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Abstracts - 3. Dresdner Flächennutzungssymposium 2011

Aktuelle Flächennutzungsentwicklung

Gertrude Penn-Bressel
Umweltbundesamt

Flächennutzungsentwicklung in Deutschland –
Trendanalysen auf Basis der aktuellen amtlichen Flächenstatistik

Auf der Datengrundlage des Statistischen Bundesamtes wird die zeitliche Entwicklung der Flä­­cheninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr im bundesweiten Trend und dif­fe­ren­ziert nach Bundesländern vorgestellt und kommentiert. Während in den Jahren von 2000 bis 2008 im bundesweiten Trend – mit Schwankungen – eine Abnahme der Flächeninan­spruch­nah­­me zu verzeichnen war, ist für das Jahr 2009 bundesweit ein weiterer deutlicher Einbruch zu verzeichnen. Die möglichen Ursachen für diese Entwicklung, aber auch die möglichen Ur­sa­­chen für Abweichungen in einigen Bundesländern von bundesweiten Trends werden dis­ku­tiert. Der aktuelle Sachstand bei der Vorbereitung eines überregionalen Modellversuchs zum Handel mit Flächenzertifikaten wird berichtet.

Flächeninanspruchnahme geht mit dem Verbrauch von Ressourcen einher. Zur Errichtung von Gebäuden und zur Herstellung und Instandhaltung von Infrastrukturen wird ein nicht un­er­­heblicher Materialinput benötigt. Forschungsvorhaben im Auftrag des Umweltbundesamtes haben in den letzten Jahren versucht, die damit verbundenen Materialströme zu quan­ti­fi­zie­ren. Speziell im Hinblick auf Baumineralien werden die Ergebnisse aus zwei Untersuchungen zum Materialbedarf für den Bau und die Unterhaltung der wichtigsten Infrastrukturen (MARESS, Wuppertal Institut) sowie für den Neubau von Gebäuden (Bauabfälle, IÖR) mit den Daten des Statistischen Bundesamtes zum Input von Baumineralien und Bauprodukten in die inländische Volkswirtschaft in Beziehung gesetzt. Es zeigt sich, dass der Materialinput im Zeitverlauf durchaus grob mit dem realisierten Bauvolumen der Gebäuden und den In­vesti­tionen in Verkehrsinfrastrukturen korreliert. Allerdings ist das in den beiden o.g. Studien auf­gespannte Mengengerüst nicht ausreichend, um die immense Entnahme von Bau­mi­ne­ra­lien und deren Verbleib zu erklären. Die Autorin hat versucht, mit einigen Schätzungen zu Sach­verhalten, die bislang nicht berücksichtigt wurden (Bodenaushub für Kellergeschosse, Ma­terialinput in Nebenanlagen) die Lücke zu verkleinern, geschlossen wurde sie nicht. Inso­fern besteht Anlass für weitere Forschung.

Das UBA setzt sich für den Ausbau erneuerbarer Energien ein und hat für die Strom­ver­sor­gung erste Konzepte vorgelegt. Durch den Ausbau erneuerbarer Energien mehren sich je­doch die Flächenkonkurrenzen. Es wird dargestellt, wie flächeneffizient verschiedene Arten der erneuerbaren Energien sind und wie viel Fläche nach heutigem Kenntnisstand für eine 100 %ige erneuerbare Stromproduktion im Jahr 2050 benötigt würde.

Kontaktdaten   
Gertrude Penn-Bressel
Umweltbundesamt
Wörlitzer Platz 1, 06844 Dessau-Roßlau
Telefon: +49-340-2103-2377
Fax: +49-340-2104-2377
E-Mail: gertrude.penn-bressel[im]uba.de
Internet: http://www.umweltbundesamt.de/rup/index.htm

Dr. Tobias Krüger, Ulrich Schumacher, Dr. Gotthard Meinel
Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e.V.

Flächennutzungsbeobachtung in Deutschland –
aktuelle Ergebnisse des IÖR-Monitors

Die amtlichen Datenerhebungen zur Flächenstatistik in Deutschland stehen bundesweit nicht flächendeckend mit derselben Inhaltstiefe zur Verfügung. Hinzu kommt die Tatsache, dass eine Vollerhebung nur alle vier Jahre stattfindet und nur die Siedlungs- und Verkehrsfläche als Schlüsselindikator jährlich ausgewiesen wird. Diese steht aber in der Kritik, weil sie nicht adäquat die Erfordernisse erfüllt, die an ein Flächenmonitoring gerichtet sind, das die tatsächliche Flächeninanspruchnahme durch Siedlungstätigkeit widerspiegelt. Die Mi­nis­ter­kon­ferenz für Raumordnung (MKRO) hat daher empfohlen, diesen Indikator aus­zu­dif­fe­ren­zie­ren.

Mit dem Indikatorkonzept des IÖR-Monitors, das auf dem umfangreichen, nahezu alle Er­schei­nungen auf der Erdoberfläche abbildenden, Objektartenkatalog des ATKIS-Basis-DLM auf­baut, ist es bereits jetzt möglich, Flächenanteile verschiedenster Nutzungsarten zu be­stim­men. ATKIS-Daten werden in allen Bundesländern erfasst und regelmäßig fortgeführt, so dass die beiden wichtigsten Voraussetzung für ein Flächenmonitoring erfüllt sind: Daten­kon­sis­tenz und -aktualität.

Mit dem aktualisierten ATKIS-Datensatz von 2010 wurde eine Vielzahl von Indikatoren für ad­ministrative Gebietsebenen (12223 Gemeinden, 412 Kreise, 16 Länder) und für die 96 Raum­ordnungsregionen berechnet. Damit liegt für diese Gebietsabgrenzungen bereits der dritte Zeitschnitt aller Indikatoren nach 2006 und 2008 vor und es lassen sich erste kleine Zeit­reihen bzgl. einzelner Indikatoren und Gebietseinheiten aufstellen. Da sich ATKIS wegen der in vielen Bundesländern in Angriff genommenen Migration zum AAA-Modell zurzeit in einer Umbruchsphase befindet, ist die Vergleichbarkeit der Zeitschnitte untereinander jedoch noch eingeschränkt. Ein wichtiger Aspekt ist aber auch der Vergleich mit der amtlichen Flä­chen­statistik.

Anhand von Beispielen kann das Potenzial des IÖR-Monitors verdeutlicht werden, was er bei der zukünftig zu erwartenden Stabilisierung der ATKIS-Modellierung nach Abschluss der Mi­gra­tion in allen Bundesländern beim Flächenmonitoring entfalten kann. Des Weiteren werden ein­zelne Indikatoren mit ihren korrespondierenden Werten aus der amtlichen Flächenstatistik ver­glichen.

Kontaktdaten   
Dr. Tobias Krüger
Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V.
Weberplatz 1, 01217 Dresden
Telefon: 0351 / 4679 256
Fax: 0351 / 4679 212
E-Mail: t.krueger @ioer.de
Internet: www.ioer.de

Prof. Dr. Stefan Siedentop
Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung (IREUS), Universität Stuttgart

30-Hektar-Ziel realisiert – führt eine flächensparsame Siedlungsentwicklung zu Knappheiten auf den Bauland- und Immobilienmärkten?

Das 30-ha-Ziel der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, wonach die tägliche Flächen­inan­spruch­nahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke von über 100 ha zu Beginn der 2000er Jah­re auf 30 ha in 2020 reduziert werden soll, hat in Deutschland große Zustimmung wie auch heftige Kritik erfahren. Kritiker befürchten insbesondere, dass eine rigorose Flächen­spar­politik mit negativen sozial- und wachstumspolitischen Implikationen verbunden sein könn­te. In einem vom BMVBS finanzierten Forschungsvorhaben (Distelkamp et al. 2010) soll­ten daher die Wirkungen einer unterstellten Erreichung des 30-ha-Ziels für Deutschland mo­dellgestützt untersucht werden. Verglichen wurden dazu zwei Szenarien zur ge­sell­schaft­li­chen Flächennachfrage unter der Annahme unterschiedlicher ökonomischer und demo­gra­fi­scher Entwicklungen bis 2020 bzw. 2025. Die mit dem Modell PANTA RHEI REGIO in den Sze­narien erzielten Projektionsergebnisse wurden normativ abgeleiteten Flächen­kon­tin­gen­ten gegenübergestellt, die sich aus einer im Rahmen des Forschungsprojektes vorgenom­me­nen regionalisierten Operationalisierung des Flächenziels ergeben. Aus diesem Vergleich wur­den die Dimensionen der erwarteten bundesweiten und regionalen Anpassungs­er­for­der­nis­se für eine Zielerreichung abgeleitet und mögliche Wirkungen regionalisiert abgeschätzt.

Die Ergebnisse des Vorhabens lassen sich wie folgt zusammenfassen: Die Erreichung des 30-ha-Ziels würde unter Annahme positiver wirtschaftlicher Rahmenbedingungen mit einer Ver­knappung von Bauland einhergehen. Betroffen wären vor allem suburbane Regionen in West­deutschland und eingeschränkt auch die westdeutschen Kernstädte. Hier könnte es zu ne­gativen – in ihrer Intensität aber eher moderaten – Entwicklungen der Wohnbautätigkeit so­wie der Boden- und Mietpreise kommen. Dagegen wären ländliche Räume und die meisten ostdeutschen Regionen weniger stark oder gar nicht von einer Zielerreichung be­rührt. Bei geringerem Wirtschaftswachstum würde sich die für Deutschland insgesamt erwar­te­te Baulandverknappung sogar in ein globales Überangebot an Bauland umkehren.

Der unter Bedingungen wirtschaftlichen Wachstums erwarteten Baulandverknappung könnte mit einer nachfragegerechten Allokation von Flächenausweisungsrechten und einer höheren Innenentwicklungsquote wirksam begegnet werden. Das Vorhaben zeigt insgesamt, dass eine Zielerreichung auch ohne negative Wirkungen auf die Wohnungsversorgung oder die wirt­schaftliche Prosperität in Deutschland möglich ist. Offen bleibt jedoch, mit welchen In­stru­men­ten eine geeignete Nachfrageallokation erfolgen kann.

Kontaktdaten   
Prof. Dr. Stefan Siedentop
IREUS, Universität Stuttgart
Pfaffenwaldring 7, 70569 Stuttgart
Telefon: 0711/68566332
Fax: 0711/68566965
E-Mail: stefan.siedentop[im]ireus.uni-stuttgart.de
Internet: http://www.uni-stuttgart.de/ireus/

Flächennutzungsmonitoring

Stefan Fina
Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung (IREUS), Universität Stuttgart

Flächenverbrauch und Landschaftszersiedelung – wo steht Deutschland im internationalen Vergleich?

Der Flächenverbrauch für Siedlungs- und Verkehrsflächen in Deutschland war in den letzten Jah­ren leicht rückläufig. Mit den Zahlen, die diese Tendenz belegen, entbrennt eine neue De­batte über die Zeigerwirkung der zugrunde liegenden Datengrundlagen. Sind die be­ob­acht­baren Trends der Beleg für erfolgreiche Flächenpolitik? Oder sind die Rückgangsraten le­diglich Ausdruck einer leichten Dämpfung, die von Megatrends wie dem demografischen Wan­del und konjunkturellen Schwankungen überlagert und gesteuert werden?

