Workshop

Deutsch-Ukrainischer Workshop zu Ökosystemleistungen

vom 28. bis 30. September 2015 in Dresden/Deutschland

Foto vom Veranstaltungsraum mit Teilnehmer/-innen
Foto vom Veranstaltungsraum mit Teilnehmer/-innen
Foto vom Veranstaltungsraum mit Teilnehmer/-innen
Gruppenfoto der Teilnehmer/-innen auf der Treppe
Teilnehmer/-innen bei der Exkursion, im Hintergrund Osterzgebirge
Teilnehmer/-innen der Exkursion vor einer Baude

Impressionen Workshop und Exkursion ins Osterzgebirge (Quelle: Ralf-Uwe Syrbe, IÖR)

Zusammenfassung

Programm (PDF-Download in englischer Sprache)
TEEB-Prozess in der Ukraine / TEEB-процес в Україні
(PDF-Download in ukrainischer Sprache)

Das internationale TEEB-Projekt (The Economics of Ecosystems and Biodiversity, TEEB) empfiehlt, den ökonomischen Wert der biologischen Vielfalt systematisch in Entscheidungsprozesse zu integrieren. Alle EU-Mitgliedsstaaten sind in der europäischen Biodiversitätsstrategie aufgefordert, bis 2020 die Ökosysteme und ihre Leistungen auf nationaler Ebene zu erfassen, zu bewerten und die Ergebnisse in die umweltökonomische Gesamtrechnung zu integrieren. Auf regionaler Ebene gilt dies u.a. auch für Biosphärenreservate, denn die UNESCO fordert neuerdings eine Beschreibung der Ökosystemleistungen in diesen Gebieten.

In der Ukraine geht es nach Abschluss der Verhandlungen über eine EU-Assoziation nun um die weitere Ausgestaltung der Zusammenarbeit. Große Herausforderungen bestehen in der Einführung einer staatlichen Strategie für die Umweltpolitik (bis 2020) und im Nationalen Aktionsplan für den Umweltschutz auf den Gebieten Klimaanpassung und Erhaltung der biologischen Vielfalt. Der Aktionsplan sieht auch vor, eine Methodik zur Klassifikation und Bewertung von Ökosystemleistungen (ÖSL) zu erarbeiten. Bis 2020 sollen der Ökosystem-Ansatz in das Landmanagement implementiert und die nationale Umweltgesetzgebung an die europäischen Standards angepasst werden. Ebenfalls bis 2020 sollen ökonomische Instrumente für den Natur- und Landschaftsschutz und für die Ausgestaltung des ökologischen Netzwerkes in allen Eigentumsformen eingeführt werden. Der überwiegende Teil der Agrarflächen ist inzwischen privatisiert worden, während die Wälder in staatlichem Besitz verblieben sind. Der Anteil von Naturschutzgebieten soll bis 2020 auf 15% des Staatsgebietes steigen.

Die skizzierten Hintergründe zeigen, dass sich vielversprechende Anknüpfungspunkte für eine Kooperation zwischen Deutschland und der Ukraine auftun. Deutschland unterstützt die Ukraine seit ihrer Unabhängigkeit in ihrem Bemühen um demokratische und marktwirtschaftliche Transformation und eine Annäherung an europäische Strukturen, insbesondere auch auf dem Gebiet des Natur- und Umweltschutzes. Die Einbindung der Ukraine in den internationalen TEEB- und IPBES-Prozess ist dabei eine dringend zu lösende Aufgabe.

Deutsch-Ukrainischer Workshop zu Ökosystemleistungen

Auf Initiative des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) diskutierten Experten aus beiden Ländern auf einem Treffen vom 28.-30. Sept 2015 am Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in Dresden die Herausforderungen für ein Assessment der Ökosysteme und deren Leistungen auf nationaler Ebene. Ausgehend von aktuellen Tendenzen und Verpflichtungen, z.B. im Rahmen von Action 5 der EU-Biodiversitätsstrategie, und Erfahrungen der Kartierung von ÖSL in Deutschland und den Partnerländern wurde der Stand der Erarbeitung von Grundlagen zum Thema in der Ukraine aus unterschiedlicher Perspektive dargelegt. Auch wenn das Umweltbewusstsein in der Ukraine sehr gut ausgeprägt ist, gute wissenschaftliche Traditionen und ein hohes Expertenwissen vorliegen - worauf aufgebaut werden kann - wurde deutlich, dass das Land hinsichtlich einer systematischen Erfassung der Ökosystemleistungen noch ganz am Anfang steht. Beispielsweise verfügt die Ukraine nicht wie andere Staaten über eine Nationale Biodiversitätsstrategie. Ein anderes Problem ist, dass Terminologie und methodische Ansätze in der Sowjet- und Postsowjetzeit geformt wurden, was nicht immer mit westlich geprägten Konzepten – wie ÖSL – konform läuft. Auch Datengrundlagen sind limitiert, beispielsweise existieren keine CORINE Landcover Daten für die Ukraine.

Der Erfahrungsaustausch trug nicht nur dazu bei, eine erste Bestandsaufnahme im Sinne des TEEB-Prozesses zu realisieren (z.B. Vorbereitung eines Review-Aufsatzes auf Basis der Vorträge), sondern es wurden auch Möglichkeiten und Arbeitsschwerpunkte der künftigen Zusammenarbeit erörtert. Ein erster Schritt kann die Erarbeitung und Vermittlung von Grundlagen zur Implementierung des TEEB-Prozesses in das gesellschaftliche und politische System der Ukraine unter Berücksichtigung von Anforderungen der EU-Biodiversitätsstrategie 2020 sein.

Das in sehr konstruktiver und angenehmer Atmosphäre verlaufende Expertentreffen wurde mit einer Exkursion ins Osterzgebirge abgeschlossen. Dabei standen Aspekte der Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit (Wie vermittelt man Werte der Natur?) auf einer Wanderung mit mobiler Technik auf den Wissenswegen „Mehrwert Natur Osterzgebirge“, im Rahmen eines deutsch-tschechischen Projektes am IÖR erarbeitet, im Mittelpunkt.

Karsten Grunewald und Heinrich Schmauder (Dresden/Bonn, Okt. 2015)

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