IÖR-Texte

Nr. 138

Wohnungsmarkt unter Schrumpfungsbedingungen - Wohnungsleerstand in ostdeutschen Städten

Juliane Banse, Karl-Heinz Effenberger

Viele Städte in Ostdeutschland stehen vor der Aufgabe, ihre Wohnungsbestände einer langfristig sinkenden Wohnungsnachfrage anzupassen. Das bedeutet, dass sich Stadtentwicklung mit den Problemlagen schrumpfender Städte auseinandersetzen muss, die insbesondere durch sinkende Bevölkerungszahlen und eine hohe Zahl leerstehender Wohnungen gekennzeichnet sind. Die Entwicklungsdynamik dieser Wohnungsleerstände war Gegenstand der Untersuchungen, in die alle 107 ostdeutschen Groß- und Mittelstädte mit mehr als 20 000 Einwohnern einbezogen wurden. Auf der Grundlage einer Hochrechnung zur Veränderung der Haushaltszahlen in den Städten und unter Berücksichtigung des Wohnungsbestandes konnten typische Verläufe der Leerstandsentwicklung in den ostdeutschen Städten zwischen 1995 und 2000 dargestellt werden.

In der Tendenz wird deutlich, dass die Bevölkerungsverluste teilweise so hoch waren, dass es zwischen 1995 und 2000 in etwa einem Drittel der 107 ostdeutschen Städte zu einem spürbaren Rückgang der Haushaltszahlen gekommen ist. Von 1995 bis 1998 gab es in den Groß- und Mittelstädten eine überdurchschnittliche Zunahme des Wohnungsleerstandes und in den Jahren 1999 und 2000 ist in den meisten Städten die Zahl leer stehender Wohnungen nur noch gering gestiegen. Trotzdem hat sich die Anzahl der Städte mit hohen Leerstandsquoten weiter erhöht. Eine Städtegruppierung in Abhängigkeit vom Ausgangsniveau des Wohnungsleerstandes 1995 und den späteren Entwicklungen macht deutlich, dass sich differenzierte, aber durchaus typische Veränderungen in den Städten vollzogen haben. War die Höhe des Wohnungsleerstandes im Jahr 1995 noch wesentlich beeinflusst vom Anteil der älteren Wohnungen aus den Baujahren vor 1918, so sind für die Veränderungen nach 1995 andere Ursachen zu erkennen, die im Text näher betrachtet werden.

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