Bei der Einordnung dieser Fragestellungen ist es hilfreich, die in Deutschland beobachtbaren Ten­denzen den internationalen Trends gegenüber zu stellen. Dabei sind nicht nur die reinen Flä­chenverbrauchsraten von Interesse, sondern auch lagebezogene Parameter, die ihren Aus­druck in Indikatoren zur Landschaftszersiedelung finden. Aus datentechnischen Gründen sind die Länder der Europäischen Union die sinnvollste Vergleichsgröße, da hier neben rein sta­tistischen Daten vermehrt auch homogene räumliche Daten zu Landbedeckung, Bo­den­ver­siegelung, Siedlungsdichte, Schutzflächen und Bodenqualität vorliegen. Im vorliegenden Bei­trag werden deshalb aus diesen Datensätzen entwickelte, ausgewählte Kennziffern zur Sied­lungsentwicklung vorgestellt. Neben der landesweiten Auswertung werden re­gio­na­li­sier­te kartographische Aufbereitungen präsentiert, um die Variationen innerhalb der Länder deut­lich zu machen.

Im Ergebnis zeigt sich, dass Deutschland im Jahr 2006 das am fünftstärksten verstädterte und versiegelte Land der Europäischen Union war, die Bevölkerungsdichte liegt im Mittelfeld der EU-Länder. Wie in den meisten westeuropäischen Ländern war auch in Deutschland die Flä­chenverbrauchsrate rückläufig, in den osteuropäischen Ländern war dagegen ein leichter An­stieg zu verzeichnen. Ein direkter Zusammenhang zwischen Flächenverbrauch und Be­völ­ke­rungsentwicklung bzw. Wirtschaftsdynamik ist auf Länderebene nicht nachweisbar. Bei den Verbrauchsraten von ökologisch und land- bzw. forstwirtschaftlich wertvollen Flächen liegt man im Mittelfeld des Ländervergleichs. Dagegen ist Deutschland bei den Indikatoren zur Landschaftszersiedelung in der Gruppe der Spitzenreiter. Die Konzentration von neuen Sied­lungsflächen ist aufgrund der flächendeckenden Zuwächse eher gering. Auch wenn die ein­zelnen Flächen vergleichsweise gut in den Siedlungsbestand integriert werden, führt dies letztlich zu einer stärkeren Fragmentierung des ohnehin schon stark zersiedelten Freiraums.

Kontaktdaten   
Stefan Fina
IREUS, Universität Stuttgart
Pfaffenwaldring 7, 70569 Stuttgart
Telefon: 0711/68566337
Fax: 0711/68566965
E-Mail: stefan.fina[im]ireus.uni-stuttgart.de
Internet: http://www.uni-stuttgart.de/ireus/

Werner Meyer
Bundesamt für Statistik, Neuchâtel/Schweiz

Visualisierung von Ergebnissen der Arealstatistik der Schweiz mit Kriging- und Mischrasterkarten

Die amtliche Statistik der Bodenbedeckung und Bodennutzung, die Arealstatistik der Schweiz, wird nach einer eigenen Methode und auf der Grundlage eines eigenen Nomenkla­tursystems geführt. Die Arealstatistik-Datenstruktur mit 4.1 Millionen Stichprobenpunkten in einem Raster von 100 x 100 Metern hat vor allem bei statistischen Auswertungen offen­sicht­li­che Vorteile. Ab Ende 2013 werden für drei Erhebungen im Abstand von jeweils 12 Jahren, also für zwei vergleichbare Zeitintervalle von Nutzungsänderungen, sehr detaillierte Klassi­fi­ka­tionen flächendeckend für das ganze Land vorliegen. Für die nachfolgend beschriebenen Ana­lysen stehen uns aus der dritten Erhebung allerdings erst 2.6 Millionen Punkte aus dem Westen und Nordosten der Schweiz zur Verfügung (Publikationsstand Dezember 2010). Die Arealstatistik unterscheidet seit der Revision ihrer Nomenklatur in der laufenden Erhe­bung konsequent zwischen Bodenbedeckung und Bodennutzung: Aus diesen lassen sich aber wieder die früher erhobenen und ausgewiesenen Kombinationskategorien ableiten (Stan­dard-Nomenklatur 2004).

In der vorliegenden Analyse konzentrieren wir uns auf den Wandel in Form von Übergangs-Häu­figkeiten zwischen kombinierten Bodenbedeckungs/-nutzungstypen und vergleichen die­sen zwischen den zwei Veränderungsintervallen, demonstriert an Graphen der häufigsten Typen-Übergänge.  Beispielsweise war der Orkan Lothar Ende Dezember 1999 haupt­ver­ant­wort­lich für eine gegenüber dem ersten 12-Jahres-Intervall mehr als doppelt so hohe Über­gangs­wahrscheinlichkeit von geschlossenen zu offenen Waldbeständen. Kartographisch kön­nen solche Veränderungshäufigkeiten anschaulich gemacht werden, indem man diese Wahr­scheinlichkeit der Typenübergänge mit Kriging interpoliert. Das erwünschte Resultat sind relativ einfache, mit einem Blick erfassbare Muster der räumlichen Verteilung der unter­such­ten Phänomene.

Bei der Arealstatistik momentan nicht eingesetzt werden dagegen die im Titel erwähnten Misch­rasterkarten. Deren Zweck ist es, Zensus-Daten statistisch zuverlässig darzustellen, unab­hängig von regional stark variierenden Bevölkerungsdichten. Das kann man durch Raster erreichen, die sich der Bevölkerungsdichte (automatisch) anpassen. Eine solche Karte besteht also aus einer Mischung von Rasterzellen unterschiedlicher Grösse, wenn sie sich über Ballungsräume, flaches Land und Gebirge erstreckt. Gibt man pro Zelle eine Min­dest­einwohnerzahl vor, die beispielsweise aufgrund von Datenschutznormen festgelegt wird, kann man auch Anforderungen erfüllen, die eine bestimmte Anzahl von Infor­ma­tionen pro Raster­zelle erfordern, ohne Zellen oder Informationen verstecken zu müssen. Da die Areal­sta­tistik in der Schweiz eine homogene Stichprobendichte aufweist, führt eine für die gesamte Landesfläche identische Aggregation zu gleich grossen Rasterzellen im All­ge­mei­nen zu einer guten regionalen Repräsentativität. Der Einsatz unterschiedlich grosser Raster­zel­len für die Darstellung der Resultate könnte in einem solchen Fall jedoch zur Sicher­stel­lung einer definierten, minimalen Signifikanz der dargestellten Informationen jeder Raster­zelle in Betracht gezogen werden.

Kontaktdaten   
Werner Meyer
Bundesamt für Statistik BFS
Sektion Geoinformation GEO
Espace de l'Europe 10, CH-2010 Neuchâtel 
Telefon: +41 32 713 61 95   
Fax: Bitte Email benutzen   
E-Mail: Werner.Meyer[im]bfs.admin.ch
Internet: http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/02/03.html

Hans-Peter Hege
Verband Region Rhein-Neckar

Raumbeobachtung und Flächenmonitoring in der Metropolregion Rhein-Neckar

Ausgangsüberlegung für die Entwicklung des RaumBeobachtungsSystems (RBS) Rhein-Neckar ist die Lage der Metropolregion Rhein-Neckar im Schnittpunkt der Länder Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz. Dies erschwert den Zugriff auf Daten der Statistischen Landesämter, zumal sich deren Standards für den Datenabruf unterscheiden. Zudem nahm mit der Anerkennung als Europäische Metropolregion, einhergehend mit einer Ausweitung des Aufgabenspektrums, das öffentliche Interesse an regionalen Daten zu. Nicht zuletzt sollte mit dem RBS ein Werkzeug geschaffen werden, um für die Regionalplanung Aussagen zur räumlichen Entwicklung schnell und komfortabel abrufen zu können.

Mit dem RBS steht unter www.raumbeobachtung-rhein-neckar.de nun eine Plattform zur Ver­fügung, in der über 300 Indikatoren ausgewählt werden können. Die Daten werden in einer Kar­te illustriert und können in Tabellenform abgerufen werden. Weitere Funktionen, wie Ent­wicklungsdarstellungen über einen einstellbaren Zeitraum, sind ebenfalls enthalten. Zu beachten ist, dass statistische Daten mit dem Raumbezug Kommune oder Kreis in thematische Kar­ten umgesetzt werden, weitere GIS-Funktionalitäten stehen nicht zur Verfügung.

Der technische Aufbau des RBS Rhein-Neckar ist in drei Ebenen gegliedert. Die Daten und Metadaten werden aus einer mySQL-Datenbank durch PHP-Skripte ausgelesen. Die PHP-Skripte übergeben die Daten im xml/html-Format an eine Flash-Anwendung, welche die Daten in die Kartendarstellung umsetzt. Das RBS Rhein-Neckar stellt im Prinzip nur "nackte" Zahlen ohne Interpretationshilfe zur Verfügung. Deshalb wurde mit der Reihe „Regional­monitoring Rhein-Neckar" eine Schriftenreihe begonnen, in der auch Hintergründe durch Text und Grafik erläutert werden.

Im Rahmen des Flächenmanagements beim Verband Region Rhein-Neckar wurden mit dem Projekt Raum+ alle Innenentwicklungspotenziale über 2000 m² in der Region gemeinsam mit den Kommunen erfasst. Mit ausgesuchten Kommunen werden nun im Nachfolgeprojekt Raum+ AKTIV modellhaft konkrete Umsetzungsmöglichkeiten für städtebaulich prägnante Flächen aufgezeigt, die aber schwierig zu aktivieren sind. Hohes Gewicht hat die tatsäch­liche Vermarktbarkeit der Potenziale. Ein umfassendes Monitoring des Flächenmanage­ments steht jedoch noch vor der Umsetzung. Da das RBS Rhein-Neckar keine georeferen­zierten Daten verarbeitet, kann das System hierzu nur einen bedingten Beitrag leisten.

Kontaktdaten   
Hans-Peter Hege
Verband Region Rhein-Neckar
P7, 20-21, 68161 Mannheim
Telefon: 0621/10708-52
Fax: 0621/10708-34
E-Mail: hans-peter.hege[im]vrrn.de
Internet: http://www.vrrn.de

Kleinräumige Statistik

Hans-Dieter Kretschmann
Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Die Zukunft von Indikatorensystemen in der amtlichen Statistik – Strategien auf europäischer Ebene und regionaler Informationsbedarf

Die Entwicklungen in der deutschen amtlichen Statistik werden zunehmend durch europäische Rechtsvorschriften (z. B. EUStatVO) und politische Initiativen (z. B. EUROPA 2020) ge­prägt. Dabei wird dem Querschnittsthema Indikatoren(-systeme) als verdichtete Informationen zur Unterstützung politischer und administrativer Entscheidungsprozesse eine große Be­deu­tung zugemessen. Im Jahresprogramm 2012 des Europäischen Statistischen Systems (ESS) steht die Bereitstellung der Indikatoren für die Strategie EUROPA 2020 an vorderster Stelle, ebenso in der Mehrjahresplanung 2013-2017.

Vorteile dieses Ansatzes auf EU-Ebene sind das Vorliegen eines schlüssigen strategischen Ge­samtkonzepts, die hohe Relevanz der Indikatoren für die Überprüfung der Zielerreichung und die Vergleichbarkeit über Ländergrenzen hinweg. Aus Sicht des kleinräumigen Datenbedarfs der Regional- und Städtestatistik sowie von Wissenschaft und Forschung führen die für europäische Statistiken üblichen kleinen Stichprobengrößen dazu, dass Ergebnisse nur bis zur Ebene der Bundesländer bzw. Regierungs-/Direktionsbezirke darstellbar sind. Der Bezug auf administrative Gebietseinheiten erlaubt zudem keine flexible Auswertung nach anderen Raumkategorien.

