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Euroregion Weinviertel-Südmähren-Westslowakei

Regionsprofil
Bevölkerung
Infrastruktur
Wirtschaftsstruktur
Landwirtschaft
Tourismus & Kultur
Qualifikation und Bildung
Umwelt, Natur und Landschaft

Umwelt, Natur und Landschaft
Euroregion Weinviertel-Südmähren-Westslowakei

Die Abgeschiedenheit der einstigen Grenzregionen an der politischen Schnittstelle zwischen Ost und West haben unberührte Naturräume in ihrer Entwicklung besonders gefördert. Sie sind heute zweifellos mit den touristischen und verkehrspolitischen Projektvorhaben konfrontiert, die sich durch die neue geopolitische Situation ergeben haben.

Auswahl bedeutender Schutzgebiete:

  • Nationalpark Donauauen
  • Nationalpark Thayatal/Podyjí
  • UNESCO Weltkulturerbe Liechtensteinschlösser Lednice und Valtice
  • Landschaftsschutzgebiet Pálava (UNESCO Biosphärenreservat)
  • Naturpark Leiser Berge
  • Ramsar-Schutzgebiet March-Thaya-Auen

Ein weiteres großes Landschaftsschutzgebiet erstreckt sich entlang der Kleinen Karpaten und der Weißen Karpaten.

Karte 5: Natur- und Landschaftsschutz im Grenzraum   Karte 7: Gewässerqualität

Wasser
Die EUREGIO wird durch March und Thaya entwässert. Aufgrund der geringen Niederschläge gibt es relativ wenige Oberflächenwässer. Grundwasser kommt häufig in den Quartärablagerungen des Wiener Beckens und der záhorischen Ebene vor. Die ergiebigsten Grundwasservorkommen der Slowakei liegen in der Donauebene südlich von Bratislava (Wasserschutzgebiet). Wasserschutzgebiete größeren Ausmaßes befinden sich außerdem im Marchfeld, im Raum von Hainburg, um Hodonín und bei Novosedly.

Durch die fortschreitende Eintiefung von Donau und March, intensiv Wasserentnahmen von Industrie und Landwirtschaft und die Ausräumung der Landschaft sinkt der Grundwasserspiegel ständig ab. Beeinträchtigungen des Grundwassers haben ihre Ursache zum Teil in der agrarischen Nutzung, in der zunehmenden Schadstoffbelastung wilder Deponien.

Zwischen der Kleinen Donau und der Mosoni Donau befindet sich einer der größten Grundwasserseen Mitteleuropas mit einem noch unerschlossenen Grund- und Trinkwasserreservoir von internationaler Bedeutung.

Karte 6: Wasserschutzgebiete im Grenzraum

Landschaftseinheiten
Teile des Wiener Beckens
Das Marchfeld, als nördlicher Teil dieses inneralpinen Beckens dehnt sich zwischen der Donau im Süden, der March und den Kleinen Karpaten im Osten sowie dem Großen Wagram im Norden aus. Mit seinen fruchtbaren Schwarzerdeböden wird es intensiv agrarisch genutzt.

Die záhorische Ebene, die vor allem aus Sand, Schiefer, Ton, Kalkstein und Lignit besteht, bildet den Großteil des Slowakischen Marchlandes. Geologisch unterscheidet sich die Tiefebene, deren zentralen Teil fruchtbare Lößablagerungen bilden, vom nördlich anschließenden Hügelland. Die niedrigen Hügel mit abflußlosen Vertiefungen, werden trotz Trockenheit - nördlich von Malacky findet man sogar Sanddünen - intensiv agrarisch genutzt. Zwischen den Marchauen und dem östlich liegenden Flugsandgebiet erstrecken sich die Marchterrassen. Den Abschluß der Záhorská Ebene nach Osten bildet die durch Sümpfe und Schwemmkegel von Karpatenbächen geprägte Bodensenke "Podmalokarpatska Znizezina".

Das nördliche Weinviertel und Dolnomoravský úval (nördlich der Záhorská Ebene) sind mit Schottern und Sanden aufgefüllt.

