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Forschungsbereich:
Wandel und Management von Landschaften

Löbestein

Landmanagementsysteme, Ökosystemdienstleistungen und Biodiversität – Entwicklung von Steuerungsinstrumenten am Beispiel des Anbaues nachwachsender Rohstoffe

Foto: IÖR, Bastian

Das Projekt LÖBESTEIN trägt unter den Bedingungen eines verstärkten Anbaus nachwachsender Rohstoffe dazu bei, dass die von der Natur bereitgestellten Leistungen zum Wohle des Menschen erhalten und gefördert werden. Sein Ziel ist, diese Ökosystemgüter und -dienstleistungen besser in die gesellschaftlichen Entscheidungsprozesse einzubeziehen, um Aktivitäten zum Klimaschutz mit den Bemühungen zum Erhalt der Biologischen Vielfalt und der Ökosysteme optimal zu verbinden.

Das Projekt wird gemeinsam vom IÖR mit dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung e.V. (ZALF), dem Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), der Lausitzer Erzeuger- und Verwertungsgemeinschaft Nachwachsende Rohstoffe e.V. (LEVG) als Praxispartner und dem Internationalen Begegnungszentrum St. Marienthal (IBZ) durchgeführt. Der Landkreis Görlitz dient dabei als Beispielregion, da er mit Ausnahme von Küsten und Hochgebirgen alle für Mitteleuropa typischen Naturräume umfasst. Auch lassen sich in einigen Bereichen des Landkreises bereits heute Merkmale des prognostizierten Klimawandels, z. B. ausgeprägte Sommertrockenheit, absinkender Grundwasserspiegel und Extremwetterereignisse beobachten. Als Vergleichs- und Überprüfungsregion dient der Landkreis Uckermark in Brandenburg.

Das im Projekt angewendete Konzept der Ökosystemdienstleistungen beschreibt und bewertet Leistungen, die von der Natur erbracht werden und dem Menschen nützen. Neben marktfähigen Leistungen, wie die Bereitstellung von Lebensmitteln oder Energiepflanzen (Mais oder Holz-Hackschnitzel), sind dies z. B. der Schutz vor Hochwasser, die Vielfalt an Arten und Ökosystemen, aber auch attraktive Landschaftsbilder (zur Erholung und Freizeitnutzung). Auch Güter und Dienstleistungen ohne Marktwert sind für das Wohlergehen des Menschen gleichwohl unabdingbar.

Dem Ansatz der Ökosystemdienstleistungen wird daher in der Sicherung bzw. Entwicklung eines nachhaltigen Landmanagements als Bindeglied zwischen naturwissenschaftlichem Sachverhalten und gesellschaftlichem Handeln, etwa im Millennium Ecosystem Assessment der UNO, eine besondere Bedeutung beigemessen. Im Projekt LÖBESTEIN findet ein Praxistest dieses Konzeptes statt, um zu überprüfen, ob es bei der Steuerung des Anbaus nachwachsender Rohstoffe anwendbar ist. Zudem werden Schwellenwerte und Minimalanforderungen erarbeitet, die der Anbau von Biomasse zu energetischen Zwecken erfüllen soll, um alle relevanten Ökosystemdienstleistungen nachhaltig zu sichern.

Forscher und verschiedene Akteure aus der Praxis überprüfen beispielhaft Steuerungs-, Planungs- und Förderinstrumente unter Berücksichtigung von Ökosystemdienstleistungen auf ihre Wirksamkeit in der Landnutzung unter dem Gesichtspunkt eines verstärkten Anbaus von Energiepflanzen. Es werden dabei gemeinsam getragene Empfehlungen für eine Optimierung bzw. Neugestaltung von möglichen Steuerungsinstrumentarien erarbeitet. Ziel dabei ist es, die Leistungsfähigkeit der Natur zur Bereitstellung von Ökosystemdienstleistungen, insbesondere der biologischen Vielfalt, als ein zentrales Element, zu verbessern. Die Instrumentarien sollen ökonomisch, juristisch und planerisch realistisch sein und bei Praktikern auf hohe Akzeptanz stoßen.

Weitere Informationen zum Projekt LÖBESTEIN, wie aktuelle Termine und weiterführende Informationen, finden Sie auf der Internetpräsenz der Stiftung Internationales Begegnungszentrum St. Marienthal


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Laufzeit

7/2010-6/2013

 

Ansprechpartner

Dr. Gerd Lupp
Tel.: +49 (0) 351 46 79 279
G.Lupp[im]ioer.de

Finanzierung

gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderschwerpunktes "Nachhaltiges Landmanagement" (FKZ 033L028A-E)

 

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