Ab Ende 2013 können für eine Vielzahl der auf regionaler und kommunaler Ebene in der Daseins- und Zukunftsvorsorge relevanten Fragestelllungen die Ergebnisse des Zensus 2011 als kleinräumige statistische Strukturdaten für Planungs- und Entscheidungsaufgaben genutzt werden. Die Ergebnisse der Teilerhebung zur Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ) können auf Anforderung sogar bis auf Ebene von Blockseiten bereit gestellt werden.  Das ZensG 2011 enthält jedoch keine Regelung zur dauerhaften georeferenzierten Speicherung der Gebäudeanschriften.

Die Vorteile der Georeferenzierung sind die einheitliche mathematische Einteilung des Raums auf Grundlage von Koordinatensystemen und deren Stabilität unabhängig von ad­mi­nis­trativen Entwicklungen und politischen Interessenlagen. Nutzerseitig sind die räumlich flexiblen Auswertungsmöglichkeiten zu nennen. Leider fehlen bis heute verbindliche recht­liche Grundlagen zur Georeferenzierung in den Statistikgesetzen.

Der Vortrag beschreibt dieses Spannungsfeld zwischen europäischen und regionalen An­for­de­rungen aus dem Blickwinkel der zukünftigen Gestaltung von Indikatorensystemen.

Kontaktdaten   
Hans-Dieter Kretschmann
Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
Macherstr. 63, 01913 Kamenz
Telefon: 03578 / 33 2000   
Fax: 03578 / 33 55 2000       
E-Mail: Hans-Dieter.Kretschmann[im]statistik.sachsen.de
Internet: http://www.statistik.sachsen.de

Markus Sigismund
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

Anforderungen an (Regional)statistische Analyseeinheiten:
"Äpfel mit Birnen vergleichen – aber nicht mit Zitronen!"

Die Politik benötigt für zielgenaue Entscheidungen belastbare Daten. Viele Wirkungs­zu­sam­men­hänge können nur im Kontext räumlicher Zusammenhänge belastbar erklärt werden. Bei wohnungspolitischen, städtebaulichen, verkehrs- oder umweltbezogenen Fragestellungen sind häufig kleinräumig oder innerhalb von Regionen große Unterschiede zu beobachten. Die Angebote der amtlichen Statistik sind jedoch analog den politischen Entscheidungs­struk­tu­ren auf die Verwaltungseinheiten ausgerichtet. Bei deren Abgrenzung stehen nicht immer funktionale, siedlungsstrukturelle Aspekte im Vordergrund.

Über viele Jahre hatte sich die Ebene der Kreise als Analyseebene auf Bundesebene etabliert. Diese war geeignet, siedlungsstrukturelle Unterschiede angemessen abzubilden. Auch angesichts der Anforderungen des Datenschutzes oder der Stichprobenvalidität waren die Kreise häufig eine geeignete Analyseebene. Mit den jüngsten Gebietsreformen wird die Kreisebene als Grundlage einer räumlichen Analyse immer ungeeigneter: Einzelne be­deu­ten­de Kernstädte lassen sich nicht mehr abbilden, die Varianz innerhalb einiger Kreise ist inzwischen höher als die zwischen den Kreisen. Kreisergebnisse sind zudem nicht hin­rei­chend zeitreihenrobust.

Das BBSR stellt für unterschiedliche Fragestellungen der Raumbeobachtung hervorragende Analysewerkzeuge jenseits der Kreisebene bereit. Andere Institutionen verfügen ebenfalls über geeignete Raumabgrenzungen und –typen. Fachübergreifend fehlt es jedoch an Kon­ven­tionen. Die Daten und Forschungsergebnisse sind daher häufig nicht kompatibel.

Die Amtliche Statistik setzt die Standards! Das BMVBS wirbt daher für eine Überprüfung der Möglichkeiten einer Erweiterung der amtlichen Gebietskategorien. Ein erweitertes Referenz- und Berichtssystem der amtlichen Statistik könnte geeignet sein, fach- und ressortüber­grei­fend gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Zusammenhänge räumlich besser auf­zuschlüsseln. Als Vorbild könnte die im Flächen- und Umweltmonitoring bereits früh an­ge­wandte Analyse auf der Ebenen von Rastern dienen. Ein flexibles hierarchisches, raster­ba­sier­tes Konzept könnte bei vielen Indikatoren einen Kompromiss zwischen den An­for­de­run­gen des Datenschutzes und möglichst feinkörniger Auflösung bieten. Als weiteres könnte es für nationale und internationale Vergleiche förderlich sein, die bisherige kreisbasierte Ab­gren­­zung von Metropolen und Metropolregionen durch ein zeitreihenrobustes, funk­tions­räum­liches Konzept zu ersetzen.

Kontaktdaten   
Markus Sigismund
Referat UI 34 Prognosen, Statistik und Sondererhebungen
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
Robert-Schuman-Platz 1, 53175 Bonn
Telefon: 0228 99 300 2652       
E-Mail: markus.sigismund[im]bmvbs.bund.de
Internet: http://www.bmvbs.de

Rainer Schönheit
Stadtverwaltung Erfurt

Das kleinräumige städtische Gliederungssystem AGK als Basis intrakommunaler Informationssysteme

Für zahlreiche Aufgaben in einer Kommune werden aktuelle Informationen nicht nur für die Ge­samtstadt sondern überwiegend räumlich differenziert benötigt. In größeren Kommunen wurde deshalb zur Verwaltung der Raumbezüge das System der Kleinräumigen Gliederung eingeführt. Die Kleinräumige Gliederung als Lokalisierungs- und Zuordnungssystem ist ein unverzichtbares Organisationsmittel der Kommunalverwaltung für Statistik, Planung und Verwaltungsvollzug.

Sie gründet sich auf Straße, Hausnummer und hierarchischer Gebietsgliederung, d.h. auf die Adresse als Ortsangabe und einem bis zum (Bau-)Block oder zur Blockseite differenzierten räumlichen Gliederungsschlüssel des gesamten Gemeindegebietes. Aus diesen Grund­be­stand­teilen der Kleinräumigen Gliederung lassen sich beliebige Gebietseinteilungen des Stadt­gebiets wie z. B. Stimm-/Wahlbezirke, Sozialregionen, Verkehrszellen oder Schulspren­gel mosaikartig zusammenstellen und dafür die zugehörigen Sachdaten aggregieren.

Das Programm AGK mit seiner Kombination aus Adresszentraldatei, Gebäudedatei und Klein­räumiger Gliederung stellt die Basis für das kommunale Geodatenmanagement und das kom­munale statistische Informationssystem dar.

Weiterhin werden im Vortrag die kommunal verfügbaren Datenquellen vorgestellt und ausge­wählte Indikatoren beispielhaft in verschiedener räumlicher Gliederungstiefe visualisiert.

In der Gegenüberstellung von Rasterdarstellungen zu den nach baulichen und von der Art der Nutzung bestimmten Gesichtspunkten gebildeten Blöcken der Kleinräumigen Gliederung über­­zeugt die realistische Widergabe und hohe Aussagekraft der Indikatoren in der klein­räu­mi­gen Darstellung.

Die Verwendung verschiedener Basiskoordinaten zur Berechnung der km²-Raster und die Dis­kussion der jeweils ermittelten Ergebnisse schließt den Vortrag ab.

Kontaktdaten   
Rainer Schönheit
Stadtverwaltung Erfurt
Hauptamt Statistik und Wahlen
99111 Erfurt
Telefon: 0361 / 655-1490
Fax: 0361 / 655-1499
E-Mail: statistik[im]erfurt.de
Internet: http://www.erfurt.de/statistik

Freiraumindikatoren

Werner Ackermann
PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH, München
Rainer Dröschmeister und Dr. Ulrich Sukopp, BfN, Bonn

Indikatoren und Monitoring der biologischen Vielfalt in Deutschland

Mit der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS)1 hat Deutschland im Jahr 2007 eine ressortübergreifende Strategie zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) verabschiedet. Sie umfasst etwa 330 Qualitäts- und Handlungsziele, zu deren Erreichung in 16 Aktionsfeldern etwa 430 Maßnahmen vorgesehen sind. Um die Wirksamkeit der Maßnahmen beurteilen zu können, ist eine Erfolgskontrolle erforderlich. Hierfür wurden Indikatoren entwickelt, die übergreifende Entwicklungen und langfristige Trends aufzeigen. Sie sollen komplexe Sachverhalte an­schau­lich zusammenfassen und dienen als Informationsinstrument für die Politikberatung und die interessierte Öffentlichkeit. Der erste Indikatorenbericht 20102 enthält 19 Indikatoren zu den fünf Themenfeldern "Komponenten der biologischen Vielfalt", "Siedlung und Verkehr", "wirtschaftliche Nutzungen", "Klimawandel" und "gesellschaftliches Bewusstsein".

Datengrundlage der Indikatoren sind Monitoringprogramme (wiederholte Erfassungen mit Hilfe standardisierter, wissenschaftlich fundierter Methoden), die sich an Zielsetzungen des Naturschutzes orientieren. Wichtige bundesweite Monitoringprogramme für den Naturschutz sind das Vogelmonitoring, das Tagfaltermonitoring und das FFH-Monitoring. Ein Monitoring landwirtschaftlicher Flächen mit hohem Naturwert (High Nature Value Farmland) erfolgt im Rah­men der ELER-Verordnung (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländl­ichen Raums). Die Stichprobenerfassung der Bundeswaldinventur (BWI) liefert In­for­ma­tio­nen zur Entwicklung des Waldes in Deutschland. Nach Vorgaben der EU-Wasser­rah­men­richt­linie (WRRL) erfolgt ein Monitoring des ökologischen Zustands der Gewässer. Weitere Mo­nitoringprogramme des Naturschutzes gibt es in verschiedenen Bundesländern, darunter die Ökologische Flächenstichprobe (ÖFS) in Nordrhein-Westfalen. Auf Fehlstellen im ak­tu­el­len Naturschutz-Monitoring wird eingegangen.

Kontaktdaten   
Werner Ackermann
Planungsbüro für angewandten Naurschutz GmbH
Rosenkavalierplatz 10, 81925 München
Telefon:  089/9101546 oder 089/9101545   
Fax: 089/91077048          
E-Mail: info[im]pan-gmbh.com
Internet: http:/www.pan-gmbh.com

1 http://www.biologische-vielfalt.de/einfuehrung_nbs.html
2 http://www.biologische-vielfalt.de/bilanz_nbs.html

Heinrich König
Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, Recklinghausen, NRW

Methodik und Indikatoren der Ökologischen Flächenstichprobe in Nordrhein-Westfalen

Um für die Normallandschaft landesweit repräsentative Daten zu erhalten, wird in Nordrhein-West­­falen seit 1997 ein stichprobenbasiertes Landschaftsmontoring mit der Ökologischen Flä­­chenstichprobe (ÖFS) durchgeführt. Auf einem zufallsverteilten Untersuchungsnetz von ur­­sprünglich 170 je 100 Hektar großen Untersuchungsflächen werden Biotoptypen, Nut­zungs­­gradienten und Strukturparameter erhoben sowie quantitative Daten zu allen Ge­fäß­pflan­zen und Brutvögeln erfaßt. Die Ökologische Flächenstichprobe ist als wesentlicher Be­stand­teil integriert in das landeseigene Biodiversitätsmonitoring.

War anfänglich das Ziel, fehlende Daten für den Ist-Zustand der Normallandschaft zu erhal­ten, steht inzwischen die Dokumentation von Veränderungen als Zeitreihen im Vordergrund. Ne­b­en Auswirkungen der Landnutzung nehmen aktuell auch die Folgen der globalen Kli­ma­ver­änderung auf die Biodiversität breiten Raum ein.