Die Karpaten, reichen mit den Hainburger Bergen bis nach Österreich. Im südlichen Teil der Kleinen Karpaten (Male Karpaty) von Bratislava bis Plavecky überwiegen kristalline Gesteine. Nordöstlich davon werden diese von Kalk und Kieseln immer mehr überlagert und verschwinden in der Tiefe. Kennzeichnend für die Kleinen Karpaten, dem Naherholungsraum von Bratislava, sind die zahlreichen Karstgebiete. Große Teile der Kleinen Karpaten sind sowohl als Rohstoffsicherungsgebiet als auch als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Zwischen den Kleinen und den Weißen Karpaten (Bile Karpaty) liegt das vorwiegend extensiv bewirtschaftete Hügelland von Myava, mit seinen breiten Tälern und flachen Hügellandschaften.

Flysch- und Klippenzone
Die Klippenzone zieht von Stockerau über Mikulov und Pavlov nach Nord-Nord-Ost und splittert sich in imposante, häufig mit Eichen- oder Föhrenwäldern bewachsene Kalkstöcke wie z.B. die Staatzer Klippen, die Leiser Berge oder die Falkensteiner Berge auf. Die widerstandsfähigen Kalke werden in Steinbrüchen abgebaut. Die Flyschzone des Wiener Waldes mit ihren sanften Sandsteinhügeln setzt sich von Korneuburg bis Bad Pirawarth nördlich der Donau fort.

Tertiäre Hügelländer
Die Klippenzone trennt das Weinviertler Hügelland vom Südmährisches Hügelland. Der westliche Teil, der aus Tonen, Sanden, Mergeln und Schottern gebildet wird, gehört zur Molassezone. Der Raum östlich der Klippenzone sank erst später ab und gehört zum großen Einbruchsgebiet des Wiener Beckens. Marine Sande und Tegel mit teilweise Erdöl- und Erdgas führenden Schichten füllen es bis 5.000 m tief aus. Während der Eiszeit erhielten weite Teile des Weinviertels und Südmährens eine dicke Lößdecke angeweht - die Grundlage für fruchtbare Schwarzerdeböden.

Das Granit- und Gneishochland der Böhmischen Masse
Im Westen ist der Manhartsberg, der sich von der Donau bis zur Thaya zieht, die Trennlinie zwischen dem Weinviertel und dem Waldviertel. Zwischen Vranov und Znojmo durchbricht die Thaya in einem über 100 Meter tiefen Steiltal das Urgestein der Böhmischen Masse. Die einzigartigen Hang- und Schluchtenwälder dieses Gebiet beherbergen zahlreiche geschützte Tier- und Pflanzenarten wie den Eisvogel, die Äskulapnatter, den Schwarzstorch oder den Uhu. Neben den naturbelassenen Schluchtenwäldern gibt es ein buntes Mosaik an Trockenrasen, Feuchtwiesen und Heidelandschaften mit floristischen Raritäten wie der bunten Schwertlilie oder der bunten Flockenblume.

Karte 8: Landschaftseinheiten im Euregio-Gebiet

Donau- March- Thaya Auen, eine mitteleuropäische Besonderheit
Die Augebiete von Donau, March und Thaya bilden mit ca. 80.000 ha dank noch intakter Gewässerdynamik den größten mitteleuropäischen Auwaldkomplex. Die Donau weist einen alpin geprägten Charakter mit Sommerhochwässern auf. March und Thaya zeigen Mittelgebirgseinfluß und sind durch häufige Frühjahrshochwässer gekennzeichnet. Vor allem der Unterlauf der March ist ökologisch gesehen noch intakt. Weichholzauwälder, einige Hartholzaubestände und extensiv genutzte Auwiesen kennzeichnen diese naturnahe Landschaft.

Die Donauebene erstreckt sich südlich von Bratislava und wurde mit Donauschottern aufgefüllt. Hier gibt es bedeutende Grundwasservorkommen.