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25.01.2011

Strategische Entwicklung der deutsch-polnischen Grenzregion zum gemeinsamen Nutzen

Im Dezember 2010 fand auf Schloß „Czarne“ in Jelenia Góra (Polen) eine Praxis-Forschungskonferenz mit Wis­senschaftlern, Verwaltungsvertretern, Politikern und an­deren Vertretern des öffentlichen Lebens aus Deutsch­land, Polen und der Tschechischen Republik statt. Die Konferenz begleiteten die sächsischen und niederschlesischen Ver­treter der Regionen in Brüssel.


Die Teilnehmer diskutierten über die Potenziale und Anforderungen der grenzüberschreitenden Entwicklung in zwei themati­schen Gruppen Steigerung der Lebensqualität - gemeinsame Daseinsvorsorge und Steigerung der Umwelt­qualität – gemeinsame Verantwortung und Ressourcennutzung. Als Grundlage der Diskussionen dienten Er­gebnisse der Evaluationsfor­schung und daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen eines trinationalen Teams, geführt vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung in Dresden.

Die Teilnehmer der Arbeitsgruppe Umweltqualität betonten die Notwendigkeit zur Erweiterung der Aufgaben der Arbeitsgruppe zur gemeinsamen Luftüberwachung und der Einrichtung grenzüberschreitender Arbeitsgruppen „Umweltschutz“ und „Klimawandel“ im Rahmen der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa, die ganzheitlich Umweltbelange angehen müssten. Dazu müssen auch Aspekte des Landschaftsbildes und des Hochwasserschutzes gehören. Des Weiteren haben die Experten auf die Notwendigkeit einer Ausweisung von grenzüberschreitenden naturschutzfachlich wertvollen Schutzgebieten sowie der weiteren Sanierung und Neubestimmung ökologisch wertvoller Gebiete hingewiesen. Die Teilnehmer würden gern die Euroregion als Gutachter bei transnatio­nalen Investitionen sowie bei der Koordinierung bestimmter grenzüberschreitender konflikthaltiger Vorhaben sehen.

Die Teilnehmer der Arbeitsgruppe Lebensqualität diskutierten über unterschiedliche Aspekte der gemeinsamen Sicherung der Daseinsvorsorge und grenzüberschreitenden Nutzung der Infrastruktur. So waren es vor allem die Bereiche Kultur, Bildung, Mobilität, Gesundheitswesen und Kommunikation, die angesprochen wurden. Angeregt wurde auch die Prüfung der Möglichkeiten für ein grenzübergreifendes Wohnen. Hierbei berichteten die Teilnehmer über bereits bestehende gute Beispiele z.B. in den Grenzregionen Szczecin-Vorpommern oder Frankreich-Spanien. Darüber hinaus konzentrierte sich die Gruppe auf Benennung der notwendigen Rahmenbedingungen für die Ziel-3-Förderung in der kommenden Periode. Zur Abstimmung eines gemeinsa­men Standpunktes der polnischen, deutschen und tschechischen Teilräume bzgl. dieser Förderung schlugen die Vertreter der Regionen Sachsen und Nie­derschlesien eine gemeinsame Veranstaltung in Brüssel, unter Einbeziehung der tschechischen Seite vor und er­munterten zur weiteren Institutionalisierung der grenzüberschreitenden Zusammenar­beit in der Euroregion sowie der gemeinsamen Werbung für das „Grüne Dreieck“.

Nach dem 20-jährigen Bestehen der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa - der ersten nach der politischen Wende gegründeten Euroregion  sollen Herausforderungen und strategische Ziele neu definiert werden. Während der Konferenz wurden mehrmals Stimmen laut, die sich für mehr Handlungsfähigkeit und Institutionali­sierung der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa ausgesprochen haben. Dieser Wunsch wird offiziell durch die Organisatoren an die Euroregion herangetragen.

Organisatoren: Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung in Dresden

                        Fundacja Kultury Ekologicznej in Jelenia Góra

Ansprechpartner für deutsche Presse:

Frau Prof. Dr. Isolde Roch – i.roch@ioer.de; 0049 351 4679230

Ansprechpartner für polnische Presse:

Jacek Jakubiec – fke.prezes[im]gmail.com, 0048 75 64 95361