Dokumentierte Veränderungen können durch Verknüpfungen mit anderen existierenden Daten­banken mittels Korrelationsanalysen erklärbar gemacht werden.

Bei umfangreichen fachlichen Fragestellungen nimmt die Bearbeitung von leicht ver­ständ­li­chen Indikatoren immer breiteren Raum ein. Auf EU- Ebene wird der Pflicht- und Basis- In­di­ka­tor des „High-Nature-Value-Farmland" ebenso bedient wie der „Farmland bird- Index". Auf Bun­des- und Landesebene spielt der Indikator der Artenvielfalt und Landschaftsqualität als Schlüs­selindikator für nachhaltige Nutzungen eine wesentliche Rolle.

Die Entwicklung von geeigneten Klimaindikatoren steht derzeit im Fokus. Seit 2011 ist das ÖFS-Untersuchungsnetz in NRW für den klimasensitiven Ballungsraum Rhein-Ruhr ver­dich­tet worden und mit Tagfaltern und Libellen um zwei besonders klimasensitive Faunen­grup­pen erweitert worden.

Zur Evaluierung der Wirkungen von Agrarumweltmaßnahmen werden die Ergebnisse der ÖFS ebenso genutzt wie zur Ermittlung des FFH-Erhaltungszustandes aller häufigen Le­bens­­raumtypen.

Da dieses repräsentative Stichprobennetz auch für weitere Fragestellungen geeignet ist, wird seit 2006 auch das GVO-Monitoring von Raps und potenziellen Kreuzungspartnern mit der ÖFS durchgeführt..

Für NRW bzw. Groß-Landschaften ist es darüber hinaus auch möglich, repräsentative Er­geb­nisse ausgewählter Parameter als detallierte Flächenkarte darzustellen, um so lan­des­weit regionale Unterschiede, wie z. B. in der Verbreitung von Brutvogelarten, darzustellen.

Kontaktdaten   
Heinrich König
Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW
Leibnizstraße 10, 45659 Recklinghausen
Telefon: 02361 / 305 3 404   
Fax: 02361 / 305 53 404   
E-Mail: heinrich.koenig[im]lanuv.nrw.de
Internet: http://www.lanuv.nrw.de

Dr. Ulrich Walz, Dr. Tobias Krüger und Ulrich Schumacher
Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e.V.

Landschaftszerschneidung und Fragmentierung von Wäldern – Neue Indikatoren des IÖR-Monitors

Der Beitrag stellt einen neuen Teilbereich des IÖR-Monitors vor, der sich mit der Land­schafts­zerschneidung und Fragmentierung der Freiräume in Deutschland befasst. Es werden zu­nächst bestehende Ansätze und Indikatoren zur Analyse und zum Monitoring der Zer­schnei­dung von Freiräumen und zur Fragmentierung von Wäldern vorgestellt. Auf dieser Ba­sis sollen zukünftig ergänzende Indikatoren für das gesamte Bundesgebiet im IÖR-Monitor an­geboten werden. Zum Thema Landschaftszerschneidung sind dies:

Anteil Unzerschnittener Freiräume > 50 km² an Gebietsfläche Anteil Unzerschnittener Freiräume > 100 km² an Gebietsfläche

Effektive Maschenweite der Freiräume nach dem einseitigen Beziehungsverfahren (nach Moser et al. 2007)

Der Ansatz des IÖR unterscheidet sich von vorhandenen Ansätzen unter anderem darin, dass unzerschnittene Freiräume ab 50 km² betrachtet werden und damit Aussagen für klei­ne­re Gebietseinheiten, wie z. B. Landkreise, möglich sind. Andere Indikatorensysteme sind auf Räume ab 100 km² ausgerichtet und werden oft nur für Bundesländer insgesamt dar­ge­stellt. Im Falle der effektiven Maschenweite wird ergänzend zu vorhandenen In­di­ka­to­ren­sys­te­men das einseitige Beziehungsverfahren angewandt, das die Ausdehnung Unzer­schnit­te­ner Freiräume über die betrachteten administrativen Gebietseinheiten hinaus berücksichtigt. Al­lerdings wird die Verkehrsstärke wegen fehlender Verfügbarkeit flächendeckender Daten in die Berechnungen nicht einbezogen.

Zum Thema Waldfragmentierung werden zukünftig folgende Indikatoren im IÖR-Monitor ent­hal­ten sein:

Anteil unzerschnittener Wälder > 50 km² an Gebietsfläche"

Effektive Maschenweite unzerschnittener Wälder nach dem einseitigen Beziehungs­ver­fahren (nach Moser et al. 2007)

Hintergrund dafür ist die hohe Bedeutung großer zusammenhängender Wälder als Le­bens­raum für Tiere und Pflanzen sowie als Erholungsgebiet für den Menschen. Nach Burkhardt (2004) ist die Flächengröße ein Wertkriterium zur naturschutzfachlichen Einstufung von Wald­flächen, wobei ein Waldfläche > 5000 ha als „sehr gut" einzustufen ist. Mit diesen In­di­ka­­toren bietet der IÖR-Monitor erstmalig bundesweite Übersichten zu diesem Thema im Jahr des Waldes.

Abschließend wird ein Ausblick auf weitere, in Entwicklung befindliche Indikatoren gegeben.

Kontaktdaten   
Dr. Ulrich Walz
Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V.
Weberplatz 1, 01217 Dresden
Telefon: 0351 / 4679 234
Fax: 0351 / 4679 212
E-Mail: u.walz[im]ioer.de
Internet: http://www.ioer.de

Methoden des Siedlungsmonitorings

Dr. Wieke Heldens und Dr. Hannes Taubenböck
Abteilung Landoberfläche (LA), Deutsches Fernerkundungsdatenzentrum (DFD), Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Oberpfaffenhofen

Fernerkundliche Erhebungen in Kombination mit Geo- und Statistikdaten – Mehrwert durch Datenverknüpfung

Die Diskussion bezüglich Energieversorgung ist in Deutschland aktueller denn je. Im Ver­gleich zur Kernenergie spielt der Raum bei der Energieversorgung mit erneuerbaren Energien wieder eine zentrale Rolle. Lokale Wärmenetze sind eine Möglichkeit, um den Einsatz er­neuerbarer Energien zu erhöhen. Nicht alle Gebiete sind für solche Wärmenetze gleich ge­eig­net. Mittels Erdbeobachtung wird es möglich, Wärmenetzpotenziale räumlich zu priorisieren, z. B. in erschließbare kWh pro investierten Euro. Grundlage dafür sind aus Fernerkundungsdaten abgeleitete aktuelle Landbedeckungskarten. In diesen Karten wurden unterschiedliche Bebauungstypen an Hand von u. a. Bebauungsdichte, Gebäudevolumen und Grün­anteil identifiziert. Mittels energetischen Kennwerten für jeden Bebauungstyp wurde der Wär­mebedarf abgeschätzt und räumlich dargestellt. Auf ähnliche Weise wurde eine Karte für die Investitionskosten für ein Wärmenetz erstellt, die u. a. abhängig von der Leitungslänge sind. Dieses Beispiel zeigt wie groß der Informationsgewinn sein kann, wenn statistische und fern­erkundliche Daten kombiniert werden.

Fernerkundungsdaten sind zur Erfassung von räumliche Merkmalen und der Erstellung von Ba­siskartierungen sehr geeignet. Darauf aufbauend können Charakterisierungen, Bewertungen und Modellierungen räumlicher Merkmale durchgeführt werden. Diese quantitativen Infor­mationen sind dann als Grundlage für politische oder ökonomische Entscheidungen vorhan­den. Für die meisten planungsrelevanten Fragestellungen sind aber die räumlichen Merk­male alleine nicht ausreichend, wie das Beispiel oben zeigt. Die interdisziplinäre Verwen­dung von zusätzlichen Statistik- oder Geodaten ist daher wünschenswert. Gleichzeitig kann auch das Potential der vorhandenen Geo- und Statistikdaten durch die Verknüpfung mit Fernerkundungsdaten besser ausgenutzt werden. Die Kombination liefert bessere Einblicke in die räumlichen Zusammenhänge der statistischen Daten und ermöglicht die Interpolation und Extrapolation von Statistik- und Geodaten z. B. anhand von korrelierenden räumlichen Merkmalen.

Für die Verknüpfung von Fernerkundungsdaten mit Geo- und Statistikdaten kommen viele verschiedene Datensätze in Frage. Grundsätzlich sind alle Statistik- und Geodaten geeignet die räumlich zugeordnet werden können, wie zum Beispiel Verwaltungsgrenzen, stadteilbezo­gene sozio-ökonomische Parameter oder Landnutzungsdaten. Die Auswahl der statistischen und fernerkundlichen Datensätze ist stark von der Fragestellung und der Verfügbarkeit abhängig. Hierbei spielen die Kosten, die nötige räumliche und spektrale Auflösung, der Datenschutz, oder der Prozessierungsaufwand eine zentrale Rolle.

Kontaktdaten   
Dr. Wieke Heldens
DLR-DFD-LA
Münchner Straße 20, 82234 Wessling   
Telefon: 08153 28 1190
Fax: 08153 28 1458
E-Mail:wieke.heldens[im]dlr.de
Internet: http://www.eoc.dlr.de

Dr. Martin Behnisch, Dr. Gotthard Meinel
Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V.

Kleinräumige quantitative Abschätzung des deutschen Gebäudebestands

Durch das rapide Anwachsen von raumbezogenen Daten und den Fortschritt in der Informationstechnologie sind in jüngster Zeit die Anforderungen an Systeme gestiegen, die Wissen aus Daten mit Raumbezug extrahieren und abbilden können. Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) greift diese Problematik auf und verfolgt mit dem Projekt „Raumbezogenes Data Mining" das Ziel, analytische Potentiale und Visualisierungs­möglichkeiten von zeitgemäßen Methoden des Data Mining und der Knowledge Discovery für die Raumforschung zu erschließen und in der Perspektive verborgene planungsrelevante Raummuster und Zusammenhänge im hochdimensionalen Geodatenbestand des IÖR zu extrahieren.

Im Rahmen dieses Beitrages sollen ausgewählte, relativ einfach gehaltene Verfahrens­schritte des raumbezogenen Data Mining in Anwendung präzisiert werden. Der verwendete Datensatz bezieht sich auf die Gesamtmenge der 12.066 Gemeinden in Deutschland (Gebietsstand 2009). Angestrebt wird die Abschätzung des Gebäudebestands auf klein­räumiger Ebene. Dies bedeutet zum einen, dass mit Hilfe von sogenannten Hauskoordinaten (X-Y-Koordinate der Gebäudeadresse) und einem gemeindestatistischen Datensatz von mehr als 100 Attributen (u.a. Dimensionen der Flächennutzungsstruktur des IÖR-Monitor sowie gebäudebestandsorientierte Attribute) nach möglichen Mustern und Zusammen­hängen gesucht wird, um darauf aufbauend einen Ansatz zur Schätzung von Gebäude­beständen vorzubereiten. Zum anderen werden die Adressdaten des deutschen Gebäude­bestandes in Verbindung mit bestehenden Raumtypologien (z.B. Zentralörtliche Funktion, städtische/ländliche oder zentrale/periphere Prägung u.a.) analysiert und verortet dargestellt. Für ausgewählte Gemeinden wird die Anzahl der Adressen mit Daten aus der automa­tisierten Liegenschaftskarte (Anzahl Gebäudeumringe) überlagert, um so weitere Quer­bezüge im Sinne von statistischen Maßzahlen (u.a. Lage- und Streuung) herauszuarbeiten.

