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Forschungsbereich:
Wandel und Management von Landschaften

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Konstituierung von Kulturlandschaft durch Diskurse und Diskurskoalitionen

Die Veranstaltung "Diskursanalysen in der Landschafts-, Raum-  und Nachhaltigkeitsforschung – Abschlussworkshop des DFG-Projekts 'Konstituierung von Kulturlandschaften durch Diskurse und Diskurskoalitionen'" fand am 18. April 2012 im Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) statt.
Veranstaltungsflyer (PDF 3,16 MB)

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Dieses von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt steht vor dem Hintergrund, dass Kulturlandschaft in jüngster Zeit sowohl in den Raumwissenschaften als auch in der Planungs- und Umsetzungspraxis wachsende Beachtung erfährt. Seit Jahren finden in Praxis und Wissenschaft intensive Auseinandersetzungen darüber statt, was Kulturlandschaft ist und sein sollte. Eher traditionelle, bewahrende Positionen stehen dabei verschiedenen "neuen" Kulturlandschaftsverständnissen gegenüber. Letztere implizieren, dass jegliche Gebiete als "Kulturlandschaft" bezeichnet werden können, zum Beispiel auch suburbane Räume, Bergbaufolgelandschaften oder so genannte Energieproduktionslandschaften. Befördert wurde die Kontroverse unter anderem durch den Landschaftsbegriff der Europäischen Landschaftskonvention und durch Zukunftsszenarien wie etwa "Future Landscapes" (Artner et al. 2006).

Aus diskursanalytischer, sozialkonstruktivistischer Sicht bezeichnet "Kulturlandschaft" kein physisches oder mentales Phänomen, sondern ein gesellschaftliches Kommunikat, also ein Produkt und ein Medium der Kommunikation als sozialer Praxis.

Ziele
Bislang haben sich erst wenige Autoren aus diskursanalytischer Sicht mit der Konstituierung von "Kulturlandschaft" beschäftigt. Auch die Dynamik kulturlandschaftsbezogener Diskurse, das heißt ihre Veränderung und Entwicklung im Zeitverlauf, sowie die Konflikte zwischen konkurrierenden Diskursen, sind erst wenig erforscht. Konflikt und Macht stellen Kategorien dar, die in der bisherigen Kulturlandschaftsforschung wenig beachtet worden sind.

Ziel des Vorhabens ist es daher zu untersuchen, wie "(Kultur-) Landschaft" als Kommunikat über konflikthafte Diskurse konstituiert wird. Zunächst wurde die diskursive Konstituierung von "(Kultur-) Landschaft" in großflächigen, nicht-ortsbezogenen politischen Diskursen analysiert. Dabei beschränkten wir uns auf landschaftsbezogene Diskurse in der Windenergiedebatte, da eine Vorstudie zeigte, dass "Landschaft" in diesem Themenfeld besonders kontrovers diskutiert wird. In diesem Untersuchungsschritt wurden die wesentlichen Landschaftskonzepte mit ihren jeweiligen Merkmalen und die Argumentationsmuster, welche Landschaftskonzepte und Positionen in der Windenergiedebatte verknüpfen, herausgearbeitet.

Auf dieser Grundlage wurden in einem zweiten Schritt ortsbezogene Auseinandersetzungen zur Windenergienutzung, in denen auch "Landschaft" thematisiert wird, anhand von zwei Fallstudien – Wolfhagen und das Erzgebirge –  untersucht. Hier richtete sich das Erkenntnisinteresse u. a. darauf, in welcher Form die zuvor ermittelten Diskursstränge lokal reproduziert und transformiert werden, welche Toponymenkonzepte zu erkennen sind, welche Akteure und Diskurskoalitionen beteiligt und welche Machteffekte zu beobachten sind.

Publikationen

Leibenath, M.; Heiland, S.; Kilper, H.; Tzschaschel, S. (Hg.) (Im Erscheinen)
Wie werden Landschaften gemacht? Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Konstituierung von Kulturlandschaften.
Bielefeld: Transcript.

Leibenath, Markus; Otto, Antje. (Im Erscheinen)
Diskursive Konstituierung von Landschaften in Windenergie-Diskursen: Das Beispiel Wolf­hagen
In: Leibenath, M.; Heiland, S.; Kilper, H.; Tzschaschel, S. (Hg.): Wie werden Landschaften gemacht? Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Konstituierung von Kulturlandschaften.
Bielefeld: Transcript.

Leibenath, Markus; Otto, Antje. (Im Erscheinen)
Diskursive Konstituierung von Kulturlandschaft am Beispiel politischer Windenergiediskurse in Deutschland
In: Raumforschung und Raumordnung

Gailing, Ludger; Leibenath, Markus. (Im Erscheinen)
Von der Schwierigkeit, "Landschaft" oder "Kulturlandschaft" allgemeingültig zu definieren
In: Raumforschung und Raumordnung

Leibenath, Markus; Gailing, Ludger. (Im Erscheinen)
Semantische Annäherung an "Landschaft" und "Kulturlandschaft"
In: Schenk, W.; Kühn, M.; Leibenath, M.; Tzschaschel, S. (Hrsg.) : Suburbane Räume als Kulturlandschaften. Hannover : ARL, Im Erscheinen

Leibenath, Markus; Otto, Antje (2011)
New insights into the German discourse of landscape related to wind turbines
In: Frantál, B. (Ed.): Exploring new landscapes of energies. Collection of extended abstracts of papers from the 8th International Geographical Conference & Workshop CONGEO 2011, August 1-5, 2011, Brno, Czech Republic. Brno : Institute of Geonics, Academy of Science oft the Czech Republik, 2011, 13-15

Gailing, Ludger und Markus Leibenath. (2010)
Diskurse, Institutionen und Governance: Sozialwissenschaftliche Zugänge zum Untersuchungsgegenstand Kulturlandschaft.
In: Berichte zur deutschen Landeskunde 84 (1), 9-25.

Projektverbund
Das Vorhaben bildet einen eigenständigen Bestandteil eines Projektverbunds im Rahmen des raumwissenschaftlichen Netzwerks 4R der Leibniz Gemeinschaft. Parallel zum Kulturlandschaftsprojekt des IÖR wurden auch Projekte des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL) in Leipzig, des Leibniz-Instituts für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) in Erkner und von Prof. Stefan Heiland (Technische Universität Berlin) von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt. Die Projekte beschäftigen sich mit unterschiedlichen Facetten des gemeinsamen Oberthemas "Konstituierung von Kulturlandschaft".

Die Abschlusskonferenz "Konstituierung von Kulturlandschaft - Wie wird Landschaft gemacht?" fand am 12. und 13. Mai 2011 im Leibnizhaus in Hannover statt.
Veranstaltungsflyer (PDF 2,3 MB) und Nachlese zur Veranstaltung


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Laufzeit

06/2008 - 12/2012 (voraussichtlich)

Ansprechpartner

Projektleitung
Dr. Ing.
Markus Leibenath

Tel. +49 (0)351 46 79 272
m.leibenath[im]ioer.de

Projektmitarbeiterin
Antje Otto
Tel. 0351 46 79 298
antje.otto[im]ioer.de

 

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