Prof. Dr. Marianne Darbi
Hochschule Geisenheim University
Um unvermeidbare Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft durch Infrastrukturvorhaben (z.B. Straßenbau) auszugleichen, sieht das Bundesnaturschutzgesetz seit 50 Jahren die Eingriffs-Ausgleichregelung vor. Hinsichtlich der Wirksamkeit und Effizienz von Kompensationsmaßnahmen sowie ihrer langfristigen Sicherung bestehen jedoch trotz langjähriger Erfahrungen weiterhin Herausforderungen. Der Vortrag greift aktuelle Ergebnisse aus dem transnationalen (Deutschland, Österreich, Schweiz) Forschungsprojekt „Ausgleichsflächen im Wandel“ auf. Ausgehend von ihrer 50-jährigen Entwicklung werden der aktuelle Stand der Umsetzung, bestehende Instrumente und Erfahrungen sowie zentrale Herausforderungen der Eingriffsregelung betrachtet. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Planung, Sicherung, Pflege und Monitoring von Kompensationsflächen und -maßnahmen angesichts zunehmender Unsicherheiten im Lichte des Klima- und Landschaftswandels zukunftsfähig weiterentwickelt werden können.
Unsere Referentin:
Marianne Darbi ist Diplom-Landschaftsarchitektin, Umweltplanerin und -forscherin mit langjähriger Erfahrung im Bereich Landschafts- und Raumplanung. Im Fokus ihrer Forschung stehen Biodiversitätsschutz und -management sowie Folgenbewältigung von Umwelteingriffen im nationalen und internationalen Kontext. Besonders am Herzen liegen ihr die Politik- und Gesellschaftsberatung, sowie Anwendungsrelevanz und internationale Anschlussfähigkeit der Forschung.
Seit 2020 hat Marianne Darbi an der Hochschule Geisenheim University die Professur für Landschaftsplanung und Eingriffsfolgenbewältigung inne. Darüber hinaus koordiniert sie seit 2018 das Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung (NeFo) Deutschland. Sie ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen und im NBS-Wissenschaftsforum.