Die Basis dieses Untersuchungsansatzes bildet eine umfassende Dateninspektion (Vertei­lungsuntersuchung, Datentransformation) der Ausgangsdaten. Scatter-Plots und Korrela­tionswerte stützen die Suche nach Zusammenhängen. Mit Hilfe von Regressionsrechnung erfolgt die gemeindescharfe Schätzung, die mit Lern- und Testdatensätzen in ihrer Qualität bestätigt wird. Die räumliche Autokorrelation wird mit globalen und lokalen Maßen geprüft. Die Genauigkeit der Schätzung hängt in großem Maß von den Gemeinden mit großen Gebäudebeständen ab. In Deutschland existieren ca. 22 Mio. Adressen: die Zahl der Wohn­gebäude beträgt 18 Mio.; 650 Tsd. Adressen stehen in Relation zu Industrie und Gewerbe­flächen; ca. 20% der Gemeinden enthalten 80% des deutschen Gesamtbestands. Die künf­tige Herausforderung der datengetriebenen Ansätze besteht darin, direkt verständliche Grundlagen für Planer und Entscheidungsträger zu erarbeiten. Diese erlauben im Idealfall den Aufbau und die Weiterentwicklung von umfassenderen und strategisch angemesseneren Planungswerkzeugen.

Kontaktdaten   
Dr.-Ing. Martin Behnisch
Leibniz-Isntitut für ökologische Raumentwicklung e. V.
Weberplatz 1, 01217 Dresden
Telefon: + 49 (0)351 4679 260
Fax: + 49 (0)351 4679 212
E-Mail: M.Behnisch[im]ioer.de
Internet: http://www.ioer.de

Markus Dießelmann, Dr. Gotthard Meinel, Robert Hecht
Leibniz Institut für ökologische Raumentwicklung e. V.

Siedlungsstrukturelle Kennzahlen und deren Monitoring in Rasterkarten

Eine flächendeckende und objektive Beschreibung der Siedlungsstruktur gewinnt im Hinblick auf den demographischen Wandel und die Optimierung von Raum- und Infra­struktur­pla­nun­gen unter Ressourcen- und Kosteneffizienzzwängen zunehmende Bedeutung. In dieser Hin­sicht sind gebäudebasierte Siedlungsstrukturdaten, wie beispielsweise die Geschossflächen- oder Gebäudedichte, für die Erzeugung von entsprechenden flächenbezogenen Kennzahlen und Indizes wichtig. Mit den stetig auftretenden administrativen Gebietsstands- und Struk­tur­än­derungen der Bezugsflächen ergeben sich allerdings Schwierigkeiten bei der karto­gra­phi­schen Darstellung im zeitlichen Vergleich.

Abhilfe verschaffen dabei Rasterzellen als Bezugsgrundlage, welche die Erdoberfläche in gleich­große Zellen teilen. Neben der zunehmenden Bedeutung im europäischen Kontext bie­ten Rasterkarten eine Vielzahl weiterer Vorteile. Aus diesem Grund soll diese Methodik in Kom­bination mit siedlungsstrukturellen Kennzahlen genutzt werden. Neben qualitativen und quan­titativen Kennzahlen lassen sich zeitliche Vergleiche oder Momentaufnahmen in Raster­karten darstellen. In diesem Zusammenhang sind verschiedene Ansätze zu wählen und ge­eig­­nete Parameter zu finden. Dies umfasst Fragen nach Kriterien zur Zuordnung der je­wei­li­gen Ausgangsdaten zu einer Rasterzelle als auch den Aufbau eines Rasters im Allgemeinen. Da­zu müssen ebenfalls Fragen nach dem Datenschutz bei sehr kleinen Rasterzellen oder ge­ringen Fallzahlen gestellt werden.

Im Vortrag werden erste Erkenntnisse der kleinräumigen Statistik auf Rasterbasis prä­sen­tiert. Diese umfassen beispielsweise Aussagen zu einem Grenzwert des Sied­lungs­flä­chen­an­teils an der Rasterzelle für eine Zuweisung zu dieser, Monitoringkarten basierend auf Sied­lungsflächen und erste Ansätze für eine Siedlungsstrukturgliederung auf Basis der Ras­ter­karten. Zu den bisher gewonnenen Erkenntnissen ergeben sich jedoch eine Vielzahl an Fra­gen, welche in fortführenden Arbeiten und im Dialog mit Raum- und Stadtplanern zu beant­wor­ten sind. Nur so können praxisrelevante Anwendungsmöglichkeiten geschaffen werden.

Kontaktdaten
Markus Dießelmann
Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V.
Weberplatz 1, 01217 Dresden
Telefon: 0351 / 4679-209
Fax: 0351 / 4679-212
E-Mail: m.diesselmann@ioer.de
Internet: http://www.ioer.de

Strategien der Geoinformationsnutzung

Dietrich Bangert
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin

Planungsraumbezogene Informationsbereitstellung für Monitoring und Analyse – Umsetzungsbaustein der Rahmenstrategie Soziale Stadtentwicklung Berlin

In Berlin wird mit der Umsetzung der Rahmenstrategie Soziale Stadtentwicklung der Versuch unter­nommen, Planen und Handeln der Verwaltung stärker sozialräumlich auszurichten. Unter dem Stichwort Sozialraumorientierung sollen dafür einerseits die Verwaltungs­struk­tu­ren modifiziert, andererseits durch operativ ausgerichtete Projekte die Ziele der Rahmen­stra­te­gie unmittelbar befördert werden. Grundlage bildet das "Handbuch zur Sozial­raum­orien­tie­rung1". Sozialräume sollen stadtweit vergleichbar und so Interventionsbedarf frühzeitig er­kannt werden. In den Sozialräumen wird ein hohes Maß an Transparenz von Planungen und Maß­nahmen möglich und eröffnet erhebliche Potenziale partizipativen Verwaltungshandelns.

In umfassenden Vorarbeiten wurden die räumlichen Abgrenzungen als Grundlage für sta­tis­ti­sche Auswertungen ("Lebensweltlich orientierte Räume"2) festgelegt und ein gesamt­städtischer Datenpool zusammen mit den Senatsverwaltungen und den Bezirken unter Fe­der­­führung des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg abgestimmt und eingerichtet. Er um­fasst knapp 60 thematische Datenbestände (ca. 500 Merkmale) und darüber hinaus um­fang­rei­che Bestände an Geodaten Berlins. Auf Grundlage einer Nutzungsanalyse wurden Schwer­punkte von PRISMA ermittelt: Neben klassischen sozioökonomischen Daten werden sol­che zur sozialen Infrastruktur, zu Förderprogrammen und -maßnahmen sowie zur Le­bens­umwelt nachgefragt.

Zur Nutzung dieses umfassenden Datenangebots wird ein leistungsfähiges, aber einfach be­dien­bares, mandantenfähiges Informationssystem entwickelt, das "Planungsraum­bezogene In­formationssystem für Monitoring und Analyse" (PRISMA), welches auf einfache Weise die Na­vigation in Daten und Karten und die Auswertung und Weiterverwendung der Daten ohne be­sondere IT- oder GIS-Spezialkenntnisse ermöglichen soll.

Der Umfang, die Heterogenität sowie die mandantenbezogene Bereitstellung der Daten­be­stän­de erfordern ein leistungsfähiges Datenmanagement, welches die Erfassung, Pflege, Be­reitstellung und Präsentation der sozialraumrelevanten Fachdaten ermöglicht. Dafür wird ein berlinweit einheitliches, nachhaltig nutzbares, leistungsfähiges und flexibel einsetzbares Da­tenmanagementsystem eingesetzt. Datenbezug bzw. Datenaufbereitung werden weit­es­t­ge­hend technisch automatisiert. Für die verschiedenen Daten liefernden Verfahren und In­for­ma­tionssysteme werden Schnittstellen entwickelt bzw. unter pragmatischen Gesichtspunkten al­ternative nachhaltige Datenbezugswege genutzt.

Kontaktdaten
Dietrich Bangert
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Am Köllnischen Park 3, 10197 Berlin
Telefon: 030 / 9025-1055
Fax: 030 / 9025-1302
E-Mail: dietrich.bangert[im]senstadt.berlin.de
Internet: http://www.stadtentwicklung.berlin.de

1 http://www.stadtentwicklung.berlin.de/soziale_stadt/rahmenstrategie/download/SFS_Handbuch_RZ_screen.pdf

2 http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/basisdaten_stadtentwicklung/lor/

Sascha Tegtmeyer
Freie und Hansestadt Hamburg – Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung

Geoinformations-Nutzung durch GDI-Entwicklung: Das Beispiel GDI Metropolregion Hamburg

Die Metropolregion Hamburg ist eine lebenswerte Region und ein dynamischer Wirtschafts- raum. Die Freie und Hansestadt Hamburg und die umliegenden 14 Landkreise bedecken eine ca. 20.000 Quadratkilometer große Fläche und beheimaten mehr als vier Millionen Men­schen. In diesem Kontext begegnet die öffentliche Verwaltung verschiedenen Hand­lungs­fel­dern, die mit Geoinformationen verknüpft sind.

Um diesen Anforderungen zu begegnen, wurde im Jahr 2007 ein Verwaltungsabkommen über die Entwicklung der Geodateninfrastruktur der Metropolregion Hamburg (GDI-MRH) un­ter­zeichnet. Zu den Zielen der GD-MRH zählt neben der gesamtregionalen Zusammenarbeit im Geodatenbereich auch der gemeinsame Betrieb eines Geoportals. Die dadurch ent­ste­hen­den Mehrwerte vereinfachen Abstimmungs- und Planungsprozesse und machen so eine ge­­meinsame Außendarstellung möglich.

Die Organisation der GDI-MRH stellt sich folgendermaßen dar. Das Koordinierungsgremium ent­­scheidet über die Inhalte des Geoportals und beschließt die Umsetzung der von den Ar­beits­gruppen erarbeiteten Ergebnisse. Die Koordinierungsstelle tritt als fachliche Schnittstelle zwi­­schen den Facharbeitsgruppen der Metropolregion, dem Koordinierungsgremium und den An­­wendern auf. Für die technische Interoperabilität der Daten und Dienste erarbeitet die Ar­beits­gruppe Technik ein technisches Regelwerk. Zur Unterstützung einer intuitiven, be­nut­zer­freundlichen Visualisierung und Analyse der Daten werden im Rahmen der Arbeitsgruppe Prä­sentation gemeinsame Zeichenvorschriften erarbeitet. Als gemeinsame Plattform der GDI-MRH dient das Geoportal. Es präsentiert die verschiedenen Themenbereiche der MRH.

In diesem Beitrag werden schwerpunktmäßig die prozessbezogenen und institutionellen Vor­aus­setzungen für die Entwicklung und den Aufbau der GDI-MRH beschrieben. Dazu gehört ne­ben der Entstehungsgeschichte der Blick auf die Organisationsstruktur und die Darstellung der Akteure. Praktische Beispiele belegen den Nutzen regionaler Zusammenarbeit auf dem Geo­informationssektor und zeigen, dass durch Geodateninfrastrukturen die Vor­aus­set­zun­gen für ein länderübergreifendes Flächenmanagement geschaffen werden können.

Kontaktdaten
Sascha Tegtmeyer
Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung
Sachsenkamp 4, 20097 Hamburg
Telefon: (040) 4 28 26 - 57 46
Fax: (040) 4 28 26 - 59 66
E-Mail: sascha.tegtmeyer[im]gv.hamburg.de
Internet: http://www.geoinfo.hamburg.de

Dr. Marc Wolfram
Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e.V.

