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Euroregion Weinviertel-Südmähren-Westslowakei

Regionsprofil
Bevölkerung
Infrastruktur
Wirtschaftsstruktur
Landwirtschaft
Tourismus & Kultur
Qualifikation und Bildung
Umwelt, Natur und Landschaft

Bevölkerung
Euroregion Weinviertel-Südmähren-Westslowakei

In der EUREGIO wohnen rund eine Million Einwohner. Das EUREGIO Gebiet besteht aus folgenden politischen Bezirken:

Weinviertel: Gänserndorf, Mistelbach, Hollabrunn, Korneuburg;
Südmähren: Břeclav, Brno-venkov(tw), Hodonín, Znojmo;
Westslowakei: Malacky, Senica, Skalica, Myjava.

Tabelle 1: Einwohner der EUREGIO nach Bezirken

Teilregion
Weinviertel
EW 1991
Südmähren
EW 1997
Westslowakei
EW 1996
Politische Bezirke
Gänserndorf
80.687
Břeclav
124.662
Malacky
59.405
Mistelbach
70.922
Brno-venkov
157.672
Senica
60.507
Hollabrunn
57.631
Hodonín
161.700
Skalica
46.894
Korneuburg
61.013
Znojmo
86.655
Myjava
29.584
Einwohner Teilregion
 
270.253
 
530.689
 
196.390
Einwohner in der Euregio gesamt: rund 996.492

In der Euregio ist zwischen 1991 und 1996 ein insgesamt leichter Bevölkerungsanstieg zu verzeichnen, wobei zwei unterschiedliche Trends deutlich zu erkennen sind: einerseits Suburbanisierungsprozesse (d.h. "Stadtflucht" ins Umland von Großstädten) im Wiener Umland und andererseits zunehmende Verstädterung bzw. "Landflucht" v.a. im nördlichen Teil des slowakischen Projektgebietes. Letzteres betrifft insbesondere die Städte Senica, Myjava und Brezova pod Bradlom bzw. deren Umland. Der tschechische Teilraum zeigt nur relativ geringe Bevölkerungsveränderungen.

Das Weinviertel weist einen sehr hohen Anteil an älteren Einwohnern und einen sehr geringen Anteil an jüngeren Einwohnern auf. Wenn auch im Zuge oben erwähnter Suburbanisierungsprozesse ein Zuzug junger Menschen im erwerbsfähigen Alter zu erwarten ist, so ist die Altersstruktur (insbesondere im nördlichen Teil von Mistelbach und Gänserndorf) in Hinblick auf das Angebot an Arbeitskräften als wenig erfreulich zu bezeichnen. Umgekehrt bietet der slowakische und besonders der tschechische Teilraum einen hohen Anteil an junger Bevölkerung, wobei ein Teil dieser Bevölkerungsgruppe bereits heute als Arbeitskräfte zur Verfügung steht.

Der Arbeitsmarkt

Die Arbeitsmarktsituation wird in den grenznahen Regionen auf österreichischer Seite der Grenze durch ein eingeschränktes Spektrum an qualifizierten Arbeitsplätzen bestimmt. Im Weinviertel fand seit Anfang der 90er Jahre eine überdurchschnittlich starke Ausweitung der Beschäftigung statt. Die Zahl der unselbständig Beschäftigten stieg im Zeitraum 1990-1998 um 14,2 %. Überdurchschnittliche Zuwächse verzeichnete dabei vor allem die Baubranche. Weiters haben viele Betriebe in den Branchen Holz, Bau und Metall die Zahl der Arbeitskräfte erhöht. Zu einem kontinuierlichen Anstieg der Beschäftigung ist es auch in manchen Dienstleistungsbranchen gekommen (z.B. Gesundheitswesen, Handel, Tourismus).

Innerhalb der österreichischen Grenzregion stellt Wien das bedeutendste Arbeitszentrum dar. Diese Dominanz Wiens kommt auch in den intensiven Arbeitsmarktbeziehungen mit dem Weinviertel und den angrenzenden Umlandregionen zum Ausdruck. Der Auspendleranteil liegt im Weinviertel bei 34% (bei einer Steigerung um 22% zwischen 1981 und 1991).

Die Arbeitslosenquote liegt im Weinviertel (6,3 %) noch immer deutlich unter dem österreichischen Durchschnittswert. Die Struktur der Arbeitslosigkeit ist in den ländlich geprägten Gebieten der Region durch einen hohen Anteil von Frauen, niedrigqualifizierten Arbeitslosen und einem Überhang an Arbeitslosen aus Produktionsberufen gekennzeichnet.
Die Situation auf dem tschechischen Arbeitsmarkt ist vor allem gekennzeichnet durch die Wirtschaftsentwicklung in den Bereichen Industrie und Landwirtschaft verbunden mit einem markanten Rückgang der Arbeitsplätze in der Landwirtschaft wie auch der Beschäftigtenzahlen in der Industrie. Teilweise wurde dieser Rückgang durch das starke Wachstum des Tertiärbereiches kompensiert. Die Arbeitslosenrate lag im September 1999 in Bezirk Hodonín bei 12,3 %, Bezirk Znojmo 11,3 %, Bezirk Breclav 9,6 % und im Bezirk Brno-venkov bei 7,3 %.

Generell sind in allen Bezirken der tschechischen Grenzregion mehr Frauen als Männer von der Arbeitslosigkeit betroffen. Der Frauenanteil liegt in den einzelnen Teilregionen zwischen 53 % (Breclav) und fast 65 % (Brno-venkov) Die höchste Arbeitslosigkeit herrscht dabei bei ungelernten Kräften oder Personen mit geringer Qualifikation. Äußerst ungünstig ist auch die Tatsache, daß der Anteil der Arbeitslosen in der Altersgruppe bis 25 Jahre mit rd. 30 % sehr hoch ist. Die Langzeitarbeitslosigkeit mit einer Dauer von mehr als einem Jahr nimmt zu.

Die Stärken der tschechischen Arbeitskräfte sind vor allem ein hoher Ausbildungsstand in den traditionellen Produktionsbereichen, die progressive Altersstruktur der Bevölkerung und der derzeit noch relativ niedrige Arbeitskraftpreis.

Der Arbeitsmarkt in der Slowakei wird von Bratislava dominiert. 55 % der Arbeitgeber der Grenzregion und 14,6 % der Arbeitnehmer der ganzen Slowakei sind befinden sich in der Hauptstadt. Dementsprechend groß ist der Pendleranteil in den umliegenden Bezirken (50 % in Senec, Pezinok und Malacky). Auf Grund der Strukturreformen kam es in den letzten Jahren zu einem dramatischen Rückgang der Arbeitsplätze im ersten und zweiten Sektor. Im Raum Bratislava wurde der Rückgang durch das starke Wachstum des tertiären Sektors kompensiert.

Verglichen mit dem slowakischen Durchschnitt (15,6 % Arbeitslosenrate) ist die Arbeitslosigkeit in der Grenzregion niedrig. Im Dezember 1998 betrug die Arbeitslosenrate in Bratislava 5,1 %. Im Allgemeinen liegt die Arbeitslosenrate in der Grenzregion unter dem slowakischen Durchschnitt (am höchsten ist sie in den Bezirken Malacky mit 11,6 % und Trnava mit 12,5 %). Obwohl die Arbeitslosenrate im Vergleich gering ist, ist sie doch seit den 90iger Jahren extrem gestiegen und betrifft heute große Teile der qualifizierten Arbeitskräfte. Vor allem im Produktionssektor ist die Arbeitslosigkeit unter den qualifizierten Arbeitskräften höher als der Durchschnitt.