Forschungsbereich:
Wandel und Management von Landschaften
Landschaft Sachsen 2050
Das Ziel des Vorhabens ist es eine Methodik zur Beschreibung und Bewertung möglicher Landschaftszustände im Hinblick auf die Sicherung der Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen für die Bevölkerung, sog. "Wohlfahrtswirkungen", zu entwickeln. Diese soll am Beispiel des Landkreises Görlitz überprüft bzw. validiert werden, der eine hinreichende Heterogenität im Hinblick auf naturräumliche und sozioökonomische Strukturen bietet.
Für diesen Zweck soll das Konzept der Ökosystemdienstleistungen angepasst und weiterentwickelt werden, um ökologische, ökonomische und soziale Wohlfahrtswirkungen der Landschaft in ihrer Veränderlichkeit abzubilden, zu interpretieren und zu bewerten. Für eine Auswahl an besonders relevanten Ökosystemdienstleistungen werden Bewertungsverfahren erarbeitet.
Die zur Beschreibung künftiger Landschaftszustände geeigneten Szenariotechniken werden dahingehend geprüft, ob sie Landschaftsveränderungen widerspiegeln können, die mit Zu- oder Abnahmen der Wohlfahrtswirkungen (Ökosystemdienstleistungen) einher gehen. Ausgehend von dieser Analyse sind ggf. Weiterentwicklungen von Szenariotechniken erforderlich. Besondere Beachtung finden die sich überlagernden und kumulierenden Effekte natürlicher und anthropogener Triebkräfte (z. B. demographischer Wandel, wirtschaftliche Globalisierung, Klimawandel) als Auslöser von Landschaftsveränderungen.
Der wissenschaftliche Innovationsgehalt des Projektes besteht vor allem in folgenden Gesichtspunkten:
- Beschreibung und Bewertung möglicher künftiger Landschaftsveränderungen anhand von Wohlfahrtswirkungen
- Verknüpfung der Szenariomethodik mit dem Konzept der Ökosystemdienstleistungen zur Analyse und Bewertungen von Landschaften
- Übertragung und Adaption des üblicherweise im globalen bis staatlichen Maßstab angewandten Konzeptes der Ökosystemdienstleistungen auf die regionale bis lokale Ebene (am Beispiel eines Testgebietes in Sachsen)
- Entwicklung einer planungsrelevanten ex-ante-Perspektive zum Landschaftswandel (anstelle der u. a. beim Millennium Ecosystem Assessment angewendeten ex-post-Perspektive)
Die zu entwickelnde Methodik kann eine hohe Politikrelevanz und Anwendungsorientierung erlangen, wenn damit die Veränderungen von Wohlfahrtswirkungen und daraus resultierende Chancen und Risiken für die Gesellschaft in den verschiedenen Szenarien zukünftiger Landschaftszustände aufgezeigt werden können.