Kommunales Geoinformationsmanagement: Entwicklungspfade und neue Anforderungen

Das Geoinformationsmanagement hat sich in den vergangenen 10-15 Jahren in vielen kom­mu­nalen Verwaltungen als wichtiges, querschnittsorientiertes Handlungsfeld und auch als Or­ganisationseinheit etabliert. Ausgehend vom Vermessungs- und Katasterwesen als tra­di­tio­nellem Teil der Bauverwaltung sind dabei höchst unterschiedliche Wege beschritten wor­den, um einer Vielzahl an neuen Anforderungen gerecht werden zu können. Dabei geht es nicht nur um die zunehmende Digitalisierung von Datenerhebung und -verarbeitung, son­dern vor allem auch um Fragen der Nutzung unterschiedlichster Geodaten für Ent­schei­dungs­prozesse im Hinblick auf prioritäre politische und planerische Ziele.

So sind laufend neue technische und organisatorische Lösungen entstanden, um Trends und Op­tionen der Stadtentwicklung in unterschiedlichen zeitlichen und räumlichen Maßstäben zu be­werten, sowie koordiniertes Handeln über die Grenzen zwischen Politikfeldern, räumlichen Ein­heiten und Akteuren hinweg zu unterstützen. Die Fähigkeit eines zielgerichteten Geo­in­for­ma­tionsmanagements ist damit zu einer strategischen Voraussetzung bei der Bewältigung zen­traler Herausforderungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung geworden.

Der vorliegende Beitrag befasst sich vor diesem Hintergrund mit der Frage, welche Faktoren die Herangehensweise beim Aufbau eines Geoinformationsmanagements in der kommu­na­len Praxis maßgeblich beeinflussen, und damit letztlich auch die Entwicklung von pla­ne­ri­schen Anwendungen und Nutzungen. Orientiert an Konzepten zum Wandel sozio-tech­ni­scher Systeme stützt sich die Analyse dabei empirisch auf eine Erhebung unter deutschen Groß- und Mittelstädten, sowie eine Reihe von qualitativen Fallstudien in Städten unter­schied­licher Größenklassen.

Dabei wird deutlich, dass insbesondere Wissen, Wertvorstellungen und Motivationen der Mit­ar­­beiter im Bereich Vermessung/Kataster, sowie die Interaktionsformen dieser Or­ga­ni­sa­tions­einheit mit der übrigen Verwaltung (Planer, Hauptamt, Informationsverarbeitung) bzw. an­­deren Gebietskörperschaften von grundlegender Bedeutung für die Ausprägung be­stimm­ter Entwicklungspfade im Geoinformationsmanagement sind. Sowohl individuellen Grenz­gän­gern zwischen den Organisationseinheiten, als auch dem experimentellen Handeln im Rah­men von Pilotvorhaben kommt für die Initiierung von Wissenstransfers und kollektiven Lern­prozessen eine Schlüsselrolle zu. Damit wird ein breites Spektrum an alternativen Ent­wick­lungen zwischen den Extremen „technologische Optimierung" und „nachhaltiger Wandel" kon­statiert, die mit Blick auf übergeordnete politische Zielsetzungen und den wis­sen­schaft­lichen Kenntnisstand höchst unterschiedlich zu bewerten sind.

Kontaktdaten
Dr. Marc Wolfram
Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e.V.
Weberplatz 1, 01217 Dresden
Telefon: 0351 / 4679 261
Fax: 0351 / 4679 261
E-Mail: m.wolfram[im]ioer.de
Internet: http://www.ioer.de

Statistik und Prognosen

Dr. Michael Bubik, Karsten Lamla
Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Möglichkeiten und Grenzen der Regionalisiserung statistischer Erhebungen am Beispiel Zensus 2011

Der Zensus 2011 dient zum einen der Ermittlung der amtlichen Einwohnerzahlen. Zum an­de­ren werden fachliche und in weiten Teilen auch bis auf Gemeindeebene gegliederte In­for­ma­tio­nen über die Bevölkerung und den Gebäude- und Wohnungsbestand gewonnen. Diese Struk­turdaten bilden künftig eine wichtige Grundlage für eine Vielzahl von politischen Ent­schei­dungen.

Das Auswertungsprogramm basiert auf zwei Säulen. Traditionelle Printveröffentlichungen bil­den auch in der heutigen Zeit einen wichtigen Bestandteil statistischer Veröffentlichungen. Für jede Gemeinde werden Gemeindeblätter erstellt, welche die zentralen Bevölkerungs-, Ge­bäude- und Wohnungsergebnisse enthalten.

Die zweite Säule bildet die Auswertungsdatenbank, welche im Internet zugänglich ist. Die Da­tenbank enthält für Fragestellungen von breitem öffentlichen Interesse aggregierte, leicht ver­ständliche und visualisierte Darstellungen der Ergebnisse in Form von vorgefertigten Ta­bel­len und Grafiken. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, Tabellen individuell zu­sam­men­zu­stellen. Den Nutzern bietet sich so die Möglichkeit, aus dem umfangreichen Merk­mals­ka­ta­log des Zensus die gewünschten Merkmale und Merkmalskombinationen in Tabellen in­di­vi­duell und flexibel zusammenzustellen.

Der Zensus 2011 ist eine Kombination verschiedener Erhebungsteile. Durch den Zensus ist erst­mals seit der deutschen Wiedervereinigung die Darstellung amtlicher Zahlen auf sehr tie­fer regionaler Ebene möglich. Die Abzüge aus den Registern und die Angaben aus der Ge­bäu­de- und Wohnungszählung stellen Vollerhebungen dar, die unter Beachtung der Regeln der statistischen Geheimhaltung theoretisch eine Darstellung bis auf Anschriftenebene zu­las­sen. Die Ergebnisse der Haushaltsstichprobe hingegen sind nur für Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern bzw. für Stadt- und Landkreise repräsentativ, um eine seriöse Er­geb­nis­dar­sellung zu ermöglichen, die den hohen Qualitätsansprüchen der amtlichen Statistik ent­spricht.

Neben den methodischen Restriktionen spielen beim Nachweis von untergemeindlichen Er­geb­nissen insbesondere Fragen der Veröffentlichungshoheit eine Rolle. Daher sind in der Zen­sus-Auswertungsdatenbank nur Ergebnisdarstellungen ab der Gemeindeebene vor­ge­se­hen. Den Kommunen mit abgeschotteter Statistikstelle werden jedoch Zensus-Personen-Mikro­daten zur Verfügung gestellt, die regionale Auswertungen ab Anschriftenebene er­mög­licht. Für Gemeinden ohne abgeschottete Statistikstelle gibt es Datenlieferung bis auf Block­sei­tenebene.

Kontaktdaten   
Dr. Michael Bubik
Karsten Lamla
Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
Böblingerstr. 68, 70199 Stuttgart
Telefon: 0711-641-6172 oder 0711-641-6171
Fax: 0711-641-6233
E-Mail: michael.bubik[im]stala.bwl.de; karsten.lamla[im]stala.bwl.de
Internet: http://www.statistik-bw.de

Martin Distelkamp
Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) mbH, Osnabrück

Modellgestützte Projektion der Flächeninanspruchnahme in den Kreisen Deutschlands bis 2020

Seit fast zehn Jahren widmet sich die GWS der modellgestützten Projektion der Flächeninanspruchnahme in Deutschland und somit an der Zeit eine Zwischenbilanz zu ziehen. Seit den Anfängen unverändert ist, dass die Analysen und Projektionen konsistent in das umweltökonomische Modell PANTA RHEI integriert sind. Hierdurch ist gewährleistet, dass sowohl für die Historie als auch für den Projektionshorizont auf einen sehr umfangreichen und detaillierten ökonomischen Datensatz zurückgegriffen werden kann. Die demografischen Entwicklungen sind zentrale exogene Vorgaben an das System.

Die empirische Analyse widmet sich zunächst der Frage, inwiefern die historisch beobachtete Entwicklung der Flächeninanspruchnahme, differenziert nach Flächennutzungsarten, auf ökonomische und/oder demographische Entwicklungen zurückgeführt werden kann. Die identifizierten Systemzusammenhänge sind anschließend Grundlage der modellgestützten Projektionen. Bereits früh zeigte sich, dass hierfür die Betrachtung der nationalen Ebene nicht ausreicht. Dies gilt in besonderer Weise für regionale Bevölkerungsentwicklungen, welche für die Inanspruchnahme von GF-Flächen von weit größerer Bedeutung sind als gesamtwirtschaftliche Entwicklungen. Zudem gehen ähnliche ökonomische oder demographische Veränderungen in den Regionen Deutschlands mit stark divergierenden Änderungen der Flächennutzung einher. Vor diesem Hintergrund wurde das Modell im Rahmen des REFINA-Förderschwerpunkts bis auf die Kreisebene disaggregiert (PANTA RHEI REGIO). Zuletzt war das Modell Grundlage eines vom BMVBS finanzierten Forschungsvorhabens zu den Wirkungen einer unterstellten Erreichung des 30-ha-Ziels für Deutschland.

Wie jede empirische Arbeit ist auch die Analyse und Projektion von Flächennutzungen in entscheidender Weise von der Qualität der zugrunde liegenden statistischen Quellen abhängig. Im Hinblick auf die amtliche Flächenstatistik auf Kreisebene ergibt sich hieraus die Notwendigkeit, den eigentlichen Analyse- und Projektionsarbeiten intensive Plausibilitätsprüfungen voranzuschalten.

Aktuelle Projektionsergebnisse des Modells besagen, dass bis zum Jahr 2020 mit einem weiteren Rückgang der Flächeninanspruchnahme zu rechnen ist. Dies gilt in erster Linie für die GF-Fläche Wohnen. Das 30-Hektar-Ziel, welches sich auf die gesamte SuV-Fläche bezieht, wird hingegen deutlich verfehlt. Aus räumlicher Perspektive werden Anpassungserfordernisse der Flächeninanspruchnahme in besonders ausgeprägter Form in einer Vielzahl von zentralen Räumen Süddeutschlands, Nordwestdeutschlands und im Umland von Berlin gesehen.

Kontaktdaten
Martin Distelkamp
Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung mbH
Heinrichstr. 30, 49080 Osnabrück   
Telefon: 0541/40933-160
Fax: 0541/40933-110
E-Mail: distelkamp[im]gws-os.com
Internet:  http://www.gws-os.com

Dr. Karsten Rusche, Alexander Mayr
ILS – Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH

Gewerbeflächenprognosen – methodische Zugänge und Forschungsbedarf

Im Zuge des demografischen und wirtschaftsstrukturellen Wandels wird mittelfristig die Ent­wick­lung von Flächen für wirtschaftliche Zwecke gegenüber der Wohnnutzung stärker ins Ge­wicht fallen. Aufgrund teilräumlich sehr unterschiedlicher Entwicklungspfade werden sche­ma­tische Flächeneinsparungsziele von regionalen Akteuren aus Politik und Planung sehr kritisch gesehen, da negative Auswirkungen auf die Entwicklung von Bevölkerung und Wirt­schaft befürchtet werden. In diesem Kontext gewinnen Prognoseansätze an Bedeutung, die eine bedarfsgerechte Flächenpolitik ermöglichen. Diese Gegensätze erhöhen die An­for­de­run­gen und damit auch die Komplexität an ein Modell zur Gewerbe­flächen­be­darfs­prog­no­se. Aller­dings sollen gerade solche Planungsinstrumente in der Praxis angewandt werden. Sie müs­sen also für eine breite Anwenderschaft nachvollziehbar bleiben.

