Meyer geht der Frage nach, was urbane Identität bedeutet und welche Rolle der symbolhafte Wiederaufbau der Frauenkirche und die Gestaltung des Neumarktes in Dresden hier spielen
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Handfesten Fragen des Stadtumbaus in Zeiten des Bevölkerungsrückgangs in Deutschland geht der Vortrag von Clemens Deilmann nach. Denn eine Stadt stellt auch immer ein gigantisches Materiallager dar. Selten steht im Mittelpunkt öffentlicher Aufmerksamkeit, wie viele  Tonnen Baumaterial  jeder von uns zum Wohnen und Arbeiten "verbraucht". Wie viele Tonnen Bauschutt produziert eine Stadt täglich? Der Vortrag gibt verblüffende Antworten.

Das 1992 gegründete Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (120 Mitarbeiter) erforscht interdisziplinär Grundfragen einer ökologisch ausgerichteten Raumwissenschaft  im nationalen und  internationalen Zusammenhang.

Ort: Hörsaalzentrum, Bergstraße 64, 01069 Dresden
Zeit: 19 Uhr  (M. Meyer)
        20 Uhr (C. Deilmann)

Ansprechpartner :

Dr. Monika Meyer, E-Mail:  M.Meyer[im]ioer.de;
Clemens Deilmann, E-Mail: C.Deilmann[im]ioer.de
Tel. 0351-4679-0