European Symposium on Flood Risk Management Research

Durch das "European Symposium on Flood Risk Management Research (EFRM 2007)" stand Dresden vom 6. bis 7. Februar im Mittelpunkt der europäischen und internationalen Hochwasserforschung. An der Veranstaltung nahmen etwa 250 Teilnehmer aus 38 Staaten teil. Das Symposium wurde vom IÖR im Rahmen seines Engagements im Dresdner Hochwasserforschungszentrum (Dresden Flood Research Center, D-FRC) organisiert und in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Europäischen Kommission durchgeführt.

Das Ziel der Konferenz bestand in der Stärkung des Dialogs zwischen den Wissenschaftsgebieten, die sich mit Hochwasserrisikomanagement beschäftigen, sowie in der Diskussion der Verwertbarkeit aktueller Erkenntnisse mit Entscheidungsträgern und Praktikern. Dazu wurden Resultate aus laufenden Forschungsvorhaben vorgestellt, die entweder durch die Europäische Gemeinschaft oder einzelne Mitgliedstaaten gefördert werden. Das Spektrum reichte von der Modellierung extremer Wetter- und Abflussereignissen über die Simulation von Hochschäden bis zur planerischen Strategieentwicklung und Öffentlichkeitsbeteiligung. Ergänzend fand eine Ausstellung von ca. 90 wissenschaftlichen Postern statt.   

Prof. Frieder Meyer-Krahmer, Staatssekretär im BMBF, betonte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung der Hochwasserforschung für die Gesellschaft und begrüßte deshalb die problemorientierte Konzeption der Veranstaltung. Der Standort Dresden nehme durch das Dresdner Hochwasserforschungszentrum eine wichtige Rolle in der Hochwasserforschung ein. In dem Forschungsverbund D-FRC arbeiten Wissenschaftler aus zahlreichen sächsischen Forschungseinrichtungen zusammen. Das IÖR ist Koordinator und in enger Kooperation mit der TU Dresden Triebkraft des D-FRC. Der auf nationaler und europäischer Ebene in der Einwerbung von Forschungsgeldern sehr erfolgreiche Cluster kann als ein herausragendes Beispiel für eine gelungene Kooperation zwischen Leibniz-Einrichtungen, Universitäten und Helmholtz-Gemeinschaft gelten.

Im Verlauf des Symposiums wurde von den Teilnehmern eine "Dresdner Erklärung zur Hochwasserrisikoforschung in Europa" verabschiedet. Sie umfasst folgende Aussagen für das gesellschaftliche Risikomanagement und die weitere Forschung:

  1. Hochwasser bleibt ein ernst zu nehmendes Risiko für Europa, das nur reduziert, nicht aber eliminiert werden kann. Selbst in gut geschützten Gebieten verbleiben Risiken durch Extremereignisse und mögliches Versagen von Schutzeinrichtungen.
  2. Die Teilnehmer des Symposiums drängen darauf, dass bei allen Aktivitäten nach der neuen europäischen Hochwasserrichtlinie eine Bewertung der Auswirkungen des Klimawandels erfolgt. Dies betrifft vor allem auch die erste Runde der vorläufigen Bewertung der Hochwasserrisiken.
  3. Die Schadensanfälligkeit nimmt aufgrund von sozialem und ökonomischem Druck insgesamt kontinuierlich zu. Mittel und Wege zu ihrer Verringerung sind mittlerweile bekannt und sollten genutzt werden.
  4. Es sind Ansätze notwendig, mit denen die Funktionsweise, Wirksamkeit und Effizienz von Maßnahmen und Instrumenten des Risikomanagements vor allem unter den Bedingungen einer sich stark wandelnden und schwerer einschätzbaren Zukunft gesamthaft berücksichtigt werden können.
  5. Hochwasserrisikoforschung sollte sich auf ein verbessertes Verständnis von Hochwasserrisikosystemen mit ihrer Dynamik konzentrieren, um daraus integrative Strategien, Methoden und Technologien für Politik und Praxis des Hochwasserrisikomanagements entwickeln zu können. Wissenschaftler und Praktiker sollten in der Frage zusammenarbeiten, wie wissenschaftliche Erkenntnisse am besten umgesetzt werden.
  6. Ein wirksames Hochwasserrisikomanagement sollte alle Träger öffentlicher Belange und die breite Öffentlichkeit einbeziehen. Bildungs- und Informationsprogramme spielen dabei eine wichtige Rolle.

 

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Kontakt

Jochen Schanze

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