Im Bereich der Gewerbeflächenprognose dominiert in Deutschland das GIFPRO-Modell. Es ist zu Beginn der 1980er Jahre entstanden und im Zuge seiner Anwendung vielen Erwei­te­run­gen unterzogen worden. Die Grundlage dieses Ansatzes bilden die gewerbeflächen-be­an­spruchenden Beschäftigten (GIB), die in der Basisvariante des GIFPRO für drei Grob­sek­to­ren erfasst werden. Diesen Grundzahlen werden dann spezifische Flächenansprüche (Ge­wer­befläche je GIB) zugeordnet. Veränderungen im Flächenbedarf resultieren aus Zu­stands­ver­­änderungen, denen Unternehmen in ihrem Lebenszyklus unterworfen sind – Neu­grün­dung, Verlagerung, Erweiterung, Schließung.

Das GIFPRO-Modell sieht sich aktuell trotz seiner Beliebtheit in der Planungspraxis viel­fäl­ti­ger, vor allem methodischer, Kritik ausgesetzt. So ist zum einen in Frage zu stellen, ob die sehr differenzierte Flächennachfrage in einer Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft adäquat durch die Konzentration auf GIB abgebildet werden kann. Vielmehr ist anzunehmen, dass sich durch den technischen Fortschritt Flächen- und Beschäftigtenentwicklung vonein­an­der abgekoppelt haben. Zum anderen ist die pauschale Auf- und Abschlagsrechnung zur Er­mittlung der Flächenbedarfe kritisch zu sehen.

Aktuell lassen sich durch die steigende Verfügbarkeit von (georeferenzierten) Unter­neh­mens­­daten gerade die Zustandswechsel von Betrieben und ihre Flächenanforderungen em­pi­risch zuverlässiger erheben. Ein neuer Prognoseansatz sollte diese neuen Möglichkeiten in­tegrieren. Regional heterogene Strukturen und divergierende Trends der Wirtschafts­ent­wick­lung müssen berücksichtigt werden. Die Ergebnisse sollen dann die Grundlage für die Ab­bildung typischer Flächenbedarfe in einzelnen Sektoren sein, die auch die Art und Lage der benötigten Gewerbeflächen quantifizieren und qualifizieren.

Kontaktdaten   
Dr. Karsten Rusche
Institut für Landes- und Stadt-entwicklungsforschung
Postfach 101764, 44017 Dortmund   
Telefon: 0231 – 9051 – 234
Fax: 0231 – 9051 – 280
E-Mail: karsten.rusche[im]ils-forschung.de
Internet: http://www.ils-forschung.de

Dr. Gotthard Meinel, Ekkehard Scheffler
Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V.

Amtliche Flächenstatistik versus IÖR-Monitor

Die amtliche Flächenstatistik und der Monitor der Siedlungs- und Freiraumentwicklung (IÖR-Mo­nitor) beruhen auf unterschiedlichen Datengrundlagen. Das führt im Detail auch zu unter­schied­lichen und teilweise auch schwer vergleichbaren Flächenbilanzen.

Der Beitrag geht zuerst kurz auf die Datengrundlagen ein. Die amtliche Flächenstatistik be­ruht auf Informationen des Liegenschaftskatasters, indem Flächenangaben aus dem auto­ma­tisierten Liegenschaftsbuch aggregiert werden. Die Nutzungsarten und ihre jeweiligen Flä­chengrößen für jede Liegenschaft sind mit der geometrischen Darstellung in der Lie­gen­schaftskarte (ALK/ALKIS) gekoppelt, aber durch die getrennte Führung nicht ident. Dagegen be­ruht der Monitor der Siedlungs- und Freiraumentwicklung auf der Auswertung der Geo­me­trie- und Attributdaten geotopographischer Basisdaten Deutschlands, dem Amtlichen Topo­gra­phisch-Kartographisches Informationssystem. Die Flächen­nutzungs­klas­sen der beiden Da­tengrundlagen sind nicht unmittelbar vergleichbar.

Anschließend werden die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Datengrundlagen für die Er­stellung von Flächennutzungsstatistiken gegenübergestellt. Um die Flächenbilanzen ver­gleich­bar zu machen, wird eine Zuordnungsfunktion der Nutzungsklassen begründet. An­hand der Gebietsfläche Sachsens werden dann die Flächenbilanzen als Ergebnisse der geo­me­trischer Verschneidung aus beiden Betrachtungsrichtungen gegenübergestellt und an Bild­beispielen die unterschiedliche Flächenerhebung visualisiert und erläutert. Detaillierte Aus­führungen werden insbesondere zu den Nutzungsklassen bebaute Flächen In­dus­trie/Gewerbe, Siedlungsfreifläche, Verkehr, Straße, Abbauland, Wasser und Wege gegeben.

In einem abschließenden Teil wird eine erste Bewertung der Ergebnisse, differenziert für verschiedene Nutzungsklassen, vorgenommen.

Kontaktdaten
Dr. Gotthard Meinel
Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V.
Weberplatz 1, 01217 Dresden   
Telefon: 0351 / 4679 254
Fax: 0351 / 4679 212
E-Mail: G.Meinel[im]ioer.de
Internet: http://www.ioer.de

Amtliche Geodaten und -dienste

Wolfram Kunze
AdV – Revisionsausschuss

Das ATKIS Basis-DLM im neuen Gewand

Die Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) beschloss 1995, ihre bis dahin weitgehend getrennt entwickelten und ge­pfleg­ten Informationssysteme ALB (Automatisiertes Liegenschaftsbuch), ALK (Automa­tisierte Liegenschaftskarte) und ATKIS (Amtliches Topgraphisch-Kartographisches Informations­sys­tem) durch ein neu zu entwickelndes, integriertes System zu ersetzen.

Die bestehenden, zum großen Teil selbst entwickelten Systeme konnten nur mit großem Auf­wand an neue Anforderungen angepasst werden. Sie sollten in Verbindung mit der Neu­aus­rich­tung durch Standardsoftware von GIS-Herstellern abgelöst werden. Das propagierte ge­mein­same Datenaustauschformat EDBS (Einheitliche Datenbankschnittstelle) hatte un­ter­schied­liche Ausprägungen und wurde auf Grund seiner Komplexität vom Markt nur zögernd oder gar nicht angenommen. Die vorhandenen internationalen Normen und Standards für Geo­daten wurden nicht genutzt, so dass sich die bestehenden Systeme und Daten nicht für eine Integration in die aufkommenden Geodateninfrastrukturen eigneten.

Es wurde aber bald erkannt, dass eine rein formale Harmonisierung des Datenmodells und der Schnittstelle nicht ausreichend ist. Vielmehr musste auch eine semantische Zusammen­füh­rung (gemeinsames Objektverständnis und gemeinsamer Objektartenkatalog) vor­ge­nom­men werden. Ein entsprechender Beschluss wurde vom AdV-Plenum im Jahr 1997 gefasst.

Nach fast 15-jähriger, intensiver Entwicklungs- und Implementierungsarbeit ist das ge­mein­sa­me auf Normen basierende AAA-Datenmodell entstanden. Die darin enthaltenden Fach­sche­mata AFIS (Amtliches Festpunktinformationssystem), ALKIS (Amtliches Liegen­schafts­ka­tasterinformationssystem) und ATKIS (Amtliches Topographisch-Kartographisches Infor­ma­tionssystem) sind teilweise bereits in die Praxis eingeführt werden.

Die Namensgleichheit bei ATKIS suggeriert, dass keine oder kaum Änderungen für diese Fach­anwendung stattgefunden haben. Es sind aber auch für ATKIS eine Reihe von grund­le­gen­den Neukonzeptionen umzusetzen. Es ist nicht möglich in einer Migration den Umstieg vom alten in das neue Datenmodell durchzuführen. Einige Sachverhalte können in einer "Vormigration" bereinigt werden, andere aber müssen eine Nachmigration durchlaufen.

Kontaktdaten
Wolfram Kunze
Bezirksregierung Köln
Dezernat 71
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Fax: 0221 / 147 4182
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Stephan Heitmann
Ministerium für Inneres und Kommunales NRW

Das neue Geobasisprodukt '3D-Gebäudestrukturen' – Erstellung, Aktualisierung, Anwendungsmöglichkeiten

Die Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen Deutschlands hat beschlossen, ab 2013 ein dreidimensionales Gebäudemodell als bundesweites, einheitliches Geobasisprodukt anzubieten. Dabei wird jedes Gebäude durch ein Klötzchen repräsentiert werden (sog. Level of Detail 1 - LoD1). Zurzeit werden dafür die technischen Grundlagen gelegt, indem der kommende, bislang rein zweidimensional modellierte Standard für das Liegenschaftskataster – ALKIS – um entsprechende 3D-Komponenten erweitert wird. Gleichzeitig werden die Voraussetzungen geschaffen, um in einer folgenden Entwicklungsstufe des Modells auch einfache Dachgeometrien ablegen zu können (sog. LoD2).

Von den Bundesländern konnte sich neben den Stadtstaaten Berlin und Hamburg bislang insbesondere Nordrhein-Westfalen mit einem vollständigen 3D-Gebäudemodell positionieren. Seit 2007 produziert die Landesvermessung NRW (Bezirksregierung Köln/Abt. Geobasis NRW) ein landesweites Gebäudemodell im LoD1, das insbesondere von der Umweltverwaltung zur Berechnung von Lärmsimulationen genutzt wird. Die Ableitung erfolgt einmal jährlich in einem vollautomatischen Prozess, der ausschließlich auf ohnehin vorhandene Datensätze zurückgreift. Jeder im Liegenschaftskataster vorhandene Gebäudeumring wird zur Bestimmung der Bodenhöhe mit dem Digitalen Geländemodell und zur Bestimmung der Dachhöhe mit dem aus Laserscanningbefliegungen stammenden Digitalen Oberflächenmodell verschnitten. Ergänzt um Adressdaten und versehen mit der Gebäudenutzung aus dem Liegenschaftskataster werden die Gebäudeobjekte schließlich im Format CityGML zur Verfügung gestellt. Datenerfassungen speziell für das 3D-Gebäudemodell finden nicht statt.

Als automatisch abgeleitetes Produkt kann das 3D-Gebäudemodell in NRW nur so gut sein wie seine Ausgangsdaten. Ein erster großer Qualitätssprung steht zu erwarten, wenn in Nordrhein-Westfalen ALKIS als neuer Standard für das Liegenschaftskataster flächendeckend eingeführt worden ist. ALKIS kennt eindeutige Objekt-IDs, so dass unzweifelhaft erkennbar sein wird, welche Gebäude untergegangen bzw. neu errichtet worden sind. Ein zweiter Schub wird sich ergeben, wenn ALKIS künftig 3D-fähig sein wird. Durch die Integration der 3D-Information in das Liegenschaftskataster werden neue, dann objektscharfe Fortführungsstrategien denkbar, die auf der amtlichen Gebäudeeinmessung oder der Auswertung von Bauakten basieren könnten.

Kontaktdaten   
Stephan Heitmann
Ministerium für Inneres und Kommunales NRW
Haroldstraße 5, 40213 Düsseldorf   
Telefon: 0211/871-2627   
Fax: 0211/871-16-2627       
E-Mail: stephan.heitmann[im]mik.nrw.de
Internet: http://www.mik.nrw.de

Marcus Dora
Städtisches Vermessungsamt Dresden, Abteilung Geoinformation

Informationsdienst "GeoDaten Dresden" – informatorisches Instrument zum Flächensparen?

Bei dem 2. Dresdner Flächennutzungssymposium 2010 wurde festgestellt, dass es eine große Flut an Planungs-Informationen gibt, diese aber nicht in qualifizierter Art und Weise den Entscheidungsträgern in der Siedlungspolitik zur Verfügung gestellt werden. Es fehlt die Verknüpfung verschiedenster Informationen auf verschiedensten Planungsebenen. Es gibt Defizite bei der Erfassung, bei der Weitergabe und der Auswertung von Informationen.

Die Landeshauptstadt Dresden bietet mit dem Informationsdienst „GeoDaten Dresden" einen Informationspool an, der dazu dient, Geo- und Sachdaten als Träger von Informationen mit möglichst einfachen Mitteln innerhalb der Landeshauptstadt Dresden verfügbar zu machen. Dieser Dienst wird inzwischen von vielen Ämtern der Stadtverwaltung Dresden und auch von externen Firmen intensiv genutzt und – viel wichtiger noch – mit Informationen gefüttert. Das Städtische Vermessungsamt sieht sich hier als Dienstleister, der die Infrastruktur am Laufen hält, den Datenzugriff regelt und die Geobasisdaten bereitstellt. Alle weiteren Fachdaten werden zwar dezentral in den jeweiligen Fachämtern weiterhin gepflegt, stehen aber so zeitgleich allen Nutzern des Informationsdienstes zentral zur Verfügung.

Intensiver Nutzer des Informationsdienstes ist das Dresdner Stadtplanungsamt. Hier soll an vielen konkreten Beispielen gezeigt werden, wie die im letzten Jahr aufgezeigten Probleme in Dresden überwunden und somit siedlungspolitische Aufgaben immer effektiver wahrgenommen werden können. Hierbei sollen keine klassischen GIS-Techniken betrachtet werden. Vielmehr geht es darum, wie anhand des zentral bereitgestellten Datenpools ämterübergreifende Projekte ermöglicht werden können. Weiterhin sollen noch Web-Dienste und das Standardformat „XPlanGML" vorgestellt werden. Hier wird dann die kommunale Ebene verlassen und ein möglicher Weg zu einer besseren Kooperationskultur staatlicher Behörden aufgezeigt.

Kontaktdaten   
Marcus Dora
Landeshauptstadt Dresden
Städtisches Vermessungsamt
Abteilung Geoinformation
Ammonstraße 74, 01067 Dresden   
Telefon: 0351 / 488-4145   
Fax: 0351 / 488-4163   
E-Mail: mdora[im]dresden.de
Internet: http://www.dresden.de/geoinformationen

Monitoring, Bewertung, Visualisierung

Robert Hecht, Hendrik Herold
Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V.

Neue Entwicklungen in der Erhebung gebäudebasierter siedlungsstruktureller Indikatoren – auf dem Weg zu SEMENTA 2.0

Vor dem Hintergrund einer nachhaltigeren Nutzung und Entwicklung von Siedlungsflächen werden objektive, flächendeckende und hochauflösende Daten zur Siedlungsstruktur benötigt. Aus diesem Grunde wurden im IÖR Verfahren zur gebäudebasierten Siedlungsstrukturanalyse wie der SettlementAnalyzer (SEMENTA® bzw. SEMENTA-CHANGE) entwickelt, die es erlauben, auf Grundlage aktueller Geobasisdaten sowie historischen topographischen Karten die Gebäudestruktur zu analysieren, um siedlungsstrukturelle Kennzahlen zur Gebäudedichte, Geschossflächenzahl oder Einwohnerzahlen für große Flächen abzuleiten.

Im Rahmen des Vortrages werden aktuelle Neuerungen dieser Kerntechnologie vorgestellt, insbesondere die Anpassung an neue Verfahren und die Verwendung neuer Datengrundlagen, die den Gebäudebestand genauer abbilden als bisher (z. B. Hausumringe, Hauskoordinaten, 3D-Gebäudestrukturen). Der größere Maßstab und die damit verbundene höhere geometrische Form- und Lagegenauigkeit erlauben eine genauere Berechnung der Kennzahlen und Klassifizierung der Siedlungsstruktur und deren Veränderung über die Zeit.

Im zweiten Teil des Vortrages werden Weiterentwicklungen hinsichtlich der Datengewinnung für ein rückwärtiges Monitoring der Siedlungs- und Gebäudeentwicklung vorgestellt. Als Datengrundlage stehen topographische Kartenserien früherer Zeitstände als digitale Bilder oder in analoger Form zur Verfügung. Für die operationelle Nutzung müssen diese automatisiert georeferenziert und interpretiert werden. Dazu werden ausgewählte aktuelle Aspekte vorgestellt. Abschließend wir ein kurzer Ausblick auf die weiteren geplanten Entwicklungen gegeben.

Kontaktdaten
Robert Hecht und Hendrik Herold
Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V.
Weberplatz 1, 01217 Dresden   
Telefon: 0351 / 4679 248
Fax: 0351 / 4679 212
E-Mail: R.Hecht@ioer.de, H.Herold[im]ioer.de
Internet: http://www.ioer.de

Prof. Dr. habil. Nguyen Xuan Thinh
TU Dortmund, Fakultät Raumplanung, RIM

Monitoring- und Bewertungsmethoden von Problem- und Stadterneuerungsgebieten – Realisierung im Stadtteilmonitor Dresden

In fast jeder deutschen Großstadt existieren Gebiete mit relativ geringer Lebensqualität. Ein­mal im Abwärtstrend entsteht in solchen teilstädtischen Arealen häufig eine Spirale von öko­no­mischen, sozialen und/oder ökologischen Problemen, wo Maßnahmen der Städte­bau­för­de­rung besonders wichtig sind. Zur wirksamen Gegensteuerung müssen entstehende Probleme frühzeitig erkannt werden, damit Stadterneuerungsmaßnahmen möglichst effektiv durch­geführt werden können. Der Beitrag beschreibt eine integrierte Methodik zum Mo­ni­to­ring von benachteiligten Stadtgebieten sowie deren Implementierung und Einsatz im Stadt­pla­nungsamt der Landeshauptstadt Dresden. Diese Arbeit wurde im Rahmen eines 2010 ab­ge­schlossenen Projektes im IÖR geleistet.

In Kooperation mit der Stadt Dresden entstand ein Indikatorensystem aus 52 Indikatoren, wel­chen sechs Dimensionen zur Messung der Lebensqualität zugeordnet sind. Diese In­di­ka­to­ren wurden auf Ebene der Statistischen Bezirke für mehrere Zeitpunkte erfasst und auf­be­rei­tet. Das System ist so konzipiert und implementiert, dass es jederzeit um neue Indikatoren und/oder um neue Zeitpunkte erweitert werden kann. Das Indikatorensystem ist in hohem Maße auf die anderen Indikatorensysteme des Berichtswesens der Stadt Dresden ab­ge­stimmt, wie z. B. Berichte zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (INSEK), dem Stadt­ge­sund­heitsprofil sowie dem Lebenslagenbericht und die Umweltberichtserstattung des Um­welt­amts.

Umfangreiche Analyse- und Visualisierungsmöglichkeiten in Form von Karten, Tabellen, Linien- und Säulen-Diagrammen, Histogrammen sowie Spinnendiagrammen stehen dem Nutzer des Monitoringsystems zur Verfügung. Zur multikriteriellen Bewertung der Lebens­qua­lität in den Statistischen Bezirken wurde eine Bewertungsmethode entwickelt und getestet, die die Vorteile der Methode „z-Transformation" und Extrem­wert­nor­mie­rungs­me­tho­de vereint.

Das Monitoringsystem ermöglicht eine kleinräumige Beobachtung und Bewertung der Le­bens­­qualität in Dresden und trägt wesentlich zur Beschleunigung der Informations­be­schaf­fung für die Begründung, Beantragung und Abwicklung von Städtebau­förde­rungs­maß­nah­men bei. Auf dieser Grundlage kann die Stadt externe Fördermittel besser einwerben. Politische Anfragen zum Stand der Stadterneuerung können schnell und zielgerichtet be­ant­wor­tet werden. Durch die Bewertung und Visualisierung der Lebensqualität auf kleinräumiger Ebene wird für die gesamte Stadt ersichtlich, in welchen Statistischen Bezirken ein Hand­lungs- und Entwicklungsbedarf besteht.

Kontaktdaten
Prof. Dr. habil. Nguyen Xuan Thinh
TU Dortmund, Fakultät Raumplanung
August-Schmidt-Str. 10, 44227 Dortmund   
Telefon: 0231-755-2247
Fax: 0231-755-2508
E-Mail: nguyen.thinh[im]tu-dortmund.de
Internet: http://www.raumplanung.tu-dortmund.de/rim

Jochen Förster, Dr. Tobias Krüger, Kerstin, Mühlner, Dr. Gotthard Meinel
Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V.

Neue Analyse- und Visualisierungsmöglichkeiten im Monitor der Siedlungs- und Freiraumentwicklung

Der Beitrag stellt die neuen Entwicklungen und Werkzeuge in der Analyse und Er­geb­nis­visualisierung im Monitors der Siedlungs- und Freiraumentwicklung (IÖR-Monitor) vor. Damit wird das Angebot an Auswertemöglichkeiten bedeutend erweitert, um dem Nutzer Informa­tio­nen in Text- und Tabellenform sowie grafisch aufbereitet, in Form von Karten und Dia­gram­men, bereitzustellen. Vor allem die grafischen Darstellungen und Werkzeuge unter­lie­gen dabei einer Modernisierung und Anpassung an die Bedürfnisse der Nutzer, an die tech­ni­schen Neuerungen und an Veränderung in der Datenlage.

Neu ist so z. B. im Übersichtsviewer die Möglichkeit der Darstellung auch von Raum­ord­nungs­regionen. Erste Indikatoren werden auch in Form einer deutschlandweiten Rasterkarte mit 10 km-Rasterweite gezeigt. Für die Verwendung der, durch Klassifikations- und Farb­aus­wahl sowie durch Einblendung von Zusatzinformationen (Flüsse, Autobahnen, Orte), in­di­vi­duell gestalteten Karten in Publikationen, wird nun eine Exportfunktion für Karten in Raster­for­maten (PNG, TIFF, JPEG) in verschiedenen Auflösungen sowie ein Export als vek­tor­ba­sier­tes PDF angeboten. In Tabellenanzeigen besteht nun die Möglichkeit, einen zweiten, frei wähl­baren Indikator anzuzeigen und somit erstmals auch direkte Indikatorenvergleiche, für die jeweils ausgewählten Gebietseinheiten, durchzuführen. Durch den Export von Ver­gleichs­tabellen als CSV-Daten ist eine weitergehende statistische Analyse, wie Kor­rela­tions­rech­nungen usw., möglich.

In der Umsetzung befindet sich derzeit die Anzeige von Entwicklungskarten aus der Ta­bel­len­anzeige heraus. Diese ermöglicht dann die Visualisierung und Bewertung räumlicher Ent­wick­lungen. Während der Übersichtsviewer in seiner Interaktivität und der räumlichen Auf­lö­sung begrenzt ist, wird mit dem Detailviewer echte GIS-Funktionalität angeboten. Der auf OpenLayers beruhende Client ermöglicht u. a. Zoom und Roaming, sodass die berechneten In­diktoren bis zu einer Rasterweite von 100 m angezeigt werden können. Auch können öffentliche Geodienste (Google Maps, Bing Maps, OpenStreetMap) oder auch WMS-Dienste mit den Indikatorendarstellungen, mit wählbarem Transparenzgrad, kombiniert werden. Das er­möglicht ein besseres Verständnis der Sachverhalte. Auch sind durch Wahl eines zweiten Viewers unmittelbare räumliche Entwicklungsvergleiche möglich.

Kontaktdaten
Jochen Förster
Leibniz-Institut für ökologische
Raumentwicklung e. V.
Weberplatz 1, 01217 Dresden   
Telefon: 0351/4679 222
Fax: 0351 / 4679 212
E-Mail: monitor[im]ioer.de
Internet: http://www.ioer.de